SMS DRG-"Arbeitsplatz"

  • Guten Morgen,


    ein Thema aus dem DRG-Forum:
    Was bisher geschah:


    <mhollerbach>


    Hallo allerseits,


    gibt es in diesem Forum vielleicht einen Leidensgenossen/-genossin, der ebenfalls der Firma Siemens kostenlose Unterstützung bei der Entwicklung ihres Groupers (bzw. der &quot;Integration&quot; des DRG-Scout) leisten muß?


    Mein absolutes Highlight dabei ist die Diskussion darum, ob die Verweildauer im Krankenhaus nun der Aufenthaltsdauer des Patienten im Krankenhaus entspricht oder aber vielleicht der Zeit zwischen erstem und letztem Kontakt (also z.B. zwischen prästationärer und letztmaliger nachstationärer Untersuchung).


    Markus Hollerbach

    </mhollerbach>


    <J-Schikowski>


    Hallo FRau/Herr Hollerbach,
    bitte outen Sie sich doch mal. An Problemdiskussionen hätte ich auch allerhand beizutragen, führt aber hier im Forum zu weit, bzw. wir sollten uns auf die EDV-Ecke zurückziehen. Kontakt ggf. unter 03695/641125.
    MfG
    --
    Joris Schikowski
    MC KKH Bad Salzungen


    </J-Schikowski>


    &quot;Leidensgenosse&quot; ist wirklich richtig. Meine Hauptprobleme mit dem Teil:
    1 - Das Ding groupt anders als andere Grouper, zB Diacos. Insbesondere HNO, Geburtshilfe und Urologie machen Schwierigkeiten. Es resultieren ca 10% Fehler-DRGs, insbesondere 901Z, ohne dass - bei einem Großteil der Fälle - dort irgendwelche &quot;aufwendigen OPs&quot; zu entdecken sind. SMS vertröstet aufs näxte Update.
    2 - Das Ding groupt anders als es selbst (&quot;Was kümmert mich mein Dummgeschwätz von gestern&quot;). Ein Fall, der &quot;gebatchgroupt&quot; wurde (vom Modul &quot;Handlungsbedarf&quot;) und dort zB die B63Z &quot;Demenz...&quot; erhalten hat, landet bei der Fallbearbeitung ohne Änderung irgendwelcher Daten nach Neugrouping in L07B &quot;Transurethrale OP ...&quot;. Eine Erklärung hierfür fällt mir nicht ein.
    3 - Ich finde keine Exportmöglichkeit nach Excel etc, auch Cut-and-Paste funktioniert nicht. Es bleiben also 2 Optionen: Daten ansehen und Drucken.
    4 - Der Weg von der Fallübersicht zur Nachbearbeitung einzelner Fälle ist mir einige Klicks zu lang (aber das ist nur ein kleiner Schönheitsfehler)


    Insgesamt stellt der DRG-Arbeitsplatz m.E. noch kein arbeitserleichterndes Tool dar.


    Mit freundlichen Grüßen


    Christian Jacobs


    [ Dieser Beitrag wurde von cjacobs am 26.11.2001 editiert. ]

  • Hallo &quot;Mitentwickler wider Willen&quot;,


    die Gruppierungsfehler kann ich bestätigen, gerade wieder welche in der plastischen Chirurgie entdeckt.


    Das &quot;Batchgrouping&quot; über die sog. &quot;Gruppierungsliste&quot; ist sowohl von
    der Funktionalität wie auch vom Ergebnis her ein Witz:


    - anstatt eine Liste auszugeben, die man dann evtl. erweitern oder verkleinern und dann auf einen Rutsch gruppieren kann, erledigt das Programm dasselbe in einem Durchgang, ohne daß der Benutzer daran etwas ändern kann.


    - die Ergebnisse sind katastrophal: ich erhalte eine Liste, in der ein Teil als erfolgreich gruppiert angezeigt wird, darüberhinaus taucht eine Reihe von Fehler-DRGs auf (meistens &quot;nicht gruppierbar&quot;). Ruft man dann den Fall auf und gruppiert erneut, wird eine `normale` DRG ermittelt und der betr. Fall verschwindet aus der Liste. Hat man auf diese Weise alle &quot;nichtgruppierbaren&quot; Fälle erledigt und drückt erneut auf den &quot;Gruppieren&quot;-Knopf, verschwinden auch alle anderen, angeblich erfolgreich gruppierten Fälle. Alle Gruppierungsergebnisse dieses &quot;Batchgrouping&quot; sind, wie bereits erwähnt, zweifelhaft.


    Bei den erzeugten Listen ist es nicht möglich, das PCCL anzuzeigen, auch nicht die Episodennummer des Patienten, dafür aber lauter unnützes Zeug.


    Eine statistische Auswertung der Listen ist auch nicht vorgesehen, daher gibt es keinerlei Möglichkeit, die Ergebnisse als Text- oder gar Exceldatei zu exportieren - noch nicht einmal über die Zwischenablage!


