Kapselfibrose nach Mamma CA

  • Hallo an alle,
    wieder ein problembeladener Tag oder einfach nur ein Black out?
    Folgende Frage:
    Eine Patientin stellt sich vor nach Ablatio der Mamma (LADO mit Prothese)von 1999.
    Zwischenzeitlich erfolgten einige Operationen auswärts, wie Prothesenwechsel etc.
    Nun besteht eine Kapselfibrose der Mamma.
    Kodierter OPS: Inzision der Mamma- Durchtrennung der Kapsel bei Mammaprothese.
    Hier stoße ich bei der Wahl der Hauptdiagnose immer wiede an meine Grenzen.
    Ich würde nach wie vor das Mamma CA kodieren.
    Aber wie ich schon einigen Beiträgen hier entnehmen konnte, wird das Problem gegensätzlich diskutiert.
    Ähnlich verhält es sich bei Aufbauplastiken nach Mamma-CA.
    Gibt es hilfreiche Ideen???
    Viele Grüße und frohes Schaffen
    MORI
    :rolleyes:

  • Guten Tag,


    meine Meinung (nach Ihren Angaben): Das CA wird nicht mehr behandelt, ist also auch nicht als HD zu nennen. Behandelt wird eine Komplikation (Fibrose) aufgrund der implantierten Prothese.


    Sollte es hierbei zur Entfernung der Prothese kommen (wobei ich auch ohne Entfernung in diesem Sinne kodieren würde), ist die DKR 1205a Plastische Chirurgie zu beachten:


    Entfernung von Brustimplantaten
    Brustimplantate werden aus medizinischen oder kosmetischen Gründen entfernt.
    Bei medizinischen Gründen zur Entfernung von Brustimplantaten wird einer der folgenden Kodes
    T85.4 Mechanische Komplikation durch Mammaprothese oder -implantat
    T85.78 Infektion oder sonstige entzündliche Reaktion durch sonstige interne Prothesen, Implantate oder Transplantate
    T85.88 Sonstige Komplikationen durch interne Prothesen, Implantate oder Transplantate, anderenorts nicht klassifiziert
    zugewiesen.


    Das hat nur einen kleinen Hacken, denn in Kapitel 19 finden wir folgendes:


    1919a Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen und medizinischer Behandlung
    Die Kategorien T80-T88 Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen und medizinischer Behandlung,anderenorts nicht klassifiziert in Kapitel XIX der ICD-10-SGB-V stehen zur Kodierung bestimmter Komplikationen zur Verfügung, die in Zusammenhang mit Operationen und anderen Eingriffen auftreten, zum Beispiel Infektionen von Operationswunden, mechanische Komplikationen von Implantaten,
    Schock usw.
    Diese Kategorien sind nur dann zu verwenden, wenn kein spezifischer Kode aus einem anderen Kapitel der ICD-10-SGB-V zur Verfügung steht.
    ...
    Kodes für die spezifische Verschlüsselung von Komplikationen nach medizinischen Maßnahmen finden sich in den folgenden Kategorien:
    ...
    N99.- Krankheiten des Urogenitalsystems nach medizinischen Maßnahmen, anderenorts nicht klassifiziert


    Der geneigte Suchende könnte dort also z.B. N99.8 -Sonstige Krankheiten des Urogenitalsystems nach medizinischen Maßnahmen- finden und es zuordnen wollen (weil ja angeblich spezifischer und dann eben nicht T85.- zu benutzen).


    Wir machen uns da mal nichts vor und stellen fest, dass das vermeidlich so viel Spezifischere hier nur die Beschränkung auf das Urogenitalsystem ist (hier verschwindet dann die Information "Prothese") und somit nicht den großen differenzierenden Wurf darstellt. Beide zu nennen schließt die 1919a aus.


    Ich würde also kodieren:
    HD: T85.-
    ND: N60.3
    Proz: z.B. 5-881.20


    Damit landet man dann in der X06B Andere Eingriffe...,RG: 0,929.


    Nimmt man die N99.8 als HD (alles andere wie gehabt) landet man in der 902Z Kleine OP ohne HD-Bezug, RG: 0,903.
    Sollte man die Fibrose zur HD machen: J07B Kleine Eingriffe bei..., RG: 0,739.


    Das ist meine persönliche Meinung und steht zur Diskussion.
    --
    Gruß


    D. D. Selter

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau