Kniegelenksinfekt bei liegender TEP

  • Hallo liebes Forum,
    wie kodiere ich einen (nicht bestätigten)Kniegelenksinfekt bei liegender Knie-TEP? Ist hier die Z 48.9 als Hauptdiagnose richtig, oder gibt es da noch andere Möglichkeiten?


    Vielen Dank
    U. Overhamm

  • Guten Tag Herr Overhamm,


    ich weiß nicht, ob Sie den Patienten deswegen aufgenommen haben oder es eine Frühkomplikation während des Aufenthaltes zur Implantation darstellt. Da Sie aber Z 48.9 ansprechen, gehe ich von Alternative 1 aus. Sie werden am Ende des Aufenthaltes die HD zuordnen müssen, sollte sich herausstellen, dass


    - Infektion: HD T84.5, ND: Keim (wenn Info vorhanden), ...


    - Infektion ausgeschlossen: HD: nicht T84.5, sondern andere Diagnose.
    Wenn Sie keine gefunden haben bleibt nur die Kodierung der Symptome.


    - Infektion nicht bestätigt/nicht ausgeschlossen, aber (davon gehe ich mal aus) behandelt: HD HD T84.5


    Keinesfalls Z48.9. Den können Sie allenfalls als ND nennen (Wehe Herr Winter Sie kommen mir wieder mit Exklusiva!! ;))


    Gruß
    --
    D. D. Selter

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo Herr Selter,


    nein ich komme nicht mit Exclusiva, aber mit einer Ergänzung als Fortschreibung Ihres Berichtes:


    - Infektion nicht bestätigt/nicht ausgeschlossen/nicht behandelt, aber verlegt: HD HD T84.5


    Alles Gute, ist nicht ernst gemeint


    von Thomas Winter

  • Hallo Herr Selter,
    vielen Dank für Ihren Tip, ich denke, dass dann hier dann das Symptom richtig wäre, da der Infekt weitestgehend ausgeschlossen wurde.


    Gruß, Overhamm

  • Zitat

    Original von Klueber:
    Anmerkung:
    Falls Keim gefunden, auch diesen verschlüsseln!


    Hallo Herr Klüber,


    darauf wurde schon hingewiesen:

    Zitat

    Original von Selter:
    - Infektion: HD T84.5, ND: Keim (wenn Info vorhanden), ...


    Allerdings doch eher unwahrscheinlich, wenn

    Zitat

    Original von Overhamm:
    ... da der Infekt weitestgehend ausgeschlossen wurde.


    Wobei mich "weitesgehend" doch erheblich stört. Das bedeutet eigentlich dann: Nicht sicher ausgeschlossen aber auch nicht bestätigt. Womit wir wieder bei der Therapie wären (Ja/Nein) und dann ggf. doch der Infekt kodiert werden müsste.


    Wie auch immer....


    Gruß




    --
    D. D. Selter

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo Forum,


    wie codiere ich einen subcutanen Infekt bei liegender TEP, bei dem nach operativer Revision eine Verbindung zur TEP ausgeschlossen ist (GVD in diesem Fall überschritten bei der Aufnahme)?


    Danke, Laupi:chirurg:

  • Zitat


    Original von Laupi:
    wie codiere ich einen subcutanen Infekt bei liegender TEP, bei dem nach operativer Revision eine Verbindung zur TEP ausgeschlossen ist (GVD in diesem Fall überschritten bei der Aufnahme)?


    T81.4 Infektion nach einem Eingriff, a.n.k.


    mfG
    C. Hirschberg

  • Danke Herr Hirschberg, und wenn die Implantation der KTEP Jahre zurückliegt?


    Gruß, Laupi

  • Hallo Laupi et al.,


    wenn ich mich hier einmische, so deshalb, weil ich glaube – und Ihre Bemerkung im letzten Beitrag spricht auch dafür –, dass oft zu kurz gedacht wird.


    Zur oberflächlichen Infektion nach Implantaten habe ich schon mehrfach Stellung bezogen. Wenn also ein (un-)mittelbarer Zusammenhang besteht, kommen m.E. nur die Codes unter T84 in Frage (s. hierzu „Infektion nach Osteosynthese“ von Schaedlich vom 29.7.03 und meine Darstellung vom 15.8.03, aber es gibt auch andere Meinungen, z.B. s. Beitrag v. Hirschberg weiter oben in dieser Diskussion).


    In Ihrem Fall kommen wir aber ohne Ursachenforschung nicht weiter. Ein subcutaner Infekt Jahre nach der Implantation dürfte wohl eher eine Erkrankung sui generis – also Kapitel „L“ - oder die Folge einer andere Erkrankung/Verletzung usw. sein (z.B. M96.8 + Folge/T79.3/ T89.ff, infizierter Insektenstich usw.). Aber ein Zusammenhang mit der Endoprothese ist vorher auszuschließen, denn oft wird die Fistel im Rahmen eines Spätinfektes (oft tatsächlich erst nach Jahren), die bis auf das Gelenk reicht, erst bei der „x.“ Revision gefunden. Ist z.B. ein Szintigramm gemacht worden?


    Da der Infekt operiert wurde, kann auf jeden Fall der Code 5-983 (OP in voroperiertem Gebiet verwendet werden; zusammen mit der Z96.6).


    Auf jeden Fall empfiehlt es sich, diesen Fall im Auge zu behalten.


    Mit freundlichen Grüßen


    Thomas Winter
    Berlin

  • Danke Herr Winter,


    Fragestellungen die hier von mir eingestellt werden sind meist in der Klinik schon "vordiskutiert" und ich bin immer froh, wenn ich unterstützende Meinungen erhalte (am besten noch mit schlagkräftigen Argumenten:kong: ) .


    Gruß, Laupi