Redundanz + Beatmungsdauer

  • Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
    gestatten Sie eine ganz banale Frage.
    Wieso muss die Beatmungsdauer in Stunden neben einer OPS- Nummer dafür angegeben werden?
    Ist doch redundant oder? Wenn der Grouper nur mit der Stundenzahl umgehen kann wäre doch die OPS- Nummer fürs Grouping entbehrlich.


    MfG, Dr. Andreas Becker, Mutterhaus der Borromäerinnen, Trier
    Med. Controlling & Dokumentation

  • Liebe Kollegen,


    die Frage ist für mich eher die, wie eine zuverlässige Erfassung der Beatmungsdauer erfolgen soll. Laut Kodierrichtlinie :kr: handelt es sich bei der Beatmung um Mehrfachprozeduren, wobei mehrere Beatmungen (einschließlich CPAP-Maske - OPS 2.1 ! -) zur Gesamtbeatmungsdauer addiert mit nur einem Schlüssel mit Bezug zum ersten Tag der Prozedur dokumentiert werden sollen. EDV-Technisch ist das verständlich, weil speicherplatzsparend (es gibt ja Systeme, z. B. auch die Benchmark-Formate, die können nur 15 Prozeduren). Vom Ablauf her kann ich mir z. Zt. dafür aber nur ein Papierformular vorstellen, auf dem die Beatmungsstunden dokumentiert werden. (Beispiel: Tag 1 Intubation, 48 Stunden :uhr: Beatmung, Extubation, Tag 4 Reintubation, 40 Stunden :uhr: Beatmung, Extubation, Tag 10 Reintubation, 10 Stunden :uhr: Beatmung, Extubation - bitte mal durchspielen :angry: ) Das gilt bei Verwendung von OPS-Ziffern genauso, wie bei der Übermittlung der Gesamtbeatmungsstunden. Das Problem ist doch, mehrere Beatmungsabschnitte sammeln zu können und am Schluß die Dokumentation noch zu verstehen, ohne weitere Aufzeichnungen heranziehen zu müssen.


    Die Lösung wäre hier sicherlich ein Zeitstempel :uhr: für jeweils Beginn und Ende der Maßnahme. Darüber habe ich ja schon öfter geschrieben, aber ich habe den Eindruck gewonnen, dass dieser Vorschlag zu innovativ ist, um umgesetzt zu werden.
    :uhr: :icd:
    :uhr: :ops:
    :uhr: :icd:
    :uhr: :ops:


    Also zusätzlich Papier ?( , oder doch EDV-Maske mit chronologischer Erfassung der Prozeduren :look:? Dann aber doch vermutlich nicht nur für die Beatmungen, sondern auch für alle anderen Fälle einen Zeitstempel zulassen und Wert legen auf eine vernünftige Chronologie. Eine EPA sozusagen. Abrechnung ist doch nicht alles :rolleyes:! Weg mit der Doppelerfassung :bounce:!


    Mit freundlichen Grüßen


    Dr. Bernhard Scholz
    DRG-Beauftragter
    Kliniken des Landkreises Freyung-Grafenau gGmbH

    [center] Bernhard Scholz [/center]

  • Im Datensatz, der im Fallpauschalengesetz als zu übertragender Datensatz festgelegt ist, wurde leider die Beatmungszeit vergessen. Daher sind die OPS Kodes wichtig. Wichtiger ist aber die Betamungszeit in Stunden, da nur damit auch eine adäquate Weiterentwicklung des Systems erfolgen kann.


    N.Roeder
    --
    Norbert Roeder
    DRG Research Group
    Universitätsklinikum Münster

  • Zitat


    Original von roeder:
    Im Datensatz, der im Fallpauschalengesetz als zu übertragender Datensatz festgelegt ist, wurde leider die Beatmungszeit vergessen. Daher sind die OPS Kodes wichtig. Wichtiger ist aber die Betamungszeit in Stunden, da nur damit auch eine adäquate Weiterentwicklung des Systems erfolgen kann.


    Lieber Herr Roeder,


    einverstanden, dass die Zeiten wichtig sind, aber wie erfassen Sie in Münster nun diese Stunden?


    Beatmungsbuch am Gerät? Ein weiteres Formular in der Patientenakte und letztlich per Taschenrechner oder im Kopf addieren? Haben Sie eine EDV-Maske für Mehrfach-Beatmungsepisoden?


