Hybrid DRG - Pflegegrad wird verspätet gemeldet

  • Guten Morgen,

    wir haben vermehrt das Problem das Pflegegrade nicht unmittelbar zu Verfügung stehen. Beispiel der Fall kommt zum Herzkatheter. Keine Besonderheiten und Pflegegrad nicht bekannt. Steuerung erfolgt laut System als Hybrid. Patient wird am Abend entlassen. Abrechnung somit abgeschlossen. Dann nach einigen Tagen Meldung vom Pflegegrad 4 durch die Kasse. Somit kein Hybrid...Ambulant ebenfalls nicht. Also stationärer Tagesfall.

    Haben sie diese Problematik ebenfalls? Machen diese "stationären Tagesfälle" bei ihnen Probleme?

    Gruß Attila

  • Guten Morgen,


    sorry für die vielleicht blöde Frage, aber sieht man solchen Pat. mit Pflegegrad 4 das nicht schon irgendwie an (um ggf. bezüglich des Pflegegrades kurzfristig "nachfassen" zu können)? Abgesehen davon sehe ich in Konstellationen, wie Sie sie schildern (same day discharge) das Risiko, dass Ihnen der Fall auf AOP heruntergeprüft wird, wenn Sie Ihn als aDRG laufen lassen.

    Beste Grüße

  • Hallo,

    sollte man meinen, aber nicht jeder hat dieses Talent;) AOP geht ebenfalls nicht, weil Stufe 4 auch hier ein Kontextfaktor ist.

    Auf was soll man hier nun runterprüfen? Hat hier schon jemand den Ideenreichtum der Kassen/MD genießen können?

    Gruß Attila

  • Moin,
    Die Kontextfaktoren bei AOPs wirken anders als bei Hybrid-DRGs.
    Siehe §8 Abs. 1 AOP-Vertrag:

    "Dennoch kann jede Leistung auch bei Vorliegen eines Kontextfaktors oder mehrerer Kontextfaktoren weiterhin ambulant erbracht werden, sofern dies aus medizinischen Gründen vertretbar ist."

    BG, Jan Helling

  • Hallo Attila,

    bei uns trat diese Fragestellung noch nicht auf, glücklicherweise.
    Moniert die Kasse mit der Meldung Ihre bereits vollzogene Hybrid-Abrechnung, oder ist der Fall bei Ihnen noch offen, wenn die Info von der Kasse kommt?

    Gruß,
    fimuc

  • Hallo,

    die Lösung ist gang einfach: keine Abrechnung ohne KOUB, wo der Pflegegrad drin steht.

    Dann spart man sich zumindest die Diskussion mit der Kasse und kann den Patienten ggf. entsprechend umswitchen.

    Liebe Grüße aus Sachsen
    D. Zierold

  • Hallo,

    stimmt. Dürfte eigentlich auch nicht passieren, da die Fälle innerhalb der 21 Tage (evtl. Nachbehandlung) nicht abgerechnet werden sollten.

    So war es jedenfalls besprochen...;)

    Gruß Attila

  • Hallo,

    vermeiden lässt sich die Problematik mE. nur, wenn die präinterventionelle Vorbereitung

    - im Rahmen eines vorstationären Besuchs

    - ca. 7 Tage vor dem geplanten Eingriff

    stattfindet. Dann muss die KK eine KOUB schicken, und Sie haben rechtzeitig vor der Intervention diese Informationen vorliegen.

    Am Ende muss dieser vorstat. Tag ggf. wieder storniert werden.

    Gruß, fimuc

  • Hallo,

    dumm gelaufen; geplante Entlassung am Interventionstag ist dann wohl ambulante Erbringung. Bei einer EW haben Sie noch die Möglichkeit vorstationär abzurechnen. Ansonsten klingt es nach einem Kostensparmodell der KK.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch