Datensatzänderung nach diff. Befunden?

  • Liebe DRGler,
    folgende Konstellation taucht in unserer Kinderklinik gar nicht so selten auf: Kind mit Diagnose einer serösen Meningitis (G03.0) wird x Tage stationär behandelt und danach entlassen. Der Liquorbefund ergibt nach 3-4 Wochen, dass eine Infektion mit Echo-, Entero-,Coxsackie- sonstwelche Viren vorgelegen hat. Es ergäbe sich eine schöne (+/*-Klassifikation (A87.0+ G02.0*), die ja eigentlich korrekter zu schlüsseln wäre. Der Grouper "belohnt" die G03.0 allerdings mit B72Z (CW 2.12) und den differenzierten Kode mit B73Z (CW 0.76).
    Sollen also Wochen später nach Entlassung neue Datensätze übermittelt werden ? (die in diesem Fall auch noch schlechter abgerechnet würden)
    Gruß
    A. Ubenauf:look:

  • Hallo Herr Ubenauf,
    siehe dazu auch im Diskussionsforum von Herrn Dr. Roeder den Diskussionsfaden vom 12.10.2001.


    MfG
    B. Sommerhäuser

  • Die Dimdi-FAQ zur ICD-10 bringt z.B. folgendes Beispiel:
    [Zitat]
    "Bei einer Rötelnenzephalitis manifestiert sich die allgemeine Infektionskrankheit Röteln am speziellen Organ Gehirn:
    Ätiologie Röteln
    (B06.0+ = Röteln mit neurologischen Komplikationen)
    und
    Manifestation Gehirn
    (G05.1* = Enzephalitis, Myelitis und Enzephalomyelitis bei anderenorts klassifizierten Viruskrankheiten).


    Wenn nicht mit zwei Schlüsselnummern verschlüsselt werden soll, so hat die Kreuz-Schlüsselnummer Vorrang. Bei unikausaler Verschlüsselung wird daher die Rötelnenzephalitis mit B06.0 verschlüsselt; in diesem Fall macht auch die Angabe des Kreuzes keinen Sinn."
    [Zitatende]


    Gegroupt sieht das dann so aus:
    HD: B06.0 ND: - -> DRG B71B mit Kostengewicht 0,66
    HD: B06.0 ND: G05.1 -> DRG B71A mit Kostengewicht 1,37


    HD: G05.1 ND: - -> DRG B72Z mit Kostengewicht 2,12
    HD: G05.1 ND: B06.0 -> DRG B72Z mit Kostengewicht 2,12


    Können Sie mit Ihrer Software +* Daten übermitteln ? Welcher Grouper akzeptiert doppelkodige Hauptdiagnosen ? (Keiner)
    Kann es sein, daß +* wieder abgeschafft wird ?
    (Siehe auch Seite 2 - Finanzielle Relevanz der +*-Notation)


    Gruß


    Christoph Hirschberg

  • m.E. nicht. Definition der Hauptdiagnose: jene Diagnose die am Ende des KH-Aufenthalts rückblickend zur Aufnahme geführt hat. Nebendiagnosen werden kodiert wenn Sie Diagnostik und Therapie (/Pflege) beeinflußt haben. Der Befund Wochen nach Entlassung kann den Ablauf der KH-Behandlung ja nicht mehr beeinflussen. Ergo: er darf gar nicht kodiert werden.
    oder ist das zu sehr um die ecke gedacht:rotate:


    Nebenbei: der spannende +/*-Doppelpass spielt im australischen System nicht mit. 8)