Erlösaufteilung DRG

  • Guten Tag!


    Mich würde interessieren, ob es Häuser unten ihnen gibt,
    welche die DRG-Erlöse bis auf Stationsebene herunter aufteilen.
    Welchen aktuellen oder künftigen Nutzen sehen sie in einer Aufteilung
    auf Stationsebene?
    Vielen Dank.


    Tom

  • Hello fellow, hallo Forum,


    das berührt die Problematik des DRG-Erlössplittings, das man ganz sorgfältig betrachten muß. Es gibt dazu eine Reihe von Vorschlägen, von denen keiner eigentlich taugt. Man muß dazu folgendes beachten:
    1. eine Aufteilung im Hinblick auf die entstandenen Kosten ist ziemlich unsinnig, weil Sie dann im Innenverhältnis möglicherweise Kollegen/Abteilungen belohnen, die sich eher unökonomisch verhalten.
    2. eine Aufteilung von DRG's zwischen Abteilungen über die Liegezeiten benachteiligen grundsätzlich die operativen Disziplinen wegen der dort notwendigen Mehrkosten für Sekundärleister (Anästhesiologie, Radiologie, Labor) sowie für die Funktionsbereiche (OP etc.) die in der Regel in deutlich höherem Maße Kosten verursachen als das im konservativen Sektor möglich ist.
    3. die Zurechnung von DRG's zur "Haupt-Fachdisziplin" (anhand der Liegedauer) führt regelhaft bei gerichteten Kooperationen (Pulmonologie - Thoraxchirurgie, Gastroenterologie - Viszeralchirurgie usf.) zur einer ungerechten und einseitigen Verteilung - meist bekommen die Konservativen wegen der längeren Liegezeit die DRG's auf den Deckel - fragen Sie mal Ihre Chirurgen, was die davon halten. Die Verteilung über andere Schlüssel (selbstgeschusterte Schlüssel auf der Basis von Abteilungs-CMI's werden zwar z.B. von Herrn Conrad (VWL Klinikum Marburg) propagiert, ganz einleuchten will mir das alles nicht. Ich bin eher der Auffassung, daß man Teilbereiche in der Betrachtung eher zusammenfaßt, wenn es eine häufige Zusammenarbeit gibt.
    4. die Gegenüberstellung der DRG's (Erlös-Budget) und der Stationen/Funktionsbereiche (Kosten-Budget) ist ziemlich fragwürdig, da man plötzlich anfängt, zwei betriebswirtschaftliche Ansätze unter dem Ticket völlig untauglicher (zumindest für diese Frage) Kostengewichte ineinander zu rechnen. Da macht man sich m. E. unfaßbar viel Arbeit, bekommt unfaßbar viele Daten und ist unfaßbar wenig weiter und unfaßbar traurig.
    5. zu einem späteren Zeitpunkt wird ggf. die Kostenträgerrechnung (Kostenträger ist der Patient!) unter sorgfältiger Abwägung mit der DRG-Erlösrechnung gegenzulesen sein. Dafür werden wir aber alle noch eine Weile brauchen.
    6. im Rahmen der Erstellung von Klinischen Pfaden ("Klinischer Behandlungspfad" dürfen wir ja nicht mehr sagen) ist die Hinterlegung mit einer vernünftigen Prozeßkostenrechnung eine schlauere Variante.


    Fazit: ich würd' dat lassen, sacht man im Ruhrgebiet.:no:


    Greetings to all - keep on coding,
    --
    Dr. med. Andreas Sander
    Stabsstelle MedCo/QM
    Evangelisches und Johanniter Klinikum DU/DIN/OB gGmbH

    Gruß aus DU
    Dr. med. Andreas Sander
    Evangelisches und Johanniter
    Klinikum Niederrhein
  • Guten Abend,


    @ fellow33 (Tom):
    Wollen Sie wirklich die DRG-Erlöse auf Stationen verteilen ? Was würden Sie sich davon versprechen ? Zur Aufteilung auf Fachabteilungen gab es im letzten Jahr (s. News vom 13.03.2002) einen interessanten Ansatz von Dr. Bracht, den ich in Ermangelung des Originalvortrages in Kurzform versucht habe, zusammenzufassen. Sie finden ihn unter http://www.mydrg.de/dload/casemix3.doc


    Hoffe, ich konnte weiterhelfen


    Schönes WE
    B. Sommerhäuser

  • Guten Tag Forum


    Auf einer Veranstaltung in Berlin hat ein Teilnehmer einen anderen Verteilungsschlüssel vorgeschlagen.


    Die Erlöse werden der aufnehmenden Abteilung zugeschlagen. Und jetzt Kommt, es die Kosten auch. Die aufnehmende Fachabteilung ist Fallmanager. Die aufnehmende Fachabteilung bestimmt, ob der Patient aufgenommen wird oder nicht. Die aufnehmehmnde Fachabteilung bestimmt zunächst auch, was weiter mit dem Patienten geschieht.


    Ich finde diese Lösung in ihrer "Einfachheit" erschlagend.


    Gruss Jan Helfrich (Marienkrankenhaus Hamburg)