Wieviel Akten pro Tag ?

  • Hallo zusammen,


    auch wenn das Thema sicher schon oft diskutiert worden ist, möchte ich als \" noch-ungelernter-Kodierneuling \" gern mal wissen, wieviele Akten ein Kodierer so im Bundesdurchschnitt pro Tag bearbeiten/schaffen sollte? 1. wenn nur überprüfen und ggf. Ergänzungskodierung
    2. wenn komplett kodiert wird .
    Mich würden hier Erfahrungen neueren Datums(2003/2004)interessieren.
    Weiterhin hätte ich die Frage welche Lehrgänge/Weiterbildungen zum Kodierer oder Casemix Performer wirklich lohnend/gut sind ( evtl. mit Adresse )


    mfG Findus :baby:

    MfG findus

  • Hallo,




    Zitat


    Original von Findus:
    … wieviele Akten ein Kodierer so im Bundesdurchschnitt pro Tag bearbeiten/schaffen sollte? 1. wenn nur überprüfen und ggf. Ergänzungskodierung
    2. wenn komplett kodiert wird .




    siehe:


    3000 Fälle pro Jahr
    22 min pro Fall


    http://www.mydrg.de/dload/MDA_fundw.pdf










    Zitat


    Original von Findus:
    Weiterhin hätte ich die Frage welche Lehrgänge/Weiterbildungen zum Kodierer oder Casemix Performer wirklich lohnend/gut sind ( evtl. mit Adresse )




    es gibt zahlreiche Angebote,


    siehe:



    http://www.pm.ruhr-uni-bochum.de/pm2004/msg00107.htm


    http://www.mydrg.de/dload/kliko_ansbach.pdf








    Gruß


    E Rembs

  • Hallo Findus!
    Zu 1.: je nach Fachgebiet und Aktivität der Ärzte zwischen 5 min (Geburtshilfe, Gyn, allg. Päd.) und 30 min (Innere, ITS u.ä.)
    zu 2.: keine Erfahrungen, aber ich denke die 20 min pro Fall im Schnitt (s.o.) sind realistisch.


    Bei den Weiterbildungen sollten Sie darauf achten, was in Zukunft zu ihren Aufgaben gehören soll.
    Ob nur die Kodiererei oder auch Medizincontrolling im weitesten Sinne (auch-\"Frau/Mann-für-alles-was-mit-DRG-zu-tun-hat\" genannt).
    Bei ersterem reicht oft eine recht preiswerte Schulung bei irgendwem. Bei letzterem ist es zu 80% Learning-by-Doing.


    Trotzdem viel Spass bei der neuen Arbeit :jaybee:

    Viele Grüße aus Sachsen
    D.Zierold

  • Anmerkungen aus der Praxis:
    nur kodieren / überprüfen oder auch Akten beschaffen? fehlende Befunde organisieren?
    Das Ganze steht und fällt ansonsten mit dem Patientengut, d.h. mit der Häufigkeit der Nebendiagnosen; desweiteren: sind die Nebendiagnosen kodiert oder muss ich sie mir aus den Verlaufsbögen heraussuchen?
    Wie benutzerfreundlich ist die EDV-Ausstattung?
    Aus diesen Gründen ergeben sich IMHO auch die unterschiedlichen Zeitangaben bei den diversen Umfragen zu diesem Thema.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo,


    wir haben ca. 9000 DRG-Fälle/Jahr und dafür 2* 0,6 Vollkräfte.
    Aufgabe: Einzelkontrolle aller Diagnosen- und Prozedureneingaben und Ergänzung anhand Krankenakte, DRG-Erzeugung, Rücksprache bzw. Feedback an die Ärzte, Codierqualitätsstatistik und (neu!) allgemeine Aktenführungsqualitätserfassung, Kontrolle der Aufnahmediagnosen. Arbeitszeit ist Montags länger, Freitags Kürzer...


    Empfehlung: Gleich flexible Arbeitszeiten vereinbahren (Arbeitszeitkonto wäre hier perfekt!), da die Fallzahl stark schwankt. Also nach Feiertagen gleich mal 2-3 h länger arbeiten und dann bei wenig Entlassungen früher gehen.....


    Ausbildung: Casemixperformer-Ausbildung mit Zertifikat bei (teuer, aber dafür natürlich gut durchstrukturiert, gute Arbeitsmaterialien, viel Übungen ca. 15.000 Euro/Person ca.6 Monate in Blockkursen a 1 Woche)


    Nachteil bei dieser Ausbildung: Neben Codierung wird eine Menge nebenbei vermittelt, der für das Aufgabengebiet sinnfrei ist...z.B. wird viel zum QM vermittelt. Auch mussten alle Fachbereiche gepaukt werden (und warum wochenlang Geburtshilfe lernen, obwohl wir als Fachklinik für Rheumatologie und Lungenheilkunde nur einen kleinen speziellen Teil benötigen). Also es geht bedeutend Preisgünstiger...nur die Qualität ist halt sehr unterschiedlich (wobei teuer nicht automatisch gut sein muss).