    Was bei der Ermittlung der Listen der (standardmäßig aktivierte) Haken bei &quot;voraussichtliche Entlassung&quot; soll, hat sich zumindest mir bisher nicht erschlossen - entweder ist ein Patient entlassen oder nicht.


    Und die Logik, wonach eine Übereinstimmung von Einweisungs- und Aufnahme bzw. DRG-Hauptdiagnose auf eine mangelhafte Kodierungsqualität hinweisen soll, kann ich auch nicht nachvollziehen.


    Der Knüller ist aber die absurde und vollkommen unbrauchbare Ermittlung der Verweildauer: die dauert nämlich vom Datum einer prästationären Untersuchung bis zur letzten poststationären Kontrolle. Bei unseren plastischen Chirurgen, die besonders viele ihrer Patienten prä- und poststationär betreuen, entstehen dadurch Verweildauern von mehreren Wochen bei Fällen, die effektiv 3 Tage stationär lagen. Der Verantwortliche der Firma Siemens erklärt dazu, dies sei kein Bug, sondern ein Feature - genau so sei Verweildauer definiert....


    Markus Hollerbach
    :chirurg:

  • Guten Morgen,
    die Fa. Siemens vermutet bei sich ein hohes Potential an DRG_Kompetenz , welches leider nicht existent ist. Seit Juli ist die hohe Fehlerquote bei der Gruppierung dort bekannt, für September in Aussicht gestellte Releases sind bisher nicht eingetroffen, Kundenwünsche werden ignoriert. Der Versuch, auf der medica einem verantwortlichen Mitarbeiter mal ein paar Wahrheiten ins Stammbuch zu schreiben, scheiterte kläglich. &quot;Projektleiter leider erst morgen auf dem Stand, schauen Sie sich doch mal an, wie toll wir den Scout bei -medico- implementiert haben.&quot; Offensichtlich geht das Sterben auf Raten von Clincom munter weiter.
    Frustriert grüßt aus Thüringen (Regen, 6°C)X( X( X(
    --
    Joris Schikowski
    MC KKH Bad Salzungen

    :augenroll: Joris Schikowski
    MC Klinikum Bad Salzungen
    Vors. RV MD der DGfM e.V.

  • Guten Morgen Hr. Hollerbach,


    Zitat


    Bei den erzeugten Listen ist es nicht möglich, das PCCL anzuzeigen, auch nicht die Episodennummer des Patienten, dafür aber lauter unnützes Zeug.


    Eine statistische Auswertung der Listen ist auch nicht vorgesehen, daher gibt es keinerlei Möglichkeit, die Ergebnisse als Text- oder gar Exceldatei zu exportieren - noch nicht einmal über die Zwischenablage!


    Eine statistische Auswertung ist über SQL-Access möglich, die Tabellen für DRGs sind in der Release-Beschreibung zu Clinicom Release 4.1-02 Schnittstellen / Transaktionen / SQL ACCESS ausreichend beschrieben.
    In den Tabellen DRG_Fall verweist das Feld Patient als Fremdschlüssel in die Tabelle Patient.
    In den Tabellen DRG_Fall_Eps verweist das Feld Eps_Nr in die Tabelle Episode.


    Bei der Listengruppierung wird aber das Feld PCCL nicht ausgefüllt!


    Dass wir ständig als Beta-Tester für unausgereifte Produkte missbraucht werden kann ich nur bestätigen!


    M.f.G.
    R. Oeschger Arzt, Med-Controlling

  • Hallo,


    Zitat


    Original von Oeschger:


    Eine statistische Auswertung ist über SQL-Access möglich, die Tabellen für DRGs sind in der Release-Beschreibung zu Clinicom Release 4.1-02 Schnittstellen / Transaktionen / SQL ACCESS ausreichend beschrieben.


    Mit Verlaub: ich bin Anwender - ich will einen Knopf oder einen Menüpunkt im Programm und nicht selbst irgendwelche Lösungen stricken müssen!


    Den Hinweis nehme ich trotzdem gerne auf und leite ihn an unsere EDV-Abteilung weiter (ohne konkrete Hoffnung allerdings, daß in diesem Jahr noch irgendetwas passieren wird...).


    Markus Hollerbach

  • Hallo Herr Hollerbach,
    Ihr Anspruch ist vollkommen berechtigt. Die Sache mit SQL funktioniert als Hilfskrücke aber ganz ordentlich, so das man mit Hilfe einer Exel-Bearbeitung und nach dem Rauswurf der nicht klassifizierbaren Fälle doch einen halbwegs realistischen Anhalt für seinen Casemixindex bekommt.
    MfG:smokin:
    --
    Joris Schikowski
    MC KKH Bad Salzungen


    [ Dieser Beitrag wurde von J-Schikowski am 27.11.2001 editiert. ]

    :augenroll: Joris Schikowski
    MC Klinikum Bad Salzungen
    Vors. RV MD der DGfM e.V.

  • Lieber Herr Oeschger, lieber Herr Hollerbach,


    mich würde interessieren, in welchen Häusern Sie beide arbeiten. Outen Sie sich doch mal...


