• Info Selter: Eigener Threat für ICD-11. Beiträge aus Klassifikationen und DRG 2021 hierher verschoben.


    Hallo,

    mal nebenbei: Habe von einem Kollegen gehört da braut sich am Horizont noch eine ICD11 zusammen. Wann kommt dann der Wolkenbruch über uns?


    MfG


    rokka

  • Hallo,

    die ICD 11 ist bei der WHO schon fast fertig.

    Soweit mein Englisch dafür reicht, ist es ein völlig anderer Aufbau als bisher.

    Ich denke, aber für das G-DRG-System braucht es noch einige Anpassungen.

    Liebe Grüße aus Sachsen
    D. Zierold

  • ..., ist es ein völlig anderer Aufbau als bisher.

    Hallo,


    nur gaaaanz geringfügig ;).


    Ich bin seit 2015 an der Entwicklung beteiligt, daher ein kleines Beispiel (Stand 2017) für eine bestimmte Fraktur (aus meinem ICD-11-Vortrag auf dem Bonner DRG-Workshop für O&U, 11.1.2018) :


    NB92.25&XX51589411&XJ676705630&XJ1387112294&XJ2006159364&XJ39276591&XX59586526&XX525141167&XX374536195&XE1557893565&XE261448830&XE1743013946&XE1484941503&XE1484941503&XE1374561767


    Falls richtig gezählt, sind es 179 Zeichen.

    Auflösung: Geschlossene, dislozierte Mehrfragmentfraktur medialer Tibiakondylus mit Gelenkbeteiligung bei unbeabsichtigtem Sturz aus x-Metern Höhe während eines Sturms unter Alkoholeinfluss während der Arbeit in der Landwirtschaft (outdoor).


    Man kann also deutlich mehr in einen Kode packen. Natürlich sind dann nicht alle Kodes so lang, wenn man nicht alle möglichen Infos kodieren muss/möchte, aber wenn alleine die Seitenangabe links/rechts schon ein alphanumerischer 11-Steller ist, kann man sich getrost vom Gedanken verabschieden, viele Kodes im Kopf zu haben (zumindest alle ohne photographischem Gedächtnis). Das Prinzip ist darauf ausgerichtet, dass Kodierung (rein) IT-gestützt erfolgt.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hi Dirk,

    Geschlossene, dislozierte Mehrfragmentfraktur medialer Tibiakondylus mit Gelenkbeteiligung bei unbeabsichtigtem Sturz aus x-Metern Höhe während eines Sturms unter Alkoholeinfluss während der Arbeit in der Landwirtschaft (outdoor).

    werden die darin enthaltenen Vorurteile sowie die Art des Rauschmittels noch einmal extra angegeben... :-)


    Grüße

    Burkhard

  • Hätte vielleicht erwähnen sollen:

    Die Berufsgruppe und die Handlung des Beispiels sind frei "erfunden". Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo,

    vielleicht hilft das her in bisschen:

    https://www.dimdi.de/dynamic/d…aq/Wann-kommt-die-ICD-11/

    Haha,


    danke. das hört sich dann ja noch nach vielen Jahren Ruhe an. Wir Deutschen sind da doch ganz genau beim Übersetzen und in verschiedene Systeme integrieren, da gibts dann noch Beratungen und Fachausschüsse und ein paar Meinungsverschiedenheiten zwischen den Interessengruppen, ein paar Gesundheitsministerwechsel und Corona ist ja auch noch nicht aus der Welt...


    und Hr. Selter ich hatte ja gehofft es wird mal einfacher für die KH, richtig zu koderieren, also weniger komplexe Kodierinteraktionen der verschieden Organsysteme und Krankheiten aber bei Ihrem Beispiel bekomme ich etwas Angst als Internist...(vor allem die AWP wirds dann ja wohl nie mehr geben, da wird ja immer was in der Historie fehlen ;-))


    bin gespannt


    rokka

  • "Die ICD-11 soll am 1. Januar 2022 in Kraft treten; erst nach einer flexiblen Übergangszeit von 5 Jahren sollen Todesursachen ausschließlich mit der ICD-11 kodiert werden."

    Alle anderen Infos kann man auf der DIMDI-Webseite erfahren:)

  • "Über den konkreten Zeitpunkt einer Einführung der ICD-11 in Deutschland sind noch keine Aussagen möglich."


    "Als modifizierte ICD-10-GM (German Modification) dient sie in vielen Anwendungssystemen der Kodierung der Morbidität. Viele etablierte Prozesse basieren auf der ICD-10-GM: z.B. Abrechnung stationärer und ambulanter Leistungen, Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich, Qualitätssicherung, Epidemiologie und Statistik.

    Während eine Übernahme der ICD-11 für die Todesursachenkodierung vergleichsweise leicht umsetzbar ist, erfordert eine Übernahme für die Morbiditätskodierung in der Regel vielfältige nationale Anpassungen. Dies gilt auch für Deutschland."


    https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassifikationen/icd/icd-11/