Vergütung für Kodierer

  • Hallo Forum,
    mich würde interessieren, wie die Kodierer vergütet werden.
    Ich bin "nur" Arzthelferin von Beruf. Arbeite aber seit über einem Jahr als DRG-Kodierer.Habe 4 Kliniken zu betreuen.
    Die Kodierer unserer Klinik sind alle nichtärztliches Personal.
    Gibt es hier irgendwelche Richtlinien für die Vergütung.
    Bin heute sehr verärgert vom Chef gekommen, denn wir werden alle unterschiedlich bezahlt.
    Aber die Sonne wird es wieder richten.

  • Toll, dass Sie sich da eingearbeitet haben. Die Verantwortung für die Codierung trägt alleine Ihr Chef. Wir "nur" Ärzte kriegen in aller Regel keinen Pfennig für die Codierung. Da die Kodierung sehr komplex ist und nach unserer Auffassung nur vom behandelnden Arzt kompetent bearbeitet werden kann, würde es mich interessieren, in welchem Fachbereich Sie kodieren und welchen Case Mix Index Sie erreichen.


    Guten Abend nach 2 Stunden Kodiereung in der Freizeit.


    Axel Auler

  • Hallo Fr. Mori,


    ich kann mich der Meinung des Kollegen nicht anschließen, die Codierung und das DRG-system werden immer komplexer, die Kodierrichtlinien und die Kodierkataloge werden sich künftig quasi jährlich ändern....


    Das bei der üblichen Arztfluktuation jedem Arzt beizubringen und dabei 100% Codierqualität zu erreichen ist nicht möglich, dazu kommt der einsetzende Ärztemangel (den wir hier mit BAT-Ost schon merken!).


    Klar der behandelnde Arzt hat den allerbesten Überblick, was, wann, warum bei dem Patienten gemacht wurde, daher sehe ich den Einsatz von Codierfachkräften niemals völlig vom Behandler losgelöst, sondern immer in enger Zusammenarbeit mit dem Arzt. Aber die Datenerfassung, Codierung, das Grouping, die Vollständigkeitsprüfungen etc. ist meiner Meinung, die Einsatzmöglichkeit für (aufzubauendes) Fachpersonal...


    Zum Gehalt gab es schon einen Thread (es gibt keine einheitliche Empfehlung)im DRG-Forum...


    Ich kenne eine Ihrer Kolleginnen (auch Arzthelferin) die bekommt BAT IVa, wegen der eminenten Bedeutung für die Einnahmen des Hauses sehe ich da aber für erfahrene Topkräfte noch lange nicht das Ende der Fahnenstange... (bes. jetzt wo überall gesucht wird sollte man durchaus mal einige Versuchsballons starten...)


    Gruß
    --
    Thomas Lückert
    Medizincontrolling
    Johanniter-Krankenhaus im Fläming

    Thomas Lückert
    Stabsstelle Medizincontrolling
    Unfallkrankenhaus Berlin

  • Ich kodiere die HNO, Gynäkologie und Traumatologie/Ortho.
    Vorher habe ich 7 Jahre in einer chirurg. Praxis gearbeitet.
    Mein CM ist mehr als zufriedenstellend ( so der kaufm. Leiter).
    Im Vergleich zu den anderen Häusern, habe ich meine Kliniken wirklich "im Griff". Die Arbeit macht mir auch riesigen Spaß.
    Ich bearbeite täglich die Entlassungen vom Vortag. Ich arbeite hervorragend mit den Oberärzten der Klinken zusammen und das Feedback ist bestens. Es ist wirklich eine imense Arbeitserleichterung für unsere Ärzte. Schwierige Fälle bespreche ich sofort mit den Ärzten. Gerade die GYN ist ein äußerst schwieriges Fachgebiet gewesen, dadurch das FP/SE und DRG-Kodierung völlig gegensätzlich laufen.
    Bei uns wurden nach mir noch 2 Kodierer aus dem Pflegebereich eingestellt. Die arbeiten seit Mai und wurden mit der KR V a übernommen.
    Da unser Haus aber im absoluten Sparrausch ist, stellt sich die Obrigkeit stur in Sachen monatliche Zulage. Man beabsichtigt eine leistungsbezogene Bezahlung. TOTALER IRRSINN.
    Ein schönes Pfingstfest an alle.

  • Hallo !
    Die Verantwortung des Koders wird vielerorts noch unterschätzt - aber es gibt ja auch noch genügend Kliniken ohne Med. Controller -
    und damit auch die Bezahlung. Ohne die genaue Einstufen des BAT gerade parat zu haben, würde ich als Minimum ansehen, die Einstufung wie Pflegepersonal im Funktionsbereich z.B. OP oder Intensivzulage plus Ausgleich für fehlende Wechselschicht/Wochende ggf. Zulage Stationleitung. Dazu sollte eine Zulage für überdurchschnitlichen CMI drin sein - oder wofür sind die ganzen Benchmarking Projekte.



    --
    Jörg Gust
    (Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)

    Jörg Gust
    (orth. Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)

  • Zitat


    Original von Joerg-Gust:
    ...- aber es gibt ja auch noch genügend Kliniken ohne Med. Controller -


    --
    Jörg Gust



    Hallo,


    anhand von Krisenberichten bereits oder noch nicht insolventer Unternehmen sind Mißerfolge begründet in :


     fehlender organisatorischer Anpassung


     Mängeln im Personalwesen


     Mangelhaften Controlling




    Gruß


    E. Rembs

  • Hallo Forum,
    nachdem ich schon des längeren mydrg regelmäßig besuche, habe ich mich nun endlich registriert. Deshalb ein großes HALLO an alle Teilnehmer :x Auch mich würde die eingangs gestellte Frage interessieren. Ist die Bezahlung immer Verhandlungssache? Es erleichtert die Gespräche, wenn es Beispielhäuser gibt, die bei genannten Verhandlungen genannt werden können ungemein :vertrag:
    Es wäre schön, wenn sich noch mehr Teilnehmer äußern würden. Nach meiner Vollzeit WB zur PDL, absolviere gerade meine WB zum CMP.
    Vielen Dank und allen einen schönen Tag
    Gruß Miller

  • Hallo,


    Informationen (schon etwas älter) über die Einstufungen finden Sie auf der Seite des http://www.dvmd.de unter Marktanalyse.



    --
    Einen freundlichen Gruß vom MDA aus Schorndorf

    [size=12]Freundlichen Gruß vom Schorndorfer MDA.

  • Hallo Frau Mori,


    eine Frage zur täglichen Organisation. Kontrollieren Sie die Fälle anhand der Arztbriefe?
    Bei uns gibt es auch DRG-Spezialistinnen, die super arbeit leisten. Jedoch haben wir noch Probleme mit der zeitnahen Prüfung. Meistens sind die Arztbriefe noch nicht fertig!


    MfG


    J. Peters-Alt

  • Hallo Frau Peters-Alt,
    wenn die Arztbriefe nicht vorliegen, sollte zumindest ein vom Computer abrufbarer Kurzarztbericht eingerichtet werden, der alle Diagnosen enthält (und Basis des Arztbriefes werden soll)


    Grüße
    Poschmann

    Poschmann

  • Hallo Herr Poschmann,


    Sie haben natürlich völlig recht. Nur reichen die Kurzarztbriefe bei uns noch nicht aus, um eine vollständige Kodierung durchzuführen. Natürlich können wir auch alle Akten anfordern, dadurch gibt es nur wieder einen Zeitverzug.


    MfG
    J. Peters-Alt