Diacos-Einbindung in BOSS-KIS

  • :kong:Hallo Newsgroup,
    mich würde interessieren, ob es in Deutschland ein Krankenhaus gibt, welches ID-Diacos(R) bidirektional in das BOSS-KISS integriert hat. Laut BOSS ist die Datenübergabe aus dem KIS an Diacos nicht möglich !??? Wir haben lediglich die Datenübergabe Diacos an KIS als Einbahnstraße realisiert. Ein Grouping mit vorhandenen Daten ist so ja leider nicht möglich. Hat jemand andere Erfahrungen ? :look:


    Viele Grüße
    Steffen Zacher

  • Hallo Herr Zacher,
    wir haben haben das BOSS-KIS und Diacos. Unser EDV-Leiter hatte bei Herrn Friedlbinder, Geschf. BOSS, nach der bidirektionalen Schnittstelle gefragt und telefonisch die Auskunft bekommen, dass prinzipiell nichts gegen eine Realisierung spricht. Hoffnungsvoll habe ich dann auf das Angebot gewartet. Jetzt wird es dann mysteriös: Die Firma BOSS hat wohl direkten Kontakt mit unserem Träger aufgenommen, mitgeteilt, dass alles ganz schwierig wäre und so hat die Schnittstellenphobie gesiegt. Lange Rede kurzer Sinn: Alle Stellungnahmen von mir, dass eine bidirektionale Schnittstelle im Dokumentationsablauf wichtig ist, sind nicht berücksichtigt worden. Über die Hintergründe kann ich nur spekulieren. Glücklich bin ich nicht, aber in unserem Geschäft sind Glücksgefühle ja sowieso selten. Grüße aus Ludwigshafen
    Sascha Baller
    --
    Dr.Sascha Baller
    Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Medizincontrolling e.V.
    Stabsstelle Organisation und Medizincontrolling an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen

    Dr. med. Sascha Baller
    Dr. Baller | Medizincontrolling
    www.drg24.de

  • Hallo Herr Dr. Baller,
    Sie schreiben:


    Spekulieren Sie doch bitte weiter. So etwas muss doch mal öffentlich diskutiert werden dürfen/können. Ich denke, dass ein Hinweis an die Firma BOSS mit folgender Unterzeichnung:


    Zitat


    Dr.Sascha Baller
    Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Medizincontrolling e.V.
    Stabsstelle Organisation und Medizincontrolling an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen


    und ggf. auch dem Hinweis auf ein öffentliches Forum, in dem diese Wunderlichkeit der Firma BOSS erörtert wird, die Auskunftswilligkeit der jeweils anderen Partei erhöhen könnte. Vielleicht gibt es ja einen triftigen Grund für diese "Verweigerungs-" Haltung. Ich könnte mir vorstellen, dass dies auch einige der Gäste und die angemeldeten Nutzer, die z. T. womöglich auch BOSS-Systeme einsetzen, interessiert. Also, nur zu.


    Schöne Grüße
    sendet
    B. Sommerhäuser :)

  • Hallo Herr Sommerhäuser,
    Sie haben mich motiviert und meine Neugier wieder erwachen lassen, doch noch mal nach den Ursachen der Schnittstellenphobie in dieser Sache zu suchen. Meiner Erfahrung nach sind an solchen Problemen mehrere Personen und Institutionen beteiligt, so dass die Multikausalität Ursachenforschung aufwendig macht. Bei Neuigkeiten melde ich mich wieder.
    Grüße aus Ludwigshafen
    Sascha Baller
    :O
    --
    Dr.Sascha Baller
    Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Medizincontrolling e.V.
    Stabsstelle Organisation und Medizincontrolling an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen

    Dr. med. Sascha Baller
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    www.drg24.de

  • Hallo Herr Baller, hallo Herr Sommerhäuser,
    danke für Antworten. Das Auftreten von BOSS scheint also tatsächlich deckungsgleich zu sein. Nach dem "Zusammenbasteln" von Einzelauskünften sowohl von BOSS als auch von ID Berlin (Diacos)kann es eigentlich kein plausibles Hindernis für die bidirektionale Schnittstelle geben. Aber: wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch! Der Tatendrang bei der Integration von Fremdprodukten scheint sich in Grenzen zu halten.
    Auch wir bleiben weiter am Ball und informieren bei Neuigkeiten.
    Auf keinen Fall sollte man dieses Thema abhaken.


    Viele Grüße und schöne Weihnachtstage (ohne Codes und Richtlinien) !!!


    Steffen Zacher
    Facharzt HNO
    Medizin-Manager, Städt.KH Martha-Maria Halle-Dölau

  • Hallo Herr Sommerhäuser, hallo Herr Zacher,
    ich habe der Firma BOSS den Hinweis auf unsere Diskussion gegeben. ID Diacos werde ich auch noch benachrichten. Mal sehen, von wem wir ernst genommen werden.:rotate:
    Frohe Weihnachten an alle Medizincontroller
    Sascha Baller
    --
    Dr.Sascha Baller
    Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Medizincontrolling e.V.
    Stabsstelle Organisation und Medizincontrolling an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen

    Dr. med. Sascha Baller
    Dr. Baller | Medizincontrolling
    www.drg24.de

  • Hallo zusammen,


    Ich ERWARTE eigentlich, dass wir ernst genommen werden...
    weil wir bei einer Produktverbesserung maßgeblich hilfreich sein können.


    Gruß
    B. Sommerhäuser

  • Sehr geehrter Herr Dr. Baller,


    mit Interesse habe ich die Diskussion im Internetforum von „mydrg.de“ verfolgt. Erlauben Sie mir einige Anmerkungen.
    Um es vorwegzunehmen: mysteriös bedeutet letztlich das Gegenteil von transparent. Es ist aber eine grundlegende Geschäftsphilosophie der Firma BOSS AG ihre Produkte und auch die dahinterliegende Idee transparent zu gestalten und im konstruktiven Austausch mit den Anwendern diese Produkte ständig zu verbessern. Es ist uns sehr wohl bewusst, dass nur durch eine solche Geschäftspolitik ein zufriedenes Miteinander mit unsern Kunden zu gewährleisten ist.


    Nun zu Ihrer Kritik.


    Das wir bis heute keine bidirektionale Schnittstelle zu DIACOS entwickelt haben hat keine technischen, zeitlichen oder finanzielle Gründe sondern liegt in der Komplexität des Informationsaustausches begründet.


    Unser System verwaltet Diagnosen, Prozeduren sowie unzählige weitere Daten, die im Verlauf einer Patientenkarriere an den unterschiedlichsten Orten entstehen. So kommen Daten nicht nur aus unseren eigenen Produkten wie dem DEM , der OP-Dokumentation oder z.B. auch der Radiologieanwendung, sondern z.T. in erheblichem Umfang eben auch über angeschlossene Fremdsysteme. Eine Schnittstellenphobie können wir schon von daher für uns nicht in Anspruch nehmen, konnten wir doch in der Vergangenheit Schnittstellen zu multiplen anderen Systemen erfolgreich realisieren.
    Im speziellen Fall einer bidirektionalen Schnittstelle zu DIACOS ergeben sich aber Probleme rechtlicher und logistischer Art, die nach unserer Überzeugung bisher nicht ausreichend gelöst sind.
    So ist zu berücksichtigen, dass besonders in angeschlossenen Subsystemen eine eigenständige Datenverwaltung vorliegen kann. Hier sind auch Daten wie Op-Berichte, Arztbriefe oder ähnliches zu erwähnen, die in aller Regel heutzutage auch Informationen über erfasste Diagnose- und Prozedurencodes enthalten und ggf. längst in schriftlicher Form vorliegen, bevor eine weitere Datenerfassung in DIACOS erfolgt. Bei Vorliegen einer bidirektionalen Schnittstelle würden spätere Änderungen des Datensatzes aber in solche Subsysteme und deren Formulare nicht zu übertragen sein oder hier zu Verfälschungen der primären Dokumentation führen. Und das auch noch unbemerkt von den Anwendern des Subsystems!
    Wie wollen Sie mit diesem Problem umgehen und im Falle einer rechtlichen Auseinandersetzung des Patienten mit dem Arzt nachweisen, wann durch wen welche behandlungsrelevanten Daten in welchem System geändert wurden? Bei Inkongruenzen der Datensätze werden Sie eine solche Auseinandersetzung aber völlig unabhängig von den inhaltlichen Problemen verlieren. In diese Position wollen wir Sie sicher nicht bringen!


    Um allein dieses Problem zu lösen, wäre es wohl erforderlich sämtliche in unserem KIS verwalteten Information an DIACOS zu übermitteln und dort bearbeiten zu lassen. Diese Möglichkeiten sieht das Programm der Firma ID aber naturgemäß gar nicht vor.
    Da die DIACOS-Schnittstelle aber nicht alle, für unser System erforderlichen Informationen verwaltet, könnten wir nur alle Diagnosen und Prozeduren des Patienten in unserem System löschen und komplett aus DIACOS wieder übernehmen. Sie müssten dann die erforderlichen Zusatzinformationen, wie z.B. die Diagnoseart (Ein-, Auf-, Hauptdiagnose usw.) jedes Mal wieder neu nachtragen; dabei ist auch zu berücksichtigen. dass wir bei Verlegungen mittels des §301 bereits Diagnosen an die Krankenkassen übertragen haben.
    Das betrifft natürlich auch ggf. bereits zugeordnete Entgelte. Was, wenn dann durch Änderung der Diagnosen in DIACOS die Abrechnungsvoraussetzungen für eine Fallpauschale gar nicht mehr gegeben sind? Auch hier wären wir also gezwungen die bisher erfassten Daten zunächst zu löschen, wodurch ihre Mitarbeiter nach jedem Aufruf des Patienten in DIACOS überprüfen müssten, welche Veränderungen bei den Entgelten, wohlmöglich auch noch aus anderen Fachabteilungen, entstanden sind.
    Und was, wenn während der Bearbeitung eines Patienten in DIACOS ein anderer Anwender auf den Datensatz im KIS zugreifen will? Dieser würde völlig falsche Informationen erhalten und vielleicht zeitgleich neue Daten hinzufügen, die mit den an anderer Stelle erfassten Informationen aber auch im Widerspruch stehen könnten. Wir müssten konsequenterweise also den Datensatz sperren. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wäre unser System für den Anwender aber tatsächlich mysteriös!
    Es gibt noch weitere Punkte, die nach unserer Auffassung die Erstellung der von Ihnen gewünschten bidirektionalen Schnittstelle behindern, deren Darstellung diesen Rahmen aber sprengen würde.
    Falls Sie uns aber einen logistisch, rechtlich wie auch funktionell einwandfreien Weg aufzeigen können, wie allein die oben beschriebenen Probleme zur Zufriedenheit aller Mitarbeiter Ihrer Einrichtung zu lösen sind, sind wir natürlich gerne bereit unsere Einstellung zu einer solchen bidirektionalen Schnittstelle zu überdenken.
    Um zu verhindern, dass Sie „über Hintergründe nur spekulieren können“ bieten wir Ihnen zwischenzeitlich natürlich gerne auch das direkte Informationsgespräch an!


    Mit freundlichen Grüßen
    BOSS AG
    Johannes Friedlbinder

  • Zitat


    Original "Herr Friedlbinder,BOSS"
    Nun zu Ihrer Kritik.


    Das wir bis heute keine bidirektionale Schnittstelle zu DIACOS entwickelt haben hat keine technischen, zeitlichen oder finanzielle Gründe sondern liegt in der Komplexität des Informationsaustausches begründet.


    Guten Abend Herr Friedlbinder,


    ist es nicht auch möglich, dass Sie hier lediglich Ihr "Eigenes Produkt" den Entgeltmanager" indirekt präferieren und eine bidirektionale Schnittstelle aus genau diesen Gründen verhindern?


