MRT-Fusionsbiopsie der Prostata

  • Liebe KollegInnen, folgende bekannte Frage (ich habe hier im Forum geschaut, aber nur jahrealte Anfragen u Antworten gefunden, die zu meiner Anfrage passen):

    Klinisch nehmen wir überwiegend auf Einweisung eines Urologen Patienten zur MRT-Fusionsbiopsie der Prostata auf und führen diese (Sättigungsbiopsie, mindestens 12-fach RRANDOM plus 3x je ROI) dann in Narkose durch, der Patient erhält einen Spülkatheter und bleibt eine Nacht liegen. Welchen Erlös setzt man unter welcher Anwendung von Ziffern (DRG) maximal um? Welche Abschläge hat man, insbesondere wenn dies ambulant erbracht würde bzw. lässt sich dies abbilden? Ist dei Pathologie in der DRG enthalten oder wird diese separat von der Kasse getragen. Im PKV-System ist das alles natürlich kein Thema, bei der GKV schon, insbesondere wegen dem ambulanten Charakter.


    Wie sieht das in einem MVZ aus, welches ein Fusionsgerät hat? Hier ist mir maximal die Anwendung OPS-Ziffernkette nach ""Aufwertung"" von maximal 190€ Erlös bekannt, aber davon kann kein Arzt ein Fusionsgerät in der Niederlassung amortisieren. Hat hier jemand Erfahrung?


    Zusammenfassend, was setzt die Klinik im stationären Fall um, was der Arzt ion der Niederlassung und was ist in dem Erlös enthalten?

  • Hallo pieinw001,

    ich hätte zwar noch ein paar Fragen (Wird die Biopsie transrektal oder perkutan am Perineum gemacht? Wieviel Biopsien werden insgesamt genommen > oder < 20 ?). Wenn Sie nur die Diagnostik machen, liegt ja nur ein Tumor unspezifizierter Dignität vor D40.0 oder warten Sie auf den in der DRG inkludierten Pathobefund? Das sollten Sie tun, denn dessen Ergebnis kann bösartig (HD C61) oder gutartig (D29.1 oder N40) ergeben. Sie geben eine (echte) Narkose an. So diese durchgeführt und dokumentiert wurde, käme 8-900 in Frage, eine Analgosedierung bei Erwachsenen wäre jedoch enthalten.

    Daher kämen stationär in Frage (bei VWD 1 Tag und Erlöse abhängig vom jeweiligen Basisfallwert, hier verwendeter BBFW geschätzt 4.561,37 EUR)

    Alles nur beispielhaft und unvollständig, sollte stationär überhaupt ein Tag abgerechnet werden können und ohne weitere Morbidität:

    1. unklare Neubildung Prostata HD D40.0 bei perkutaner Biopsie mit mehr als 20 Zylindern die M60B (1564,55 €, inkl. Pflege 1781,9 €)

    2. bösartige Neubildung Prostata HD C61 selbes Ergebnis

    3. gutartige Neubildung Prostata HD D29.1 bei perkutaner Biopsie mit mehr als 20 Zylindern die M64Z (1176,83 €, inkl. Pflege 1388,38 €)

    4. gutartige Neubildung Prostata HD N40 bei perkutaner Biopsie mit mehr als 20 Zylindern die M64Z (1687,71 €, inkl. Pflege 1895,96 €)

    und wieder von vorn:

    5. unklare Neubildung Prostata HD D40.0 bei transrektaler Biopsie mit mehr als 20 Zylindern die M06Z (1943,14 €, inkl. Pflege 2169,29 €), etc

    Will sagen: Je nach Kombination aus Hauptdiagnose, Alter, durchgeführter Prozedur (z.B. Anzahl der Zylinder), Verweildauer und Basisfallwert kann sich ein anderer Erlös ergeben. Den Hinweis auf die Bildfusion MRT und Endosono gibt es nur bei der transrektalen Biopsie, dann ist womöglich der OPS unter 1-466 passend.

    Das müssten Sie dann entsprechend anpassen und testen. Die Pathologie der Raumforderung ist inkludiert, sie wird über die jeweilige Hauptdiagnose dargestellt.

    Ich hoffe, ich konnte vorerst weiterhelfen, Ihre Frage ist nicht "einfach so" beantwortbar (zu viele Parameter). Man hat auch keine "Abschläge" bei ambulanter Erbringung, da die DRG nicht ambulant abzurechnen ist. Man hat dann schlichtweg keinen stationären Aufenthalt und somit auch gar keinen DRG-Erlös.

    Beste Grüße
    B. Sommerhäuser

  • Sehr geehrter Herr Sommerhäuser, DAS ist eine wirklich prima Antwort auf meine Frage und vollumfänglich. Naja, in beiden Fällen erfolgt die Biopsie perineal, einmal stationär >20 PEs, daneben in der Praxis nur gezielt die ROIs aus dem mpMRT und dann zusätzlich an 6 definierten Stellen noch je eine PE, exemplarisch in der Regel max. 15PEs. Überwiegend ergibt sich bei der richtigen Indikation schon, was im MRT vermutet wird, sodass die Diagnose dann C61G lautet. Stationär wird dies in Narkose erbracht, es wird zwecks Liegedauer einer Nacht dann zusätzlich ein Spülkatheter eingelegt, der wird am Folgemorgen der PE dann entfernt und der Patient nach einem Restharnsono entlassen. Dem gegenüber liegt die aktuelle Vergütung im ambulanten Setting nach Setzen der Biopsieziffern nach EBM (OPS-Kodizes) bei gerade einmal 190€ (!!!). Darin enthalten ist die Zeit, der Arzt, das Gerät, das Equipment und die MFA. Daher meine Anfrage, da ich in Anbetracht der erheblichen Anschaffungskosten doch Selektivverträge mit den Kassen anpeile. Fraglich ist natürlich, ob die Pathologie (also die Histologie) in der DRG im KH-Aufenthalt intus ist, denn die geht zumindest ambulant separat über EBM.