Was machen wir eigendlich mit den DRG Daten?

  • Hallo liebe MedCo`s


    wer von euch nutzt eigendlich seine DRG Daten nicht nur zur Erlössicherung. Wenn ich so an meine Historie und an die von Herrn Roeder denke sind wir doch wohl über einen ganz anderen Ansatz zu der Notwendigkeit der Analyse und Gruppierung von Medizinischen Diagnosen und Behandlungsdaten gekommen.
    Die Datenbasis welche mit dem DRG System geschaffen wird ist viel besser nutzbar als damit nur Geld zu erzielen. Wir wissen zum Beispiel mit den nun besser werdenden Behandlungsdaten auch eine ganze Menge über unsere Partner wie Patienten und Krankenkassen.
    Die Kostenträger werden zukünftig dieses Potenzial zur Steuerung nutzen!
    Solche Aspekte sind in meiner Kenntniss in den zur Zeit kommerziel angebotenen Analyse Tools nur sehr rudimentär vertreten. Wer von euch schaut sich zum Beispiel auch den Zuweiser der erlösten DRG an oder wer den Patienten weiterbehandelt. Oder aus welcher Region der Patientenkreis einer DRG ist? Diese Fragen werden ab 2005 auf die MedCo`s mit dem Schwerpunkt "Leistungssteuerung" zukommen.


    Kurzum sooltem wir nicht zum Beispiel mal interessierende Fragen sammeln? So nach dem Motto: Ich schaue mir folgendes in den DRG Daten an weil!


    Michael Kilian
    Med. Informations- u. Qualitätsmanagement
    Evangelische Kliniken Gelsenkirchen

    Michael Kilian

  • Lieber Herr Kilian,


    ein interessanter Aspekt wäre sicherlich, die unter DRG deutlich erweiterte (und hoffentlich auch verbesserte) Datenlage auch für epidemiologische Studien zu nutzen. Hier sitzen vor allem die Kostenträger an der Quelle, da hier die Informationen zusammenfließen. Da aber deren Interesse vermutlich weniger medizinisch-wissenschaftlicher, sondern vielmehr vorwiegend pekuniärer Natur sein dürfte, wäre die Errichtung einer unabhängigen Datensammelstelle sinnvoll, bei der sich dann Wissenschaftler genauso wie Gesundheitsökonomen bedienen dürfen. Der Umgang mit diesen Daten, bestehend aus den kompletten Diagnosen und Prozeduren aller stationär behandelter Patienten muss natürlich unbedingt sehr verantwortungsvoll sein, kann aber in der Gesundheitsforschung sicher große Dienste leisten.


    Spannender Gedanke für so einen Samstag Abend,


    CU
    --
    S. Siefert
    Hamburg
    http://www.dr-siefert.de


    PS: Dazu sind aber auch an die Qualität der Daten sehr hohe Anforderungen zu stellen, wenn ich hierzu auf mein gerade gepostetes Thema http://dedi694.your-server.de/…ead.php3?id=189&BoardID=1 Kodierung des körperlichen Missbrauchs verweisen darf, sind meine Erwartungen nicht allzu groß.


    [ Dieser Beitrag wurde von siefert am 20.10.2001 editiert. ]

    wertschätzende Grüße an
    alle Gesundmacher(innen)
    und Gesundmacher(innen)bezahler(innen),
    Dr. S. Siefert
    Medizinmanagement und Arzt
    Kath. Kinderkrankenhaus Wilhelmstift
    Freie und Hansestadt Hamburg

  • Hallo Herr Siefert,



    .... sind meine Erwartungen nicht allzu groß...


    Da möchte ich mich Ihrer Meinung anschließen, ich denke hierbei auch an die fehlenden V.a. / A. v. Diagnosen, oder vielmehr die trotz Ausschluss kodierten Diagnosen.


    Gruß
    C.Rehrl

  • Zitat


    Original von C_Rehrl:



    .... sind meine Erwartungen nicht allzu groß...


    Ihre dargestellten Argumente verstehe ich. Mein Ansatz geht auch eher in lokale / regionale und damit überschaubare und validierbare Daten. Wenn ich mir hier im Ruhrgebiet mal so die Erkrankungsmuster und das Patientenalter anschaue kann ich schon beinnahe auf die Krankenversicherung tippen. Schauen sie sich mal die Alterstrukturen der einzelnen Krankenkassen an und vergleichen dies mit den Anfragen des MDK zu diesen Kassen. Hier können Sie zukünftige Gewinner und Verlierer sehen.
    Wir haben übrigens intern an den A und V Diagnosen festgehalten. Wir übermitteln diese Zusätze eben nicht an die Kostenträger. Bei diesem Verfahren bedarf es aber einer Einzelfallkontrolle des Datensatzes. Denn nur das Weglassen der Kennung ist nicht immer mit den Kodierregeln konform. Dies gilt besonders bei Verlegeungen.


    Michael Kilian
    Med. Informations- u. Qualitätsmanagement
    Evangelische Kliniken Gelsenkirchen

    Michael Kilian