    Und wie ist der Datenfluss, nachdem Sie die Stunden in "Ihrem" System haben? Gibt es da schon ein KIS, welches diese Daten irgendwohin weitermeldet?


    Müssen die Stunden nun in den §301-Datensatz oder nicht oder ab wann? Ist der §301-Datensatz derjenige, den Sie in Ihrem Post (s. o.) meinen, oder gibt es auch noch einen Fallpauschalengesetz-Datensatz?

    Gibt es eine Regel, inwieweit Stunden und Beatmungs-OPS parallel geführt werden müssen oder reicht alternativ eins von beidem?


    Vielleicht wissen Sie Rat oder eine Quellenangabe :rolleyes:?


    Viele Grüße aus Freyung


    B. Scholz

    [center] Bernhard Scholz [/center]


  • Im Online System ja, im KIS nein

    Zitat


    Und wie ist der Datenfluss, nachdem Sie die Stunden in "Ihrem" System haben? Gibt es da schon ein KIS, welches diese Daten irgendwohin weitermeldet?


    Wird in der Summes ins KIS eingetragen. Mehrfachbeatmungen gibt es ja auch glücklicherweise eher selten.

    Zitat


    Müssen die Stunden nun in den §301-Datensatz oder nicht oder ab wann? Ist der §301-Datensatz derjenige, den Sie in Ihrem Post (s. o.) meinen, oder gibt es auch noch einen Fallpauschalengesetz-Datensatz?


    Siehe Fallpauschalengesetz

    Zitat


    Gibt es eine Regel, inwieweit Stunden und Beatmungs-OPS parallel geführt werden müssen oder reicht alternativ eins von beidem?


    Nein, ich kenne keine Regel, denke beides sollte unbedingt erfasst werden.

    Zitat


    Vielleicht wissen Sie Rat oder eine Quellenangabe :rolleyes:?


    Viele Grüße aus Freyung


    B. Scholz




    --
    Norbert Roeder
    DRG Research Group
    Universitätsklinikum Münster

  • 8) Wir erfassen die Beatmungsstunden in MEDOS auf Intensiv, das System addiert die Stunden automatisch (ist aber eine der wenigen Sachen, die in diesem System unkompliziert sind).
    Diese Stunden werden dann bei Verlegung eingetragen (müssen von Hand ins Administrative System, da keine Schnittstelle vorhanden. Wird sich unter SAP im Januar ändern). Der OPS wird ebenfalls von hand zusätzlich eingegeben.
    Ich finde ebenfalls die Doppeldoku redundant, nur die Stunden würden natürlich ausreichen (müßte man doch relativ einfach im Grouper programmieren können (hier spricht der totale EDV-Laie, sorry!)).


    Gruss Patricia:besen:
    --
    Patricia Klein

    Patricia Klein

  • Liebe NG,


    auch in unserer Patientenverwaltung ist die Eingabe der Beatmungsstunden täglich aktualisiert möglich, d.h., der kodierende Arzt kann täglich neu definieren, ob und wie viele Stunden ein Patient beatmet wurde. Das System errechnet dann bei Entlasung die Gesamtsumme aus.
    Kritisch zu sehen ist sicherlich die unzureichende Differenziertheit des Systems, welche zur Zeit bei 96 Stunden aufhört. Dabei ist sicherlich der Unterschied zwischen 100 und 500 Beatmungsstunden auch wirtschaftlich sehr relevant.
    Die Doppelkodierung erscheint dagegen tatsächlich überflüssig.


    Gruß



    --
    S. Siefert
    Hamburg
    http://www.dr-siefert.de

    wertschätzende Grüße an
    alle Gesundmacher(innen)
    und Gesundmacher(innen)bezahler(innen),
    Dr. S. Siefert
    Medizinmanagement und Arzt
    Kath. Kinderkrankenhaus Wilhelmstift
    Freie und Hansestadt Hamburg

  • Hallo,


    wir verwenden für dieses Problem unser KIS.
    Dort gibt es ein Beatmungsbuch. Unsere Intensivschwestern dokumentieren dort Start und Ende der Beatmung (mit 2, 3 Mausklicks). Die Zeiten werden in Minuten gespeichert. Das System legt automatisch den richtigen OPS-Schlüssel nach Länge der bisher dokumentierten Beatmungszeit an.
    Weitere Beatmungsepisoden, die ja doch immer wieder mal vorkommen, werden entsprechend eingegeben. Das System ändert ggf. den OPS-Code wenn die errechnete Summe dies verlangt.


