Prothesenwechsel an der Schulter ergibt unzutreffende DRG

  • Moin, wir haben eine gelockerte und hochstehende schmerzhafte anatomische Schulterprothese in eine inverse Prothese umgewandelt. Entfernung der Prothese, Entfernung von Zement über Zugang zum Schaft, Cerclagen, dann inverse Prothese. ICD: Z96.60, T84.00(HD) ICPM: 5-825.12 Wechsel einer Humeruskopfprothese in eine Inverse Prothese DRG: Anderer großer Gelenkersatz ohne Implantation einer inversen Endoprothese am Schultergelenk. Erlös geringer als bei alleiniger Implantation einer Inversen Prothese bei deutlich höherem Aufwand. Hat jemand eine Idee? Beste Grüße aus OWL

  • Hallo,

    ist 5-825.12 in diesem Fall der korrekte Code oder sollte es 5-825.21 sein? Die Beschreibung ist zu knapp für die Einschätzung.

    Gruß

  • Hallo,


    ich habe dies bereits bei einem Treffen mit dem InEK am 10.1. thematisiert und auch einen entsprechenden formalen Änderungsantrag hinterher geschickt. Für 2018 ist das dann leider so, ab 2019 dann geändert..

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Danke für die Info, hatte ich mir so schon gedacht. Gestern hat die Weitergabe der von C-3PO erbetenen Infos nicht funktioniert.


    Danke,

    mit der 5-825.21 kommt die richtige DRG raus, aber eine Totalendoprothese besteht aus einem Schaftteil mit Kopf und einer Glenoidkomponente und die ist ja zumeist, wie in unserem Fall auch, nicht mit drinnen, daher handelt es sich nur um eine Hemiprothese.

    Das Problem beruht auf einer unsäglichen Anzahl von Namen für Prothesen, noch schlimmer an der Hüfte, die den Nagel nicht auf den Kopf treffen. Bei manchen würde mich mal interessieren was damit gemeint ist und wo die konkreten Unterschiede liegen?

    Eine Kopfprothese an der Schulter kann auch z.B. eine Eclipse-Prothese sein, die gelockert ganz leicht auszubauen ist, weil kein Schaft. In unserem Fall war es aber eine fiese Schaftprothese mit einem sehr langen Zementzapfen bis weit unterhalb des Prothesenstils und ohne Glenoidkomponente.

    Pat. hat jetzt eine Inverse Prothese. Bei der gegroupten DRG (RG 2,4080) kommt bei der Wechseloperation mit der Entfernung der Hemiprothese – mit hohem Aufwand - weniger heraus, als wenn in eine nicht voroperierte Schulter eine primäre Inverse Prothese eingebracht wird (RG 2,7900). (die ZE Geschichte muss hier nicht mit diskutiert werden)

    Die DRG I05C schließt obwohl über den ICPM Code eine Inverse Prothese angegeben wird mit dem Beschreibungstext „Anderer großer Gelenkersatz ohne Implantation einer inversen Endoprothese am Schultergelenk“ eigentlich das aus, was gemacht wurde. Aber Logik ist ja auch nicht zwingend systemimmanent im DRG System.

    Ich vermute ich habe keinen Fehler beim Codieren gemacht (???) und es handelt sich um einen Bug??? Dieser geht jetzt zu unseren Lasten. Das war dann eine unwirtschaftliche Leistungserbringung.

    Muss man mit einem so offensichtlichen Unsinn leben?

    Hat das INEK einen Fehler gemacht? Oder macht der Grouper (DIACOS) einen Fehler. Wenn das INEK einen offensichtlichen Fehler gemacht hat, besteht, wir erleiden ja einen wirtschaftlichen Schaden, eine Haftung, oder sind die im Gegensatz zu allen anderen Sanktionsfrei gestellt?

    Danke für Kommentare. Beste Grüße aus OWL


    Nachsatz: der Fehler wird im Januar bemerkt und erst nächstes Jahr korrigiert? In der klinischen Medizin kaum denkbares Vorgehen, obwohl wenn ich an die Grippeimpfung denke.