    Gruß

    Thomas Lückert
    Stabsstelle Medizincontrolling
    Unfallkrankenhaus Berlin

  • Zitat


    Original von Findus:
    Weiterhin hätte ich die Frage welche Lehrgänge/Weiterbildungen zum Kodierer oder Casemix Performer wirklich lohnend/gut sind ( evtl. mit Adresse )


    Hallo,
    als Anfänger ohne Vorkenntnisse habe ich vom 26.01.-19.03.04 den 5-wöchigen Lehrgang \"Intensiv-Ausbildung Klinische Kodierfachkraft\" bei Kaysers Consilium in Kevelaer besucht den ich hier ohne Vorbehalte empfehlen kann.Die Verknüpfung von Theorie und Kodierpraxis sowie die Räumliche und Technische Ausstattung von Kaysers Consilium sind Top, ebenso die Auswahl der Dozenten die wirklich Ahnung vom Thema haben.
    Also keine \"Billig-Schulung\" bei \"irgendwem\" wie weiter unten \"empfohlen\".
    Detailfragen bitte über private mail.
    Gruß,R.Frey
    Flyer, Kaysers Consilium

  • Hallo Findus, hallo Forum,


    um nochmals auf die Eingangs gestellte Frage zurückzukommen:


    Die Dauer der Kodierung schwankt von Fachgebiet zu Fachgebiet sehr. Chirurgische und gynäkologische Fälle lassen sich relativ leicht und zügig kodieren, da die Frage der Hauptdiagnose in den meisten Fällen einfach zu klären ist.


    Schwieriger und damit langwieriger werden dann internistische Fälle, da meistens erheblich mehr Nebendiagnosen vorliegen und die Hauptdiagnosefindung nicht immer ganz einfach ist.


    Angenommen ich hätte einen ganzen Arbeitstag Zeit zum (Selbst-)Kodieren (ohne Beantwortung von Kassenanfragen, Aktenanforderung, Befundsuche und Mahnungen) so schaffe ich im Schnitt je nach Schweregrad 40 - 50 internistische Akten am Tag. Im Mittel sind das ca. 9 - 10 Minuten pro Akte. Aber auch diese Zahlen sind stark abhängig vom Schweregrad der Erkrankung des Patienten, aber auch nicht unerheblich von der Dokumentationsqualität in der Krankenakte.


    Es handelt sich hier um eine Schätzung, da leider - oder zum Glück :augenroll: - es selten vorkommt, ohne Unterbrechung kodieren zu können.


    Meine Fortbildung habe ich bei der Caritas-Akademie in Köln gemacht und kann diese in Bezug auf die Referenten und die gesamte Organisation wirklich sehr empfehlen. Zudem hat Köln natürlich auch nach Seminarschluss noch einiges zu bieten :)


    Viele Grüße aus Arnsberg und einen nicht zu stressigen Arbeitstag


    K. Piecha

  • Zitat

    Original von KaPi:
    Zudem hat Köln natürlich auch nach Seminarschluss noch einiges zu bieten :)


    Ab dem Spätsommer kann man z.B. dort 2.Liga-Fußballspiele bewundern!

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Zitat


    Original von Selter:
    Ab dem Spätsommer kann man z.B. dort 2.Liga-Fußballspiele bewundern!


    :t_teufelboese: Wie böse :t_teufelboese:

  • Zitat

    Original von Admin:
    :t_teufelboese: Wie böse :t_teufelboese:


    Als alter Frankfurter darf ich das!


    [schild]Wir sehen uns da![/schild]

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Zitat


    Original von Selter:


    Als alter Frankfurter darf ich das!
    [schild]Wir sehen uns da![/schild]


    Ja klar darfst du, aber wo sehen wir uns ???
    Fußball interessiert mich die Bohne nicht.
    Solche Ignoranden soll\'s geben.


    Gruß
    Burkhard


    Mich beschleicht das Gefühl, dass wir abschweifen, sorry dafür.

  • Hallo!!


    Wollte mal schnell was zu der Weiterbildung in Bochum sagen (Herr Rembs hat dazu eine Internetseite angegeben):
    Dort habe ich meine Weiterbildung zur Kodiererin gemacht und ich bin mit dem Kurs eigentlich ganz gut zu frieden. Man konnte dort viel lernen.
    Damit natürlich die viele Arbeit nicht liegen bleibt, wird dieser Kurs berufsbegeleitend angeboten d.h man besucht ihn einmal im Monat ein Wochenende lang.


    Überleg es dir! :d_gutefrage:


    Viele Grüße aus dem Sauerland


    n.schneiderlein :hasi: