Begutachtung der Einhaltung von OPS-Struktumerkmalen § 275d Abs. 1 Satz 1 SGB V, Richtlinie MDS

  • Guten Tag,

    immerhin wurde auch nach Ihrer Auffassung generalisiert. Gleichwohl findet sich trotz des Urteils des BSG aus 2013 keine Vorgabe im OPS. Das bestätigt einmal: Wenn der OPS etwas zulasten (oder besser: zu den Pflichten) des KH vorgibt, wird streng nach Wortlaut geurteilt. Wenn es eine solche Vorgabe nicht gibt, wird etwas interpretiert und zusätzlich eingeführt. Denn auch dieses BSG Urteil ist nicht im Sinne einer strengen Wortlauterfüllung gesprochen worden. So schaukeln sich die Ansprüche aus Komplexziffern im Laufe der Jahre auf.

    Gruß

    merguet

  • Guten Abend,


    ich versuche noch, das Wort "hinzuzuziehen" zu verstehen. Lässt sich das nicht durch eine telefonische Rufbereitschaft realisieren?


    Und: Müssen wir hier wirklich auf die Gerichte warten, weil die Klarstellung ein verschriftlichter Rohrschach-Test ist?


    Persönlich bin ich erleichtert, dass der MD dem Abwertungs-Wettlauf etwas entgegensetzt. So konnte er der 5%-igen Prüfquote eine selbstgeschriebene Prüf-Richtlinie entgegensetzen, ansonsten hätte der Stellenplan "Ärzte" abgewertet werden müssen...


    Viele Grüße aus Mannheim,

    123

  • Guten Tag Zusammen,


    123: m.E. dürfte "hinzuziehen" auch durch eine Rufbereitschaft abzudecken sein, wenn beispielsweise eine Diagnose und/oder die weitere Behandlung mit dem in Rufbereitschaft stehenden Arzt abgesprochen werden kann. Dafür braucht es keinen Arzt-Patienten-Kontakt, da Beschwerdebild und Symptomatik des Patienten eben auch telefonisch übermittelt werden können. Hierfür spräche auch die gängige Klinikpraxis (Stichwort: Kooperation/Konsil - z.B. Rufbereitschaft Laborarzt).


    Ansonsten bin ich der Meinung, dass auch dieser misslungene Versuch des Gesetzgebers, das System der Kostenträgerstreitigkeiten zu entlasten, durch die Sozialgerichte geklärt werden muss (leider). Bisher haben alle Neuerungen durch Gesetze in unserem Bereich eine Klagewelle ausgelöst.


    Beste Grüße, VK

  • Guten Tag,

    auf Seite 3 heißt es:

    "


    Aktualisierung 18.11.2021: Der Begutachtungsleitfaden wurde zum 18. November 2021 überarbeitet.

    Am 26. Oktober 2021 hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rückwir-kende Klarstellungen gemäß § 295 Absatz 1 Satz 8 und § 301 Absatz 2 Satz 6 SGB V zu Strukturmerk-malen des Operationen- und Prozedurenschlüssels 2021 veröffentlicht. Vor diesem Hintergrund ent-fallen die SMB 05 und 35. Bei den SMB 01, 04, 07, 10, 24, 25, 40, 42 und 43 sind entsprechende An-passungen erfolgt.

    In der tabellarischen Übersicht der Strukturmerkmalbewertungen auf den Seiten 25–26 ist die Spalte „Zeitraum OPS-Merkmal" ersetzt worden durch die Spalte „Bemerkungen". "


    Gruß


    merguet

  • Spannend:

    Die Klarstellung des OPS 2022 zur Frage der Erfahrung und des "Kennens" der Patienten sind hier offenbar nicht mehr erwähnt oder kommentiert.

    Gruß

    merguet

  • 15. Dezember und es steht immer noch ein StrOPS-Ergebnis aus - wäre schon langsam interessant zu wissen, was wir in 2 Wochen machen. Geht es nur mir so?

