stationäre Behandlung Hörsturz-Patienten

  • Hallo Forum,


    folgendes Problem tritt bei uns z.Zt. fast regelhaft auf: Hauptabteilung HNO; die stat. Behandlung von Patienten mit Hörsturz wird nahezu regelmäßig von den Kostenträgern per MDK nicht übernommen. Unser HNO-Chef hat lt. seiner Aussage ein ernstliches medizinisches Problem, grundsätzlich alle Patienten mit diesem Krankheitsbild in die ambulante Behandlung zu verweisen.
    Hat jemand Erfahrung mit diesem Thema?
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    Grüße aus Köln (heute mit leichtem Wind, die prospektiv randomisierte Mehrfachblindstudie "wieviel Hitze hält ein Mensch aus" scheint sich dem Ende zuzuneigen...:dance1: )


    Conny

  • Hallo Conny,
    in mehreren mir bekannten MDK-Stellungnahmen wird eine stationäre Infusionsbehandlung grundsätzlich abgelehnt, allerdings werden drei Ausnahmen angegeben bei denen eine stationäre Aufnahme als gerechtfertigt angesehen wird:
    1. bei einer Multimorbidität, die eine ambulante Infusion nicht ermöglicht,
    2. bei erheblichem Schwindel, der eine selbständige Gehfähigkeit und manchmal auch Ernährung in Frage stellt,
    3. bei älteren Patienten, wenn anfänglich nicht zwischen einem beginnendem cerebralen Geschehen und einem Hörsturz mit gewissen Schwindelerscheinungen unterschieden werden kann. Hier möchte der MDK dann aber auch eine Abklärung innerhalb von 24 Std. durchgeführt wissen, so dass dann auch zügig zur ambulanten Infusion entlassen werden kann.


    Ich hoffe Dir geholfen zu haben.
    Grüße aus Mülheim
    jgiehler:rotate:

    Grüße aus Mülheim
    jgiehler

  • Hallo conny24,


    zum Thema Hörsturz und Kasse/MDK:
    Insbesondere die Vertreter einiger AOKs hausieren mit der Aussage, dass der Hörsturz aus der Versorgung der GKV ausgenommen wurde/wird.


    Dies ist eine der Ursachen für die schwelenden Aussagen zur stationären Versorgung, die im MDK herumschweben.:mdk:


    Nach Auskunft des KOA (§137) in Siegburg, ist diese Aussage falsch. Es gibt weder eine Vorlage in den Gremien, noch einen Beschluss der Entscheidungsträger. Somit ist die ganze Frage individuell zu klären.


    Wir haben in unserer Belegklinik HNO damit zu kämpfen und könnten nahezu bei jeder Aufnahme die Einzellfalldiskussion beginnen.
    Zumal die KV Ärzte diese Diagnose auch nicht mehr versorgen können (wollen?)
    Der Fachverband HNO ist noch nicht fähig, konkrete, evidence basierte Aussagen zu trefen. (Europa/Weltweit ist die Sache eh klar)


    Mein Tip: Dokumentation MDK sicher gestalten. und kämpfen.
    Andererseits sind die Studien (Cochrane, Medline etc.) davon überzeugt, dass diese Diagnose viel Raum zur Diskussion bietet.


    MfG
    Orthodoc2000