Hauptdiagnose bei Tumortherapie-Folgeerkrankung?

  • Hallo Medman2,


    Es ist sicher kompliziert, deshalb versuche ich nochmal zu konkretisieren:

    1. der Portinfekt war eine Komplikation der Tumortherapie, deshalb hätte ich für diesen Vor-Aufenthalt nach Schlichtungsspruch wahrscheinlich T82.7 als HD kodiert ( falls eigenständiger Fall ohne FZF wegen Komplikation; und Sie haben das Bronchialkarzinom gewählt, weil der Patient auch noch Schilddrüsenmedikamente einnahm?).


    2. Die Phlegmone als Komplikation der offenen Wunde lässt keinen direkten Zusammenhang mit der Tumortherapie mehr erkennen. Es ist eine typische postoperative Komplikation. Es ist formal eine andere Krankheit, auch wenn Sie medizinisch einen Zusammenhang sehen. Das ist möglich aber spekulativ.


    Und übrigens: Die Komplikationen offener Wunde werden nicht über DKR 0201 sondern in der speziellen DKR 1905 geregelt. Die beiden SDKR sind gleichrangig.

    Insgesamt spricht also m.E. Deutlich mehr für die HD Phlegmone

    Mit freundlichen Grüßen

    Breitmeier

  • Hallo Herr Breitmeier,


    1. Im Voraufenthalt wurde der Port bei Infektion entfernt und die Wunde offen gelassen. Wahrscheinlich habe ich das nicht hinreichend deutlich dargestellt.

    Man lässt Wunden offen, um kein Fortschreiten der Infektion zu provozieren (die sekundäre Wundheilung ist die sicherste). Es geht aber nicht um den Voraufenthalt.


    2. Im jetzigen Aufenthalt ist die - trotzdem - fortschreitende Infektion (Phlegmone) nicht als Folge der Voroperation (im Sinne einer Wundinfektion nach primärer Naht, wie sie bei jeder Operation auftreten kann) anzusehen. Die fortschreitende Infektion in Form der Phlegmone ist als Komplikation der Portimplantation zu werten. Die Patientin hatte übrigens auch noch eine Leukopenie nach Chemotherapie.


    Ich hoffe, die Grundsituation ist jetzt ein wenig klarer.


    Der Umstand, dass es sich formal um zwei unterschiedliche Kodes handelt, ist nicht relevant. Beide Erkrankungen sind zwei verschiedene Ausprägungsformen einer/der Infektion. Der Schlichtungsspruch knüpft nicht an formale, sondern an inhaltliche Kriterien.


    Offen gestanden habe ich Probleme mit dem Schlichtungsspruch. Er ist in sich redundant, was nicht unzulässig ist. Das Ausschlusskriterium, dass "keine anderen Erkrankungen" behandelt werden dürfen, kann ich nur in o.g. Weise interpretieren.


    Wie verstehen Sie denn die Formulierung, dass "keine anderen Erkrankungen" behandelt werden dürfen?


    Viele Grüße


    M2

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