    Freundliche Grüße


    Christian Jacobs


  • Hallo Hr. Jacobs


    ich arbeite in der Hegau-Kinikum GmbH in 78224 Singen, hatte leider vergessen das Haus im Mitglieder-Profil anzugeben, ist jetzt geschehen.

  • Hilfe !!


    Vor 2 Tagen CareCenter Release 3.3 installiert. Beim Gruppieren der Patienten des Monats November (Gruppierungsliste) fallen vermehrt Fehler-DRGs 960Z auf. Bei Betrachtung des Einzelfalles ist die Fehler-DRG nicht zu erklären. Einzel-Gruppierung erzeugt dann auch prompt die korrekte DRG. Auch durch mehrfaches Aufrufen der Gruppierungsliste lassen sich die Fehler-DRGs beseitigen!


    Das darf doch nicht wahr sein.


    Ein entnervter


    R. Oeschger
    Arzt, Med-Controlling

  • Hallo,


    Zitat


    Original von Oeschger:


    fallen vermehrt Fehler-DRGs 960Z auf. Bei Betrachtung des Einzelfalles ist die Fehler-DRG nicht zu erklären. Einzel-Gruppierung erzeugt dann auch prompt die korrekte DRG. Auch durch mehrfaches Aufrufen der Gruppierungsliste lassen sich die Fehler-DRGs beseitigen!


    Problem kann ich bestätigen.
    Weiter erschwerend kommt dazu, daß die solchermaßen erzielte Gruppierung fehlerhaft ist, man also alle Ergebnisse nachkontrollieren muß, womit sich der Sinn einer &quot;Gruppierungsliste&quot; ins Gegenteil verkehrt...


    Markus Hollerbach

  • Hallo,


    <j-schikowski am 27.11>
    die Sache mit SQL funktioniert als Hilfskrücke aber ganz ordentlich, so dass man mit Hilfe einer Excel-Bearbeitung und nach dem Rauswurf der nicht klassifizierbaren Fälle doch einen halbwegs realistischen Anhalt für seinen Casemixindex bekommt
    </j-schikowski>


    Einspruch, Euer Ehren. Davon kann ich derzeit nur abraten, das Prädikat &quot;halbwegs realistischer Casemix&quot; ist völlig übertrieben.
    Grundproblem: Derzeit groupt der SMS-Grouper falsch. Und zwar sehr oft sehr falsch. Allerdings habe ich bisher auch geglaubt, man könne irgendwie damit arbeiten, zB indem man die Fehler-DRGs rauswirft. Irrtum, man kann nicht:
    Habe eben den November gegroupt, es kamen von 1500 Fällen 300 als &quot;ungruppierbar&quot; zurück. Ich habe die tatsächlich alle in der Einzelfallbearbeitung nachgegroupt (Tastenkombination Return, Alt-E, Esc, Pfeil-nach-unten, 300mal, man kommt sich vor wie beim Telespiel). Ich bekam ca 290 Nicht-Fehler-DRGs zurück, die meisten davon sahen plausibel aus.
    Als Problem stellten sich die 1200 Fälle heraus, die initial irgendeine Nicht-Fehler-DRG zugewiesen bekamen. Betonung auf irgendeine. Auch hier führt die erneute Einzelbearbeitung in der Regel zu plausiblen Ergebnissen, das Erstergebnis des Batchgrouping ist aber oftmals unglaublich. Beispiele:


    *1
    HD C50.9, ND i48,g40.9,i05.2,h01.0,h40.1,h25.8,n39.0, Pr 8-550
    DRG initial F69B (klappenerkrankung)
    DRG im 2.Anlauf (korrekt) J62A (Mamma-Ca)
    *2
    HD K42.0 (Hernie mit Einklemmung), ND i11.0,e11.90, Pr 5-469.20, 5-534.1
    DRG initial F62B (Herzinsuff)
    DRG im 2.Anlauf (korrekt) G04A
    *3
    HD C61, ND e14.90,k74.6,n35.9,n32.0 Pr 5-601.0, 5-586.0
    DRG initial H60C (Lebercirrh)
    DRG im 2.Anlauf (korrekt) M02B (TUR-P)


    .. ich hätte noch Dutzende davon ...


    Ein dritter klick auf &quot;DRG ermitteln&quot; brachte in keinem Fall ein anderes Ergebnis.
    Es scheint also einen funktionierenden Groupingalgorithmus zu geben, irgendwo in den Tiefen des Programmcodes. Die Listenerstellung des DRG-Arbeitsplatzes zieht es aber offenbar derzeit vor, diesen nicht zu verwenden.
    SMS hat diese Woche allerallerbaldigste Besserung gelobt, das Problem wird wohl derzeit intensiv beharkt. Bis dahin kann ich vor einer Verwendung des Programms nur warnen, wenn man mit den erzeugten Daten arbeiten will. Oder: Jeden Fall einzeln groupen! Das sind nur 4 zusätzliche Klicks pro Patient, vielleicht findet sich ja ein Praktikant oder ein dressierter Schimpanse der das gerne tut.


    Kopf hoch, die Welt ist besser als sie aussieht


    Mit freundlichen Grüßen
    Christian Jacobs