    Eine Stellungnahme von Diacos an dieser Stelle wäre sicher aufklärend.


    Ihre


    DRGLAUS

    Kurt Mies

  • Hallo Frau / Herr DRGLAUS


    Ich persönlich denke, dass sich Herr Friedlbinder ausführlich und nachvollziehbar zur Sachlage aus seiner Sicht geäußert hat. Damit kann man etwas anfangen, wie ich finde. Geschäftsstrategien einzelner Firmen möchte ich hier nur ungern beleuchtet wissen. Haben Sie daher bitte Verständnis dafür, wenn ich Sie bitte, die gestellte Frage besser per Email zu klären. Sie erreichen die Firma Boss unter info@boss-ag.de. Zusätzlich wäre es natürlich hilfreich und wünschenswert, wenn Sie Ihr "Profil" entsprechend anpassten, um auch eine Reaktion per EMail zu ermöglichen. DRGLAUS ist halt ein wenig unpersönlich. Vielen Dank.


    B. Sommerhäuser

  • Sehr geehrte Kollegen,
    die beschriebenen Schwierigkeiten bei der Schaffung der Schnittstelle leuchten mir ein. Schade, dass Herr Friedlbinder mich als Projektverantwortlichen und unseren EDV-Leiter nicht so ausführlich bzw. eben gar nicht informiert hat als wir die bidirektionale Schnittstelle angefragt haben. Unabhängig von diesem Kommunikationsproblem bleibt das Problem aus meiner Sicht ungelöst, da ID Diacos zu einer Suchmaschine degradiert wird und wegen des fehlenden Datentransfers interessante Funktionalitäten von ID Diacos nicht genutzt werden können. So stellt sich mir weiterhin die Frage, ob wir uns mit dem status quo bis in alle Ewigkeit zufrieden geben müssen und vor allem, was ID dazu meint, dass so zwangsläufig interssante Funktionalitäten ihrer Software nicht genutzt werden können.
    Grüße aus Ludwigshafen
    Sascha Baller :rolleyes:
    --
    Dr.Sascha Baller
    Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Medizincontrolling e.V.
    Stabsstelle Organisation und Medizincontrolling an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen


    [ Dieser Beitrag wurde von Sascha_Baller am 15.01.2002 editiert. ]

    Dr. med. Sascha Baller
    Dr. Baller | Medizincontrolling
    www.drg24.de

  • Sehr geehrter Herr Friedlbinder,
    auch mir leuchten die von Ihnen dargestellten Einwände gegen die Schnittstelle ein. Die zur Geltung gebrachten Kritikpunkte betreffen aber im Wesentlichen das Problem der Datenveränderung mittels DIACOS.
    Ist nicht eventuell auch ein Mittelweg technisch realisierbar. Es wäre z.B. schon ein Zugewinn, wenn OPS- und ICD-Daten aus dem KIS in DIACOS übernommen (bzw. kopiert)werden. Es wäre dann mit Diacos ein Grouping vorhandener Daten möglich, ohne dass diese zwangsläufig verändert werden. In DIACOS könnte man dann Varianten der Kode-Konstellationen durchspielen, ohne dass diese tatsächlich abrechnungsrelevant,d.h. rückübernommen werden müssen (was natürlich im Idealfall wünschenswert wäre).
    Herr Diekmann und Co. versichern außerdem die unversehrte Rückübermittlung der Daten.
    Gibt es nur das Alles-oder-nichts-Prinzip oder können sich zwei mit dem entsprechenden know-how ausgestattete Unternehmen im Sinne der Anwender auch auf einem kleineren gemeinsamen Nenner treffen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Steffen Zacher





    [ Dieser Beitrag wurde von Zacher am 15.01.2002 editiert. ]


    [ Dieser Beitrag wurde von Zacher am 15.01.2002 editiert. ]


    [ Dieser Beitrag wurde von Zacher am 15.03.2002 editiert. ]