Biopsie mit Inzision oder Exzision Leber

  • Hallo,

    was kam denn histologisch raus? : "Resektion von erkranktem Gewebe" also kein normales Nierengewebe wo es zu erwarten wäre... wir reden hier über eine Operation bei Rezidivverdacht, im Prinzip gleiche OP mit hier mehreren Resektaten, anderenfalls wäre es der eine Tumor gewesen der reseziert worden wäre...das krankhafte Gewebe wurde nach mehreren Teilstücken mit entsprechendem Rest belassen (inkomplette Tumorresektin im anderen Falle) um bei fehlendem Malignitätsnachweis nicht auch noch gesundes Nierengewebe beim Herausschälen mitzuentfernen. Ich finde 5er Code passt da eigentlich schon, gerade offene intraabdominaele/retroperitoneale Eingriffe/ggf. auch große Biopsien etc. sind doch ein riesen Unterschied zu einem Hautschnitt um an ein etwas tiefer gelegenes eventl. sonst zu kleines/oder schwerer zu treffendes Gewebe zu kommen oder eine dünne Nadelstanze ohne weitere Maßnahmen zu entnehmen. Wahrscheinlich ist das weniger falsch kalkuliert sondern eher von den Kalkulierenden sinnhaft als operativ angenommen und für/mit solchen operativen Codes berechnet worden?! Müsste man die mal Fragen...


    MfG


    rokka

  • Liebe Kollegen,


    kurz vor Jahresschluss ist der vorstehend kodierte Fall leider noch nicht abschließend geklärt, da der zuständige Kollege lange ausgefallen war. Daher reiche ich noch einmal die im Diskussionsverlauf angefragten Informationen nach und bitte um Expertise:


    1.) Der Pathologiebefund ergab kein Rezidiv, der kodierende Kollege hatte den ICD D30.0 als Hauptdiagnose verwendet.


    2.) OP - Verlauf (auszugsweise):


    "Nun folgt die Lösung der Niere, welche kaum noch Fettgewebe hat, überwiegend scharf vom Muskulus Psoas. Analoges Vorgehen nach ventral mit Lösen der Nierenoberfläche vom Peritoneum. Nach kompletter Freipräparierung der Niere stellt sich angedeutet der Parenchymdefekt der ehemaligen OP dar. Dieser befindet sich knapp unterhalb der Nierenmitte. In der Computertomographie stellt sich die fragliche Läsion unmittelbar im Bereich dieser narbigen Einziehung. Von außen ist makroskopisch allerdings kein Tumor zu sehen. Daher Entscheidung zur intraoperativen Sonographie. Auch diese zeigt keinen Hinweis auf eine Strukturveränderung im Vergleich zur normalen Niere. Mit den computertomographischen Bildern wird der intraoperative Befund intensiv abglichen, anschließend erfolgt die Resektion von insgesamt 5 ca. 1 cm durchmessenden Arealen, die jeweils 5 - 10 mm in die Tiefe ziehen. Die kompletten Biopsien werden ohne Abklemmphase durchgeführt".


    Schnellschnitt, kein TU - Nachweis


    Anschließend wird gesamte Nierenvorderfläche mit einem durch das Peritoneum durchzogenen Omentum Majus - Lappen umhüllt ...


    weiterhin verschiedene weitere Maßnahmen der Blutstillung und des Wundverschlusses.


    Sollten noch weitere Informationen notwendig sein, werde ich diese umgehend nachreichen.


    Viele Grüße und Dank


    Stephan Wegmann