Gesundheitspolitik 19. Wahlperiode (2017 - 2021) - Koalitionsvertrag 2018

  • Schönen guten Tag allerseits!


    Na, da bin ich ja mal gespannt:


    [Ab Zeilennummer 4626:]

    Künftig sollen Pflegepersonalkosten besser und unabhängig von Fallpauschalen vergütet werden. Die Krankenhausvergütung wird auf eine Kombination von Fallpauschalen und einer Pflegepersonalkostenvergütung umgestellt. Die Pflegepersonalkostenvergütung berücksichtigt die Aufwendungen für den krankenhausindividuellen Pflegepersonalbedarf. Die DRG-Berechnungen werden um die Pflegepersonalkosten bereinigt.

    Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag

  • ...

    und hier natürlich auch (steht zwar bei ambulanter Behandlung, betrifft uns aber, denke ich):

    4577

    Wir werden die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung stärken, deren Unabhängigkeit gewährleisten und für bundesweit einheitliche und verbindliche Regelungen bei ihrer Aufgabenwahrnehmung Sorge tragen.


    Der MDK als Bundesbehörde?


    Viel Spaß!

  • Guten Morgen Reinhard,


    "Künftig sollen Pflegepersonalkosten besser und unabhängig von Fallpauschalen vergütet werden. Die Krankenhausvergütung wird auf eine Kombination von Fallpauschalen und einer Pflegepersonalkostenvergütung umgestellt. Die Pflegepersonalkostenvergütung berücksichtigt die Aufwendungen für den krankenhausindividuellen Pflegepersonalbedarf. Die DRG-Berechnungen werden um die Pflegepersonalkosten bereinigt."


    Da hoppeln wir ja schon seit Jahren hin: PKMS/Pflegrade und die diesbezüglichen ZE.

    Wäre doch toll, wenn wir den ganzen PKMS-Doku- und sonstigen Wahnsinn nicht mehr für jeden Patienten vornehmen müssten, inkl. die damit verbundenen Prüfungen/Schulungen usw.


    Wieso glaube ich aber, dass das nicht die positive Konsequenz wäre.....

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • " Die Krankenhausvergütung wird auf eine Kombination von Fallpauschalen und einer Pflegepersonalkostenvergütung umgestellt."


    Wurde aber auch Zeit - endlich hat mal jemand bemerkt, dass das DRG-System noch nicht kompliziert genug ist!


    VIele Grüße

    MDK-Opfer

  • Guten Morgen.


    Einerseits wird es immer komplexer, aber andererseits muss ich gestehen, dass ich froh bin, das mein Arbeitsplatz auch zukünftig sicher ist. ;)

    stellv. Leitung Medizincontrolling
    Fachwirt Gesundheits- und Sozialwesen (IHK)
    MDA

  • Guten Tag


    Prognose:


    Es werden noch mehr Pflegekräfte aus der Klinik herausgezogen und dokumentieren, es werden noch mehr Pflegekräfte für den MDK prüfen

    Kosten und strittige Fälle werden unermesslich ansteigen


    Cui bono?


    Gruß

    E Rembs

  • Hallo,

    es wird dann schon spannend sein, wenn in den Budgetverhandlungen die Kliniken Geld für Personal fordern und die Kassen dann sagen, dass es mit x% weniger Personal auch geht. Insofern gut für das Schaufenster der Politik.

    (Diskussion so ähnlich wie mit uGVD - Theorie und Praxis weichen da ja auch etwas voneinander ab)

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hi zusammen,


    warum überkommt mich nur ständig das Gefühl, daß unsere Politiker auch, und vor allem im Bereich Gesundheit keinen blassen Schimmer von der Realität haben?

    Schließen wir doch einfach mal alle kleinen Krankenhäuser unter z.B. 400 Betten, mal sehen wo das hinführt. Dies wollen doch scheinbar fast alle hochdotierten Gesundheitsexperten in der Politik. Anders kann ich das Gebahren, auch in den Budgetverhandlungen nicht interpretieren. Es bleibt spannend!


