Strategisches Verschlüsseln

  • Hallo,


    bei der Durchsicht der Forumbeiträge erkenne ich natürliche meine eigenen Fragen wieder (mehrfache Dialyse, ZVK usw.)
    Beide Grouper, die ich benutze (3M, KODIP)liefern das gleiche Resultat auf das Verschlüsseln von Prozeduren und Diagnosen:
    1. Auch wenn die Hauptdiagnose festgelegt ist, überlege, ob es nicht mehrere Hauptdiagnosen gibt (und wähle die günstigste, z.B Urosepsis vs. Sepsis nicht näher bez. Erreger)
    2. Beachte die Gewichtung der Nebendiagnosen (ab dem Verschlüsseln von 5 Nebendiagnosen hört der Spaß auf)
    3. Gibt es eine diagnostische Prozedur (gut !)
    4. gibt es eine therapeutische Prozedur (besser !!!)
    5. Gibt es jemand, der Primärverschlüssler motiviert und anleitet, aber auch kontrolliert (absolut notwendig)


    Mehr als eine diagnostische oder therapeutische Prozedur ergibt jedoch keine Steigerung des RG...warum sollte es dann eigentlich verschlüsselt werden (außer aus epidemiologischen Gründen.
    Und es ist doch absehbar, dass eine (zu gute) Verschlüsselung, die eine Kostensteigerung im Krankenhaussektor bewirkt, durch die Senkung des Kostengewichts so ausgeglichen wird. Resultat: die Beitragsstabilität der Krankenkassenbeiträge bleibt erhalten


    Grüße GPoschmann

  • Zitat


    Original von GPoschmann:
    Mehr als eine diagnostische oder therapeutische Prozedur ergibt jedoch keine Steigerung des RG...


    :ops: Es gibt ein paar (AR-)DRGs, die auf 2 parallel angegebenen Prozedurenkodes beruhen:
    F03 OPs an den Herzklappen; mit invasiver Herzuntersuchung; mit HLM
    F05 Koronar-Bypass-OPs; mit invasiver Herzuntersuchung
    F07 Andere OPs an Herz, Thorax, Gefäßen; mit HLM
    F15 Perkutane Koronarangioplastie; ohne akuten Herzinfarkt; mit Stent Implantation
    H03 Cholezystektomie bei DHC-Verschluss
    J02 OPs am Bein; mit Hauttransplantat /-lappenkorrektur, mit Ulcus /Zellulitis
    J03 OPs am Bein; mit Hauttransplantat /-lappenkorrektur, ohne Ulcus /Zellulitis


    mfG


    Christoph Hirschberg


    [ Dieser Beitrag wurde von C-Hirschberg am 23.10.2001 editiert. ]

  • Da laut Fr. Raskop von der DKG die Früheinsteiger ab 2003 den Original-Australien-Algorhythmus bekommen (nur mit anderen Relativgewichten) erscheint es außerdem sinnvoll, die knappen Personalressourcen zur Nebendiagnosenverschlüsselung insbesonders der 2000+ RELEVANTEN ND einzusetzen, also darauf zu achten, daß diese in den gängigen Hitlisten auftauchen. Die Häuser, die an der Kostenkalkulation teilnehmen, sollten davon natürlich Abstand nehmen.
    :besen: :icd: :besen: :ops: :besen:


    [ Dieser Beitrag wurde von Hab-StElisabeth am 30.10.2001 editiert. ]

    Jan Haberkorn
    Internist/Medizincontroller
    St. Elisabeth-Krankenhaus Köln

  • Hallo NG,


    <hab st elisabeth>
    erscheint es außerdem sinnvoll, die knappen Personalressourcen zur Nebendiagnosenverschlüsselung insbesonders der 2000+ RELEVANTEN ND einzusetzen, also darauf zu achten, daß diese in den gängigen Hitlisten auftauchen. Die Häuser, die an der Kostenkalkulation teilnehmen, sollten davon natürlich Abstand nehmen.
    </hab st elisabeth>


    ...diese Häuser müssen für den gleichen CMI mehr verschlüsseln, da sie auch die &quot;unrelevanten&quot; ND verschlüsseln müssen.
    Schließlich muss irgendwer ja für uns die australischen DRGs vom Mond auf den mitteleuropäischen Boden zurückholen.
    Aber da selbst mitzumachen fällt doch schwer, oder?


    Freundliche Grüße


    Christian Jacobs


    PS mir ist völlig klar, wie kurzsichtig diese Sichtweise ist, aber wie man bis 1.1.2002 noch mal eben so einigermaßen kosten- und personalneutral die Fallkostenzuordnung zusammenstricken soll, ist sicher nicht nur mir schleierhaft.
    Glücklich die, die seit Jahren sowas haben: Bitte macht schöne DRGs für uns alle!