Diabetes mellitus

  • Hallo Forum,


    ab wann ist ein Diabetes mellitus entgleist und wann nicht??
    Darüber sind der MDK und die KK und wir geteilter Meinung!
    Gibt es Richt- Leit- oder sonstige Linien die da etwas Klarheit reinbringen?? Die ICD's sind nicht das Problem, die :kr: sagen "retrospektiv nach Stoffwechsellage" und diese Stoffwechsellage wird unterschiedlich interpretiert.
    Wer kann mir da weiterhelfen???


    sonnige Grüße aus Nürtingen
    Daniela Bahlo-Rolle





    :vertrag: :huhn: :kong: :roll: :dance1: :dance1:

    Mit freundlichen Grüßen aus Nürtingen


    D. Bahlo-Rolle :d_niemals: :d_pfeid: :sonne:

  • Hallo Forum,


    hallo Frau Bahlo-Rolle,


    welche Vorstellungen haben denn MDK und KK von einem entgleisten Diabetes mellitus? Und worauf stützen diese ihre Einteilung?


    Am einfachsten wäre es natürlich, wenn irgendeine Maßzahl, wie z.B. der HbA1c-Wert, zur Definition herangezogen werden könnte.
    Z.B. Ab HbA1c >7 = D.m. entgleist.
    Wenn Medizin immer so einfach wäre!


    Letzten Endes entscheidet der behandelnde Arzt, ob er einen Dm als entgleist bezeichnet und er deshalb Therapien ändert und Diagnostik anordnet.


    Schöne Grüsse aus Rosenheim, tropisches Klima.


    Nusser
    :D

    [mark=grey]Schöne Grüsse


    F. Nusser[/mark]

  • Hallo,


    irgendeine offizielle ~°-Linie gibt's von unserem MDK noch nicht (ist wohl in der Mache), aber bislang wurde als entgleist von den beiden bei uns im Haus tätigen MDK-Ärzten anerkannt, wenn
    in BZ-Profilen dauernd stark übehöhte BZ-Werte dokumentiert sind oder
    in BZ-Profilen stark wechselnde BZ-Werte dokumentiert sind oder
    HbA1 oder Hb1C oberhalb der Norm liegen.
    Damit können wir (v.a. unsere Internos) gut leben und deshalb wird's auch so akzeptiert.



    --
    Michael Hönninger
    FA Anästhesiologie / Notfallmedizin
    MedizinController
    Städt. Krankenhaus
    Frankenthal (Palz)

    Michael Hönninger
    FA Anästhesiologie / Notfallmedizin
    [glow=#FF0000,3]MedizinController[/glow]
    Stadtklinik Frankenthal

  • Hallo,


    vielleicht sollten wir uns auch Gedanken machen, was wir darunter verstehen, nicht nur nach dem MDK fragen.


    Mein Vorschlag:


    Kein HbA1c,


    sondern BZ > 300 mehr als einmal, an mehr als einem Tag


    oder


    Hypoglykämie.


    Letzlich entscheidet der behandelnde Arzt, solange es nicht genauer geregelt ist.


    :jay: :egypt:


    Gruß Mautner

    Viele Grüße von


    Mautner

  • Hallo,


    hierzu gab es schon eine entsprechende Diskussion, siehe hier (dort Verweis auf ausführlicheren Thread).


    Gruß
    --
    D. D. Selter

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo,


    aber nur im ersten Thread geht es um die Frage, die hier diskutiert wird.


    Und daher, weil auch dort das HbA1c steht:


    Die Frage, ob ein Diabetes akut (nur darum kann es m.E. gehen) entgleist ist, kann ich nicht dem HbA1c, sondern nur mit dem BZ-Wert entscheiden, s.o.


    Übrigens ist auch nicht jeder Diabetes als Hauptdiagnose entgleist:
    Einen Pat. mit diabet. AVK, aufgenommen in der Chirurgie zur Bypass-OP, muß ich laut DKR 401b, Beispiel 8 mit Diabetes als HD so verschlüsseln:


    "Ein Patient mit Diabetes mellitus Typ I mit peripheren vaskulären Komplikationen in Form
    einer Atherosklerose der Extremitätenarterien mit Ruheschmerz wird zur Bypass-Operation
    (alloplastisch) aufgenommen.
    Hauptdiagnose: E10.50† Primär insulinabhängiger Diabetes mellitus [Typ-IDiabetes]
    mit peripheren vaskulären Komplikationen,
    nicht als entgleist bezeichnet
    Nebendiagnose(n): I79.2* Periphere Angiopathie bei anderenorts klassifizierten
    Krankheiten
    I70.22 Atherosklerose der Extremitätenarterien mit
    Ruheschmerzen
    Prozedur(en): 5-393.42 Anlegen eines iliofemoralen Bypass
    5-930.4 Alloplastisches Transplantat".



    Viele Grüße


    Ich geh jetzt in Urlaub


    Mautner

    Viele Grüße von


    Mautner

  • Hallo Frau Bahlo-Rolle,


    das Problem ist hier (wie bei vielen anderen Diagnosen auch) der Graubereich, der durch die "Gummiformulierung" entsteht und bis zur klaren Regelung sicher immer ein Streitpunkt bleiben wird.
    Wir haben uns (intern) mit dem MDK so geeinigt:
    In Sachsen gibts eine Leitlinie für Diabetes (herausgegeben von der Sächsischen Landesärztekammer). Darin sind Zielbereiche für die Stoffwechselführung festgelegt. Den Bereich einer schlechten Stoffwechsellage ( NBZ > 7,8 mmol/l (140mg/dl); BZ pp. >10 mmol/l (>180 mg/dl); HbA1c > 7,5; Hypoglykämien) erkennt der MDK ohne Probleme an. Wenn sonst ein entgleister Diabetes abgerechnet wird, muß der Einzelfall begründet werden.


    Sicherlich auch diskussionswürdig, aber damit ersparen wir uns eine Menge Nachfragen (und Arbeit)


    Viele Grüße aus Radeberg


    H.-H. Geidel