knöcherner Bandausriss - wie kodieren?

  • Hallo Forum,


    wie kodiert man einen knöchernen Bandausriss?!?


    Bsp: Pat kommt mit Luxation des Ellenbogens nach hinten und knöchernem Ausriss am Lig. collaterale ulnare (Condylus ulnaris).
    Es erfolgt eine geschlossene Reposition des Ellenbogens ohne Ostheosynthese und in einer zweiten Sitzung die knöcherne Refixation des Bandausrisses mittels Kirschnerdrahtosteosynthese.


    Kodierung war wie folgt:
    HD: S53.12 Lux. Ellenbogen
    ND: S53.3 Bandruptur
    Proz: 8-201.3 Repo.
    5-793.23 Offene Reposition einer einfachen Fraktur im Gelenkbereich eines langen Röhrenknochens, durch Draht oder Zuggurtung/Cerclage, Humerus distal


    m.E. ist der Schlüssel 5-793.23 hier nicht ganz korrekt. Schließlich ist ja keine Fraktur in dem Sinne kodiert worden!
    Ich würde hier 5-786.1 Osteosynthese von Knochen, durch Draht oder Zuggurtung/Cerclage bevorzugen.
    Oder man kodiert statt S53.3 bsw. einen Kode aus S42.4f Fraktur des distalen Endes des Humerus und behält 5-793.23 bei.
    Wie seht Ihr den Fall?!?


    Danke
    Michael Graf

    Viele Grüße
    M. Graf

  • Hallo Herr Graf,


    ein knöcherner Bandausriss ist genau genommen, wie der Name sagt, eine Knochenverletzung, also eine Kontinuitätstrennung im knöchernen Bereich.


    Somit greifen alle Regeln für die Frakturen und deren Versorgung.


    Wenn dabei Gelenke luxieren, greifen die damit verbundenen Codes ebenfalls,
    was dann zur Doppelcodierung führen müsste.


    Elektive Osteosynthesecodes (5-786.ff Codes (+ Methode z.B. 5-781.ff) im Gegensatz zu den 5-79ff Codes) sind nur dann angebracht, wenn es sich um einen Wahleingriff handelt, also hier zur Wiederherstellung von Folgen einer nicht ganz gelungenen Primärversorgung usw. Man denke auch an die Möglichkeit des Codes 5-869.2 und an den Sonderfall, der gerade bei distalen Humerusfrakturen nicht selten ist, dass eine zusätzliche zur Frakturversorgung notwendige Osteotomie des Olecranon und deren Osteosynthese auch zusätzlich codiert werden muß (z.B. 5-781.a7 + 5-786.1; gemäß Hinweisen bei 5-79 in Verbindung mit den Hinweisen bei 5-781).


    Was den Kliniker im Suchlauffalle interessiert, ist natürlich auch der Grenzbereich einer Bandverletzung, also auch der knöcherne Ausriss.


    Die einzige Möglichkeit, sich aus der Affäre zu ziehen, besteht darin, die Ruptur auch noch zu codieren, damit ich diese Fälle wiederfinden kann. Im Einzelfalle prüfen sollte man aber, ob in DRG-Zeiten der Grouper nun etwas anderes daraus macht, als wenn die Frakturversorgung (mit und ohne Luxation) alleine da wäre.


    Einige Softwarepakete erlauben Codeziffern vom Groupen auszuschließen. Diese Möglichkeiten könnte man dann ja nutzen. Denn es ist sicherlich für die Klinik von Nutzen im Falle eines Falles möglichst alle Patienten eines klinisch definierten Kollektives wiederfinden zu können.


    Soweit meine Meinung zu dieser Problematik.


    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Winter
    Berlin

  • Guten Tag!


    Wird der knöcherne, femorale Ausriss des vorderen Kreuzbandes mit S72.44 korrekt kodiert? Ein Riss des Kreuzbandes , S83.53, ist es ja eigentlich nicht.

    Freundlicher Gruß
    Gefäßchirurg

  • Hallo Gefäßchirurg,

    ob nun S72.44 oder S72.41 korrekt wäre weiß ich nicht. Wenn das HKB mit Knochen ausgerissen ist (HKB einentlich intakt) würde ich schon den S72.- Kode als korrekt ansehen. Wenn das HKB am Knochen abgerissen ist, wäre m. E. eher ein S83.-er zu nehmen.

    MfG findus

  • Das KB war mit Knochen ausgerissen. Da der Insertationspunkt intercondylär liegt, ist dann S72.44 korrekt.

    Freundlicher Gruß
    Gefäßchirurg