Klassifikationen und DRG System 2020

  • Hallo,


    "intensivmeidzinisch versorgt" ist ein copy und paste aus dem Urteil BSG B 3 KR 17/06 R (Jahr 2007; zu finden bei dejure.org).

    Dort wird die Quelle angegeben mit K. Eyrich, Versicherungsmedizin 1992, welcher sich wiederum auf Veröffentlichungen von HW Opderbecke aus dem Jahr 1976 bezieht. Die Einlassung der intensivmedizinisch involvierten Fachgesellschften wie DIVI e. V. und DGAI e. V. benutzen die Definition wie oben angegeben im Wesentlichen: es werden nicht Teile aufgehoben (z. B. infolge medizinischer Fortschritt).

    Der Knackpunkt wird der Terminus und Zustand Lebensgefahr sein.


    MfG

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    Dr. med. A. Christaras
    FA Kinder- & Jugendmedizin

  • Hallo zusammen,
    hier mal eine Frage an die Juristen hier:
    in der DKR 1001 wird ja ab 2020 festgelegt, dass am Aufnahmetag und am Entlasstag, bzw. Verlegungstag nur die tatsächlich erbrachten Beatmungsstunden gezählt werden können.
    Ist der Aufnahmetag der Aufnahmetag im KH oder auf der ITS?
    Fiktives Beispiel: Patientin wird aufgenommen und erleidet am dritten Tag eine Komplikation, in deren Folge sie beatmungspflichtig wird. Es werden am ersten Tag der Beatmung 9 Stunden Beatmung durchgeführt. Zählen die als 24, weil > 8 und nicht Aufnahmetag oder als 9, weil Aufnahmetag auf ITS?


    Oder:

    Patient wird nach einem prä-Tag um 15:00 Uhr zur OP intubiert und postoperativ (> 24 Stunden) nachbeatmet. Wird der OP-Tag dann mit 24 Stunden (weil > 8 Stunden und nicht Aufnahmetag) gezählt? Ich gehe jetzt mal davon aus, dass der prä-Tag medizinisch indiziert war, sonst wird es noch komplexer.


    In den Beispielen der DKR werden die Patientin ja immer beatmungspflichtig aufgenommen.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo E.Horndasch

    Ich bin zwar kein Jurist und auch sicher, dass der von Ihnen beschriebene Umstand bundesweit zu entsprechenden Kodierungen führt. Aber wenn man mal anders denkt, könnte es doch so aussehen: Wir wollen (und das auch möglichst korrekt) die Anzahl der Beatmungsstunden ermitteln. Die DKR wollen dazu Richtlinien geben, die ja auch Hilfsmittel sein können. Und wir haben beide Füße auf der Erde und behalten sie dort. Welcher Logik sollte es da folgen, wenn nicht der Tag des Beatmungsbeginns gemeint ist sondern der Tag der Aufnahme im KH oder auf der ITS? Mir fällt keine ein, wenn es eben darum geht eine Gesamtbeatmungszeit zu ermitteln. Dass für Operationen eine Sonderregel nötig ist, liegt m. E. auch auf der Hand, da eine Anästhesie eine Atemdepression mit Beatmungspflichtigkeit zur Folge hat, die aber primär keine pathologische Ursache hat, aber bekommt oder wahrscheinlich hat, wenn die Beatmung postoperativ > 24 h andauert. Und dann auch zu Beatmungs-DRG`s führt...

    Aber wg. der Frage der OP-Beatmung und Beatmung danach: Hier halte ich die DKR für 2020 auch eindeutig: "Wenn die maschinelle Beatmung jedoch zur Durchführung einer Operation oder während einer Operation begonnen wird und länger als 24 Stunden dauert, dann zählt sie zur Gesamtbeatmungszeit. Die Berechnung der Dauer beginnt in diesem Fall mit der Intubation..."

    D.h. Nein, die Beatmungszeit beginnt auch im obigen Beispiel mit der Intubation. Oder?

    Aber ich gebe Ihnen völlig recht: Wegen des Beginns der Beatmungszeit sehe ich Gerichte und Schlichtungsausschussköpfe qualmen...

    Gruß

    Bruce

  • Hallo Herr Horndasch,

    dann kommt jetzt mal der böse Jurist... 8o

    Die Formulierung bedient sich ja nun mal der in anderem Kontext feststehenden Begriffe von Aufnahme-, Entlass- und Verlegungstag, die dann im Bereich der FPV immer den Zeitpunkt bezeichnen, zu denen der Patient das Krankenhaus betritt bzw. verlässt und eben nicht stations-/fachbereichsbezogen gewertet werden. In den DKR wird hier nun nicht klargestellt, dass hier insoweit ein anderer Bezugsrahmen gelten soll, weshalb ich die Auslegung, dass es sich also hinsichtlich der Stundenzählung immer nur um diese Tage handeln soll und eben eine interkurrent auftretende Beatmungsepisode dann nach der 8h-Regel zu bewerten ist. Wie Bruce bereits schrieb, wird das dann aber sicher ein weiterer Zankapfel, sobald die "fiktiven" Stunden erlösrelevant werden...


    MfG, RA Berbuir