Kasse verlangt Abschlag

  • Hallo Forum!


    Wir haben eine Patientin wegen eines suspekten Mammabefundes operiert. Da es sich histologisch um ein Fibroadenom handelte, haben wir DRG J07B abgerechnet. Die Patientin war vom 1.7.03 bis 3.7.03 im Hause und ist am 2.7.03 operiert worden.
    Jetzt sagt die Krankenkasse, der präoperative Tag hätte auch vorstationär erbracht werden können, und verlangt von uns, dass wir mit Abschlag abrechnen.
    Ich bin etwas perplex über das Vorgehen der Kasse. Oder ist das unterdessen normal?


    Gruß aus Hamburg


    Manfred Nast
    Medizincontrolling
    Bethesda AK Bergedorf
    Hamburg

    Manfred Nast

  • Hallo Herr Nast,


    Sachen gibt's!
    Ein derartiges Ansinnen ist an uns noch nicht herangetragen worden und ich wäre auch gespannt, wie ein MDK-Gutachter dies sieht. Die präoperative Vorbereitung bei ansonsten gesunden Patientinnen kann natürlich vorstationär gemacht werden, es gibt aber genauso oft gute Gründe für eine stationäre Aufnahme.


    Wir haben derzeit das Problem, dass in einer Abteilung die PAtienten ausreichend lange vor Aufnahme vorstationär untersucht werden und dann vorstationär & DRG abgerechnet werden, das gefällt den Kassen auch wieder nicht. ?(


    In Ihrem Fall hieße das aber ja, dass der sogenannte vorstationäre
    Tag dann NICHT abgerechnet werden dürfte, weil es ja innerhalb der 5 Tagefrist vor Aufnahme ist. :-p


    Da kann man nur noch den Kopf schütteln. Wenn wir auf dieser Ebene diskutieren müssen, dann viel Spass ab 01.01.2004.


    Zusammenfassend denke ich, falls Sie aus Ihrer Doku heraus einen Grund für die Aufnahme haben, schreiben Sie doch einen Kurzbericht, dazu kenne ich keine Gesetzeslage, die eine Aufnahme am OP-Tag jetzt schon zwingend vorschreibt. Lassen Sie das auf jeden Fall nicht auf sich sitzen. :kong:


    Gruss aus München
    Michael Wilke :smokin:

  • Hallo Herr Wilke,


    ich sehe das genauso. Der Fall geht jetzt erstmal zum MDK (mal sehen, was der Gutachter sagt) und dann ggf. zum Sozialgericht.


    Gruß


    --
    Manfred Nast
    Medizincontrolling Bethesda AK Bergedorf Hamburg

    Manfred Nast

  • Herr Nast!


    bei uns argumentierten die MDKs unter alten FP/SE-Bedingungen lediglich damit, dass i.d.R. ein präop. Tag anerkannt wird (aber auch nicht mehr...).


    Haben Sie denn in der Akte dokumentiert, dass diese OP wirklich stationär erfolgen musste (es gibt ja da die AEP-Liste...). Die Kurzlieger sind natürlich Kandidaten für diese jetzt zunehmende Fragestellung. Bei uns sind es die Arthroskopien, welche nun ambulant erbracht werden müssen. Sie haben also Glück, dass die Kasse nicht den ganzen Fall unter ambulantem Erlössatz laufen läßt, oder?... Das soll kein Hinweise an die Kassenvertreter sein, jetzt den MDK mit solchen Fragen zu überschütten, sondern nur für die Controller, die stationäre Notwendigkeit dokumentieren zu lassen.


    ENDO-Klinik Hamburg

  • Hallo Herr Klüber,


    wir haben in der Chirurgie einen einfachen Erhebungsbogen im Einsatz, auf dem man die Gründe für stationäre Behandlung ankreuzen kann. In den anderen Fächern wird er in Kürze eingeführt.


    Gruß aus Hamburg
    --
    Manfred Nast
    Medizincontrolling Bethesda AK Bergedorf Hamburg

    Manfred Nast