  • Hallo,

    wir haben am Montag zwei Bescheide vom MD Bayern erhalten. Prüfung war am 13.10.2021.

    Laut Auskunft Dr. Dirschedl aus BaWü in einem Seminar von letzter Woche (09.12.) schaffen sie es nicht alle Anträge aus 2021 auch in 2021 zu verbescheiden.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Guten Morgen,


    zur Info: aktuell gipfelt im Bereich Berlin-Brandenburg die Bearbeitung der Anträge zu "erstmaligen" OPS und deren Strukturprüfungen in konsequente Ablehnungsbescheide durch den MD, wenn diese OPS im Jahr 2021 noch nicht erbracht wurden bzw. werden (häufig der Fall, wenn OPS z. B. ab 01.01.2022 geplant). 4seitige bürokratische und juristisch unterzeichnete Bescheide, deren juristische Haltbarkeit jedoch nach ebensolcher Expertise der Klinikseite incl. Landeskrankenhausgesellschaft nicht gegeben ist.

    Es bleibt mal wieder dabei, dass die Kliniken "hinterherlaufen" müssen und am Zuge sind mit Widersprüchen, statt dass ein laufendes Antragsverfahren sinnvoll aufrecht erhalten wird mit Abgleich geeigneter Prüfzeiträume etc.


    Dieses nicht mehr nachvollziehbare Verhalten (nur des regionalen MD BB?) setzt sich dann fort in der Absurdität, dass bei uns z. B. eine "turnusgemäße" Prüfung ebenfalls im Ablehnungsbescheid endet, da der zu prüfende Bereich zum Zeitpunkt des "benannten" Prüfzeitraums coronabedingt geschlossen war und somit z. B. keine Dienstpläne vorgelegt werden konnten. Es erfolgt ein Ablehnungsbescheid im Tonfall und Tenor des aufgesetzten Textes "Verschulden der Klinik," ein Widerspruch kann eingelegt werden ...


    Da fasst man sich ob solcher Stumpfsinnigkeit nur noch an den Kopf. Bei uns erfolgte nach Bekanntgabe des (bürokratisch direktiv festgesetzten) Prüfzeitraumes sofort Rücksprache mit den MD-Verantwortlichen mit Bitte um Anpassung. Und - dem geneigten Leser ist jetzt schon klar - das Behördenmonster nimmt Anlauf und teilt fröhlich mit "tja, das geht jetzt aber nicht, da erhalten Sie einen Ablehnungsbescheid. Sie können dann ja ohne Probleme einen Widerspruch einlegen. Dann kann man eine Wiederholungsprüfung beantragen ...." ((Bem.: bei einer Wiederholungsprüfung wird dann grundsätzlich auch nach einem Jahr schon erneut geprüft, egal welcher OPS).

    Auch hier wieder die Situation der ungleichen "Waffen": MD baut sich irgendein Konstrukt, setzt fest, Klinik ist machtlos und kann hinterherlaufen und muss sich dann quasi als "Schuldner" auch noch mit der nächsten erneuten Prüfung nach einem Jahr abfinden.

    Sämtliche mir bekannten Interventionen auch auf höherer Ebene haben diesbezüglich nichts erreicht. Offizielle Stellungnahme(n) unseres MD halbgar, die o. g. Vorgehensweise rechtfertigend und fortführend.


    Gibt es in anderen Bundesländern ähnliche ernüchternde Konstellationen? Gibt es womöglich eine zündende Idee, wie man gegen solch bürokratischen Wahn- und Unsinn noch vorgehen kann?

    Der MDS hat´s in jahrelanger Vorbereitung nicht geschafft, die bekannten Schwachstellen der STROPS zu bereinigen und die Landes-MD´s verschanzen sich hinter den in ihren Augen einzig richtigen Auslegungen.


    VG

    geoff