OPS 1-717 - Feststellung des Beatmungsstatus und des Beatmungsentwöhnungpotentials - Kodiervoraussetzungen

  • Liebes Forum,


    zum OPS 1-717 - Feststellung des Beatmungsstatus und des Beatmungsentönungspotentials - sind folgende Voraussetzungen unstrittig:

    - Patienten, die bei stationärer Aufnahme das 14. Lebensjahr vollendet haben
    - Weiterbehandlung nicht auf einer spezialisierten Beatmungsentwöhnungseinheit


    In den Hinweisen wird eine MUSS-Regel ausgeführt:

    "Diese Kodes sind für Patienten anzugeben, die über Tubus oder Tracheostoma beatmet entlassen oder verlegt werden sollen (...)"
    Hier werden keine Angaben über die Dauer der Beatmung gemacht

    Weiter wird in den Hinweisen eine KANN-Regel beschrieben:
    "Diese Kodes können auch im Laufe der Behandlung für Patienten angegeben werden, die über Tubus oder Tracheostoma beatmet werden, wenn die Dauer der Beatmung entsprechend den Regelungen der Deutschen Kodierrichtlinien zur Berechnung der Beatmungsdauer ab Beginn der Beatmung mehr als 95 Stunden an aufeinanderfolgenden Tagen beträgt"
    Somit schließt sich die die gleichzeitige Kodierung der OPS 8-718.__ nicht aus, ist aber nicht zwingend.


    Somit wäre der OPS 1-717._ auch zu kodieren , wenn der Patient weniger als 95 beatmet wurde und dann beatmet entlassen/verlegt wurde. Die KANN-Regel tritt dann natürlich nicht in Kraft, OPS 8-718.__ ist nicht kodierbar.

    Dieser Lesart scheinen etliche Mitstreiter nicht zu folgen, so dass immer wieder zu hören ist, der OPS 1-717._ wäre erst bei einer Beatmungsdauer >95 Stunden kodierbar.


    Wie ist die Interpretation hier im Forum?
    Bin sehr gespannt auf durchdachte Rückmeldungen ;)


    Liebe Grüße,

  • LongCoder

    Hat den Titel des Themas von „OPS 1-717 - Feststellung des Beatmungsstatus und des Beatmungsentwähnungpotentials - Kodiervoraussetzungen“ zu „OPS 1-717 - Feststellung des Beatmungsstatus und des Beatmungsentwöhnungpotentials - Kodiervoraussetzungen“ geändert.
  • Hallo LongCoder,


    schauen Sie mal bitte in der Vereinbarung 20211026_BBEP.pdf


    § 2 Abs. 2:

    Die Feststellungsuntersuchung ist für die Zwecke dieser Vereinbarung bei Patienten zu erheben, die invasiv beatmet entlassen werden und die


    a) bei stationärer Aufnahme das 14. Lebensjahr vollendet haben und

    b) mehr als 95 Stunden gemäß DKR 1001 an aufeinanderfolgenden Tagen ab Beginn der

    Beatmung am Standort des Krankenhausesl über Tubus oder Tracheostoma beatmet

    wurden und

    c) weiterhin fortlaufend invasiv über Tubus oder Tracheostoma gemäß DKR 1001

    beatmet werden.


    Die Vereinbarung steht als Abrechnungsvereinbarung analog zu den DKR über dem OPS.


    Viele Grüße


    M2

  • Ich möchte medman2 widersprechen.

    Zitat

    Die Feststellungsuntersuchung ist für die Zwecke dieser Vereinbarung […]

    Die Regelungen der B-BEP-V sagen nichts über die korrekte Kodierung gemäß DKR aus, sondern lediglich über die finanziellen Auswirkungen des Fehlens des 1-717._ (bzw. letztlich dessen Voraussetzungen).


    M.E. kann der 1-717._ immer genutzt werden, auch bei =< 95h; Voraussetzungen müssen natürlich erfüllt sein.


    Dazu muss der Pat. auch nicht über Tubus/Tracheostoma beatmet/verlegt entlassen werden.

    Vgl.: "Diese Kodes sind nur für Patienten […]" vs. "Diese Kodes sind für Patienten anzugeben […]" (Hinweis 1 und 2 zu 1-717). Wenn in dem einem Hinweis "nur" steht, in dem anderen nicht, dann ist letzterer gerade kein Ausschlußkriterium.

  • Hallo Forum,

    Guten Tag THess,


    Vgl.: "Diese Kodes sind nur für Patienten […]" vs. "Diese Kodes sind für Patienten anzugeben […]"

    die Kodierung hängt von dem Entlassungsstatus ab. Dies ist auch im OPS so benannt. Um Ihren Hinweis zu vervollständigen hier der gesamte Text:

    "Diese Kodes sind für Patienten anzugeben, die über Tubus oder Tracheostoma beatmet entlassen oder verlegt werden sollen, sofern der Patient nicht auf einer spezialisierten Beatmungsentwöhnungs-Einheit weiterbehandelt wird"

    Daraus sollte klar werden das eine Kodierung und damit eine Übermittlung an die KT nur erfolgen kann wenn die o.g. Bedingungen erfüllt sind. Das man den OPS kontinuierlich durchführen (muss) sollte ist nicht davon abhängig ob dieser verschlüsselt wird. Das war einmal anders gedacht, aber dann ist es anders gekommen.

    Ein schönes WE

    8) Stefan Schulz, Med. Controlling