Shuntblutung

  • Hallo Forum!


    Ein Patient wird aufgrund einer Shunt-Sickerblutung aufgenommen und am nächsten Tag, nach der Shuntrevision, wieder entlassen. Darf ich die terminale Nierenisuffizienz, die ja fürs Vorhandensein des Shunts ursächlich ist, als ND mitkodieren, obwohl sie nicht mitbehandelt wurde?


    Vielen Dank im Voraus!


    Der Einsteiger.

  • Hallo Einsteiger,


    analog zu Beispiel 4 der D002b Hauptdiagnose würde ich es kodieren (mich aber auch trotzdem innerlich auf Diskussion mit den Kassen/MDK einstellen).


    Beispiel 4
    Ein Patient wird mit Ösophagusvarizenblutung bei bekannter Leberzirrhose stationär aufgenommen. Es wird nur die Ösophagusvarizenblutung behandelt.
    Hauptdiagnose: Ösophagusvarizenblutung
    Nebendiagnose(n): Leberzirrhose


    Gruß



    --
    D. D. Selter

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo Einsteiger,


    Dialyssepatienten bringen in der Regel eine Fülle von Nebendiagnosen mit.
    HD T82.5 - Shuntkomplikation ist eine der häufigeren Hauptdiagnosen.
    Als Nebendiagnosen kommen in der Regel hinzu:


    Die Nierengrunderkrankung:
    z.B. E11.20* Diabetes mit Nierenkomplikationen
    N08.3* Nephropathie bei Diabetes


    Im Entwurf der Kodierrichtlinien 2004 ist die N18.0 zwecks Spezifizierung der Nierenerkrankung ausdrücklich erwähnt, die kodierte Nierengrunderkrankung wird in ihrem Schweregrad erst durch die N18.0 genau beschrieben.
    Weitere * Kodes und andere Nieren-spezifische ND wie renale Anämie, urämische Polyneuropathie, oder sekundärer Hyperparathyreoidismus
    kodieren wir nach der N18.0. In der Regel haben diese ND alle eine Behandlungsrelevanz (Epo, teure Phosphatbinder).


    Z99.2-Langzeitdialyse- wird praktisch immer in einem Atemzug mit der N18.0 genannt. Auch wenn Sie Ihren Patienten nicht dialysiert haben, ist diese ND relevant, z.B. wenn Sie Laborkontrollen durchführen um nach erfolgtem Eingriff das Dialyseintervall strecken, oder den OP-Tag mit dem Dialyserhythmus abgleichen. Es sollte hierfür immer ein Vermerk in den Akten zu finden sein


    Gruß


    N. Bröker