    Eine sehr elegante Lösung. Seither wird nur häufiger die Intubation oder Tracheotomie bei der Kodierung vergessen.


    Jetzt wünsch ich mir nur noch einen Konservenzähler, der ähnlich arbeitet.


    Gruss
    M. Stückl

  • Zitat


    Original von MIST:
    wir verwenden für dieses Problem unser KIS.
    ...
    Weitere Beatmungsepisoden, die ja doch immer wieder mal vorkommen, werden entsprechend eingegeben. Das System ändert ggf. den OPS-Code wenn die errechnete Summe dies verlangt.


    Wow, mit welchem KIS geht das ?


    Zitat


    Eine sehr elegante Lösung. Seither wird nur häufiger die Intubation oder Tracheotomie bei der Kodierung vergessen.


    ...was meines Wissens nicht so tragisch (sprich AR-DRG-relevant) sein dürfte (Kinder ausgenommen), zumindest nicht, um in die A06Z zu kommen (Tracheotomie und Beatmung >95 Stunden gleichwertig).


    Zitat


    Jetzt wünsch ich mir nur noch einen Konservenzähler, der ähnlich arbeitet.


    Ja,... wer nicht.


    mfG


    Christoph Hirschberg

  • :P


    [ Dieser Beitrag wurde von Scholz am 21.11.2001 editiert. ]

    [center] Bernhard Scholz [/center]

  • :lickout:


    [ Dieser Beitrag wurde von Scholz am 21.11.2001 editiert. ]

    [center] Bernhard Scholz [/center]

  • Zitat


    Original von roeder:


    Nein, ich kenne keine Regel, denke beides sollte unbedingt erfasst werden.


    Noch ein Nachtrag von mir:


    Es gibt ja außer der berühmten A06Z noch zwei weitere relativ häufige Beatmungs-DRGs, nämlich E40Z Erkrankungen der Atmungsorgane mit maschineller Beatmung (CW 5,69) und F40Z Kreislaufsystemerkrankungen mit Beatmung (CW 4,84).


    Laut AR-DRG-Manual und Online-Grouper Uni Münster sowie KODIP-Scout wird hier die OPS 8-718.1 ignoriert, aber die Beatmungsstunden >24 h und <96 h werden sehr wohl berücksichtigt, wenn man sie als Stunden eingibt!


    Also werde ich jetzt eine Doppelerfassung einführen müssen, oder?


    Oder ändert vielleicht doch jemand das Definitionsmanual (und veröffentlicht es)? :uhr:


    Übrigens heißt es im australischen Manual unter Functions (Bd. 2 S. 445):


    Valid entered HMV?
    Yes --> HMV = Entered HMV
    No:
    HMV code > 96 h?
    Yes --> HMV = 96 h
    No:
    HMV code > 24 h?
    Yes --> HMV = 25 h
    No ---> HMV = 0 h


    Also ist eigentlich keine Doppelerfassung nötig, da der Code wie oben angegeben automatisch umgesetzt werden muss, um mit dem Ergebnis das Feld HMV zu füllen, auch wenn es zunächst leer ist! Dies kann der Online-Grouper offensichtlich jedenfalls nicht, beim Scout weiß ich es nicht (probier ich noch aus).


    Mit freundlichen Grüßen


    Dr. Bernhard Scholz
    DRG-Beauftragter
    Kliniken des Landkreises Freyung-Grafenau gGmbH


    Zur Erinnerung:
    Grouper-Software ist nicht gleich DRG-Definitionshandbuch ist nicht gleich Kodierrichtlinien


    Andere Frage: Bleibt ein Patient in diesen 40er DRGs, wenn die Beatmungsdauer > 96 h wird oder gelangt er dann in die A06Z? Die Definition der A06Z differenziert hier noch nach MDC = 22 oder(MDC = 05 und Alter < 16 Jahren)


    Antwort: s. Definitionshandbuch




    [ Dieser Beitrag wurde von Scholz am 21.11.2001 editiert. ]

    [center] Bernhard Scholz [/center]