    VG

    Sebastian

  • Hallo, liebe Mitstreiter,

    habe soeben in einem Fall für 6 Tage Pflege im PG 3 das Wahnsinns-ZE 162 von 107 € u. 14 Cent abgerechnet. Da sieht man doch, wie billig die Pflege eingeschätzt wird. Für PG 1 und 2 und alle anderen, die nicht fünf Tage bleiben, gibt es nichts. 3 Patienten mit PG 3 für jeweils 3 Tage machen auch viel weniger Arbeit. ...

    Schönen Tag noch

    Anne

  • Hallo AnneDD,


    ...es ist ja (noch) nicht so, dass die Pflege ausschließlich über die ZE 162/163 und PKMS finanziert wird. Bisher sind die meisten Kosten für das Pflegepersonal noch in den DRG enthalten und darin wird auch der unterschiedliche Aufwand abgebildet. Zudem sind einige spezifische pflegerelevante Diagnosen (z. B. motorische oder kognitive Funktionseinschränkung) gruppierungsrelevant. Es gibt eine ganze Reihe von DRGs, bei denen die Pflegepersonalkosten (Kostenart 2) einen Großteil des Relativgewichts ausmachen.


    Der Schluss von der Höhe des Zusatzentgelts auf den Wert der Pflege ist daher absolut unzutreffend!


    Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag

  • Hallo Herr Schaffert,

    Sie haben sicher recht, aber die Einteilung ist doch völlig willkürlich.

    In den letzten Jahren wurden viele Diagnosen, die erhöhte Pflege mit sich bringen, im Erlöswert auf 0 gestellt (Demenz, Inkontinenz, Dekubitus in den meisten Konstellationen....). Hier hätte man gedacht, dass ein Ausgleich geschaffen wird. Aber nein, es wird wieder so gesplittet, dass fast keine Fälle übrig bleiben. Warum erst ab Pflegegrad 3 und warum erst ab 5 Tagen? Warum die Unterscheidung nach DRGs? Es ist schon offensichtlich, dass das vorgesehene Budget sonst nicht reichen würde, aber es ist nicht gerecht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Anne

  • Hallo AnneDD,


    da hilft es, zunächst einmal den InEK-Abschlussbericht zu dem Thema zu lesen. Dort finden Sie auch die konkreten Antworten auf Ihre Fragen :

    • Unter 5 Tagen und unter Pflegegrad 3 keine (positiven) Kostenunterschiede der Pflege zwischen Fällen mit und Fällen ohne Pflegegrad
    • Kein ZE bei unbewerteten, teilstationären oder Fehler-DRGs sowie bei DRGs mit Pflegegrad-Fällen, aber negativem Kostendelta
    • hohes“ ZE bei DRGs mit entsprechenden Fällen und Kostendelta ≥ 150 €
    • niedriges“ ZE bei allen anderen DRGs, also auch wenn in den Daten gar keine entsprechenden Fälle vorhanden waren oder das Kostendelta minimal war

    Angesichts der im Abschlussbericht beschriebenen Datenlage war es schon sehr wohlwollend, überhaupt ein ZE zu entwickeln. Mit dem "vorgesehenen Budget" hat das gar nichts zu tun, denn es gibt ja nicht insgesamt mehr Geld dafür sondern es wird dem Gesamtsystem entnommen.


    Es stimmt einfach nicht, dass die Kosten der Pflege nicht in den DRG abgebildet sind. Und beispielsweise durch Maßnahmen wie die Sachkostenkorrektur, die gleichzeitig eine Personalkostenaufwertung ist, wurde diese Abbildung noch verbessert. Es ist auch ein Trugschluss zu denken, durch eine Kostenausgliederung der Pflegekosten würde nun alles besser. Damit werden wir noch viel "Spaß" haben.


    Gruß