• Liebes Forum,


    wenn im CT bzw. im NMR eindeutig ein Perfusionsausfall nachgewiesen ist (auch im Kontroll-CT bzw. NMR einige Tage nach Aufnahme), die Symptome aber nach 24 Stunden weg sind:
    HD G45 ff. (TIA) oder HD I63ff (Apoplex)? ?( 8) ?(


    Ratlos grüßt Patricia

  • Hallo Patricia !!!
    Sind die Symptome nach 24 Stunden verschwunden, ist die Hauptdiagnose TIA, jedenfalls noch, ab nächstes Jahr kommen neue Zeitmaßstäbe.
    Befunde im CT oder anderen Untersuchungen könnten auch älteren Ursprungs sein, meist nicht eindeutig zu werten.
    Ich würde als HD TIA codieren wenn Symtome nach 24 Std. weg.


    Schönen Abend noch Hase:smile:

  • Hallo die Damen,
    Hases Einschätzung ist richtig. Zwar kann man gerade mit der Perfusions-MRT frische und ältere Ischämien sehr wohl differenzieren, dies spielt aber bei der Kodierfrage keine Rolle. Die TIA ist nämlich rein klinisch definiert, der Begriff ist um einiges älter als die Perfusions-MRT.
    Die Klassifikation TIA-PRIND-Stroke ist ein Auslaufmodell, da man heute weiß, dass auch bei ca. 50% der transienten Ischämien morphologische Veränderungen auftreten. Man bevorzugt heute eine Klassifikation, die sich an ätiopathogenetischen Gesichtspunkten orientiert und lakunäre Infarkte von makroangiopathisch oder kardial-embolisch verursachten Ischämien in den verschiedenen Stromgebieten unterscheidet (soviel zum Thema Besserwisserei).
    Der ICD kennt aber nun einmal noch die TIA und darum muss man sie kodieren, wenn die klinische Definition (< 24 h) erfüllt ist. Ist auch sinnvoll, denn die TIA verursacht nun einmal erheblich weniger Kosten als ein Stroke (es sei denn, man macht eine Perfusions-MRT, womit sich der Kreis schließt...)


    Also: G45ff.


    Schöne Grüße, P. Leonhardt

    Dr. Peter Leonhardt
    Neurologe
    Arzt für Med. Informatik
    Med. Controlling



    I'd rather have a full bottle in front of me than a full frontal lobotomy

  • Guten Abend,


    es gilt die klinische Diagnose!
    wir behandeln Patienten (Klinik und Diagnostik)
    aber nicht isoliert (!) betrachtet: Röntgen-Bilder.



    Gruß


    Eberhard Rembs

  • ok Herr Rembs, das war etwas kürzer und eleganter formuliert als mein posting. Dass die Neurologen immer so kompliziert sein müssen!


    mfg (es geht doch!)
    P.L.

    Dr. Peter Leonhardt
    Neurologe
    Arzt für Med. Informatik
    Med. Controlling



    I'd rather have a full bottle in front of me than a full frontal lobotomy

  • Zitat


    Original von Leo:
    ok Herr Rembs, das war etwas kürzer und eleganter formuliert als mein posting. Dass die Neurologen immer so kompliziert sein müssen!


    mfg (es geht doch!)
    P.L.



    Guten Abend Leo,


    Sie haben mich falsch verstanden. Sie haben elegant und präzise geantwortet und ich wollte mit meinen Worten volle Zustimmung bekunden!



    herzliche Grüße


    Eberhard Rembs

  • Vielen Dank, Ihr habt mir sehr weitergeholfen. Ich habe auch noch einmal in den Kodierrichtlinien der deutschen Schlaganfallgesellschaft nachgesehen (126 Seiten zum Kodieren des Schlaganfalls ist ja ganz schön heavy!), dort steht es auch so drin. Denn das Ah und Oh im System ist ja, dass einfach alle einheitlich kodieren, und das scheint (zumindest bei den Neurologen) ja so zu sein. Gedanken mache ich mir da eher um die kleinen Inneren Abteilungen, deren Ziel im Moment oft vordringlich ein hoher CMI ist (ich will wirklich keinem was unterstellen, nicht dass Ihr mich falsch versteht, aber man darf ja mal laut denken....).
    Vielleicht kann man mal außerhalb des Forums (:smokin: bei aller Freundlichkeit meinerseits den Kassen gegenüber muss man ja nicht alle Karten auf den Tisch legen...) eine Statistik benchmarken: Verhältnis G45ff zu I63ff in einer Abteilung?
    Gruß
    Patricia

  • Vielen Dank, Ihr habt mir sehr weitergeholfen. Ich habe auch noch einmal in den Kodierrichtlinien der deutschen Schlaganfallgesellschaft nachgesehen (126 Seiten zum Kodieren des Schlaganfalls ist ja ganz schön heavy!), dort steht es auch so drin. Denn das Ah und Oh im System ist ja, dass einfach alle einheitlich kodieren, und das scheint (zumindest bei den Neurologen) ja so zu sein. Gedanken mache ich mir da eher um die kleinen Inneren Abteilungen, deren Ziel im Moment oft vordringlich ein hoher CMI ist (ich will wirklich keinem was unterstellen, nicht dass Ihr mich falsch versteht, aber man darf ja mal laut denken....).
    Vielleicht kann man mal außerhalb des Forums (:smokin: bei aller Freundlichkeit meinerseits den Kassen gegenüber muss man ja nicht alle Karten auf den Tisch legen...) eine Statistik benchmarken: Verhältnis G45ff zu I63ff in einer Abteilung?
    Gruß
    Patricia


  • Hallo und sorry Herr Rembs, so hab ich Sie auch verstanden. Mein Posting sollte keine Spitze gegen Sie sein (warum auch, Ihre Beiträge im Forum waren schon häufig sehr wertvoll), sondern belegen, dass Neurologen tatsächlich manchmal etwas umständlich sind. Lassen wir es dabei, die TIA-Frage ist geklärt, also auf zum nächsten Kodierproblem.


    bis bald, P. Leonhardt

    Dr. Peter Leonhardt
    Neurologe
    Arzt für Med. Informatik
    Med. Controlling



    I'd rather have a full bottle in front of me than a full frontal lobotomy