MDK-Reformgesetz - Referentenentwurf 03.05.2019

  • Guten Tag

    Vielen Dank für die Hinweise


    Zur Erinnerung

    In der Regel gilt das, was der frühere Bundesverteidigungsminister und Fraktionsvorsitzende der SPD, Dr. Peter Struck, einmal als "erstes Strucksches Gesetz" bezeichnete:


    "Kein Gesetz kommt aus dem Parlament so heraus, wie es eingebracht worden ist."




    Gruß

    Eberhard Rembs

  • Hallo,


    nach erster Durchsicht ergeben sich folgend wesentliche Änderungen zum Referentenentwurf:

    • Frist zur Einleitung einer Prüfung wird auf 3 Monate verlängert
    • Strukturprüfung ausschließlich durch MDK (keine externen Gutachterdienste mehr)
    • Meldepflicht bei Nichteinhaltung der Strukturmerkmale durch das KH
    • Verwaltungsrat jetzt aus 16 KK-Vertretern sowie mit Benennung durch das Land: 5 Patientenvertretern und jeweils 1 Vertreter der Ärztekammern und Pflegeverbände, wobei die letztern kein Stimmrecht haben
    • SMD der Knappschaft-Bahn-See bleibt bestehen
    • Begrenzung der Strafzahlung auf max. 1.500€ pro Fall
    • Leistungen, die als Primäre Fehlbelegung begutachtet werden, können - nur falls es keine andere Abrechnungsmöglichkeit gibt - vorstationär aberechnet werden

    Bis auf die letzten beiden Punkte sind dies aus meiner Sicht Rückschritte. Der Verwaltungsrat ist jetzt wieder von den Kassenvertretern dominiert, auch wenn sie nicht selbst Kassenangestellte sein dürfen. Und die Knappschaft kann weiterhin (mehr oder weniger) machen, was sie will.


    Mal schauen, was dabei dann am Ende rauskommt

  • Guten Tag

    (16.07.19) Der AOK-Bundesverband hält die Reformvorschläge zur Krankenhausabrechnung weiterhin für nicht sachgerecht. Vorstandsvorsitzender Martin Litsch erklärt: "Die Krankenhausabrechnungsprüfung effizienter zu gestalten, kann nicht bedeuten, dass fehlerhafte Abrechnungen gar nicht mehr in die Prüfung kommen.

    https://www.aok-bv.de/presse/p…gen/2019/index_22391.html


    „fehlerhafte Abrechnungen“



    17.7.19

    https://www.bkk-dachverband.de…ere-und-unabhaengige.html

    „Schließlich zeigt sich heute, dass jede zweite Krankenhausrechnung, die der Medizinischen Dienst prüft, falsch ist“



    Illusory Truth Effect - oder Wahrheitsillusion

    Wird etwas oft wiederholt, nehmen Menschen es zunehmend ernst

    Egal, ob die Aussage stimmt

    Wiederholung ist kein Beweis für die Wahrheit

    Auch intelligente Menschen unterliegen der Wahrheitsillusion



    Siehe die unten zitierte Arbeit

    In press, Personality and Social Psychology Bulletin

     Investigating the robustness of the illusory truth effect across individual differences in cognitive ability 



    “Conclusion

    In line with previous work, we found that individuals tend to believe repeated information more compared to new information. Across seven studies, this tendency was not reliably and substantially related to cognitive ability, need for cognitive closure, experiential thinking, and both self-reported and performance based measures of analytic thinking.

    The absence of an association between these key individual difference variables in judgment and decision making and the illusory truth effect is theoretically intriguing, and raises the question about which alternative factors may underlie the observed variance of the illusory truth effect. Given the ease by which repetition can influence the perceived truth, and the potential power of misinformation, we hope that the present contribution will inspire other scholars to further examine the potential role of individual differences in the illusory truth”



    Gruß

    E Rembs

  • Ich hoffe, meine Frage ist nicht zu blöd :)


    im Regierungsentwurf heißt es:


    "Ab dem Jahr 2021 gilt für eine Krankenkasse bei der Prü-fung von Schlussrechnungen für vollstationäre Krankenhausbehandlung durch den Medizinischen Dienst eine quartalsbezogene Prüfquote je Krankenhaus in Abhängig-keit von dem Anteil unbeanstandeter Abrechnungen je Krankenhaus nach Absatz 4 Satz 3 Nummer 2. Die quartalsbezogene Prüfquote nach Satz 3 wird vom Spitzenver-band Bund der Krankenkassen für jedes Quartal auf der Grundlage der Prüfergebnissedes vorvergangenen Quartals ermittelt und beträgt..bis zu 5 Prozent für ein Krankenhaus, wenn der Anteil unbeanstandeter Abrech-nungen an allen durch den Medizinischen Dienst geprüften Schlussrechnungen für vollstationäre Krankenhausbehandlung bei 60 Prozent oder mehr liegt, "


    Ich verstehe es nicht so ganz.

    Werden dann alle Fälle die im letzten Quartal durch den MDK abgeschlossen wurden herangezogen und von diesen der Anteil der für uns positiven Fälle gegenübergestellt, ganz unabhängig wann die Schlussrechnung gestellt wurde?