Optimierung der Verschlüsselung

  • Hallo,


    ich hoffe es kann mir jemand helfen.
    Ich bin zurzeit mit der Optimierung der Verschlüsselung von Diagnosen und Prozeduren in einem bestimmten Fachbereich beschäftigt und erst Anfänger auf dem Gebiet. Leider weiß ich nicht wo ich am besten anfangen soll um auch ein Ergebnis zu erzielen.
    Vielleicht hat ja schon jemand so etwas gemacht und kann mir sagen wie ich vorgehen soll.


    Vielen Dank im Voraus!


    Natascha

  • :i_respekt:
    Also, zuerst sollte man das Fachgebiet (z.B. Gynakologie) medizinisch beherrschen und derartige Untersuchungen/Operationen selbst schon durchgeführt oder dran teilgenommen haben.


    Dann muss man die Kodierrichtlinien gründlich studieren.


    Danach gilt es anhand der Krankenakte die Kodierungen, die in die Klinik-EDV von den Ärzten (?) eingespeist wurden, zu prüfen. Auf diese Weise werden sie falsch Kodierungen finden und Kodierungen, welche gar nicht erfasst, aber abrechnungsrelevant sind.


    Dann berechnen Sie die DRG vor Prüfung und nach Ihrer Prüfung. Nach 100 Akten können Sie Schluß machen und präsentieren Ihrem Geschäftsführer eine Auswertung mit einer Hochrechnung des Erlösgewinnes bei optimaler Kodierung.
    Die Ärztekollegen sollten über das Ergebnis in soweit informiert werden, als Sie auf häufig vergessene Nebendiagnosen hinweisen und die häufigsten Kodierfehler richtig stellen. Erarbeiten Sie dann hausinterne Kodierrichtlinien (abteilungsintern), welche alle Ärzte erhalten.(EDV-Datei. ständig aktualisiert).


    Manchmal ist es besser, man lässt einen solchen Peer-Review von einem externen Kollegen durchführen (der Prophet im eigenen Lande...).


    Fragen sie mich doch einfach mal, ob die nicht Lust und Zeit hätte!


    Dr. med. Klüber
    Medizincontrolling
    ENDO-Klinik Hamburg

  • Hallo Herr Klueber,


    danke für die Tipps und das Angebot.


    Da hätte ich doch gleich eine Frage an Sie:


    Warum kann man zu dem Diagnosenkode:
    M79.94 - Krankheit des Weichteilgewebes, nicht näher bezeichnet, Hand [Finger,
    Handwurzel, Mittelhand, Gelenke zwischen diesen Knochen]


    die folgenden Prozeduren nicht hinzucodieren (ohne Angabe von weiteren Prozeduren)?


    Großflächige Spalthauttransplantation, Empfängerstelle, Hand 5-902.49
    Großflächige Verschiebe-Rotationsplastik an Haut und Unterhaut, Hand 5-903.69
    Großflächige Z-Plastik an Haut und Unterhaut, Hand 5-903.99
    Großflächige Transpositionsplastik an Haut und Unterhaut, Hand 5-903.79
    Sonstige lokale Lappenplastik an Haut und Unterhaut, Hand 5-903.x9


    Ich bedanke mich jetzt schon.


    Viele Grüße Natascha

  • Hallo,


    können, können Sie schon. Sie landen aber in der Fehler-DRG 901Z. Dies ist abrechenbar (RG 2,087) und auch nicht immer zu vermeiden. Eine andere DRG wird nicht getroffen, weil die Kombination der Diagnose mit den Prozeduren nicht für eine andere DRG definiert ist (es kann ja auch sinnvollerweise immer nur eine getroffen werden).


    Sie sollten im Einzelfall prüfen, ob nicht eine bessere, spezifischere Diagnose genannt werden kann. Dann wird sich wahrscheinlich auch die 901Z vermeiden lassen (aber eben nicht immer).

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo,


    bei meinen Versuchen die Verschlüsselung zu optimieren, tauchen immer wieder neue Probleme/Fragen auf.


    Ich habe die Diagnose:


    T79.8 Weichteildefekt nach Verletzung, Hohlhand


    und die Prozedur:


    5-902.49 Großflächige Spalthauttransplantation, Empfängerstelle, Hand


    in den DRG-Grouper eingegeben und die folgende DRG bekommen:


    X01Z Gewebetransplantation mit mikrovaskulärer Anastomosierung oder
    Hauttransplantationen bei Verletzungen außer an der Hand.


    Warum erhält man hier diese DRG „…außer an der Hand“ obwohl es eine Diagnose und eine Prozedur ist die sich auf die Hand \"beziehen\". Hab ich irgendetwas falsch gemacht oder ist das nur wieder so ein Fall der sich einfach nicht anders lösen lässt?


    Danke,


    Gruß Natascha

  • Hallo Natascha,


    in dem offiziellen ICD-10 Katalog-Text T79.8 \"Sonstige Frühkomplikationen eines Traumas\" steht nichts von \"Hand\". Vermutlich ist hier ein Text gewählt worden ohne in die Systematik zu sehen zum Prüfen. Dies empfiehlt sich immer! Versuchen Sie es mit der ursprünglichen Erkrankung und / oder der Komplikation über einen anderen ICD-Code.

    [size=12]Freundlichen Gruß vom Schorndorfer MDA.

  • Hallo Natascha


    die Kollegen haben Recht. Einzig gültig ist bei der Bezeichnung der Diagnosen der Thesaurus des DIMDI. Wenn irgendein Kodiersoftwarer eine abweichende Beschreibung oder Verknüpfung hinterlegt, muss das nicht immer medizinisch richtig sein.


    Kassen und MDK sehen sich gfs. natürlich gerade die sog. \"Fehlergruppen /900-er\" an. In Fällen wie dem von Ihnen beschriebenen fordert der MDK, dass es eine spezifischere Diagnose gibt, welche nach Kodierrichtlinien auch zu verwenden sei und bewertet vorsorglich den Gebrauch einer abrechnungssteigernden unspezifischen Diagnose als verdächtig auf absichtliche Fehlkodierung.


    Also immer so genau wie möglich kodieren!

  • Zitat


    Original von Günter Konzelmann:
    Versuchen Sie es mit der ursprünglichen Erkrankung und / oder der Komplikation über einen anderen ICD-Code.



    Hallo,
    Vorschlag:
    HD S60.88



    E Rembs