Folgezustand???

  • Habe folgendes Problem
    Pat. wird eingewiesen mit einer schmierigen,tiefulzerösen
    Ulzeration im Bereich des lateralen Knöchels.Vorausgegangen
    war eine bimalleonäre Knöchelfraktur die im Janunar versorgt
    wurde.Primärbehandlung umfasste Nekrosenabtragung und dann
    Materialentfernung mit anschl.Vakumversiegelung.Später noch
    Spalthauttransplantation,welche jedoch abgestoßen wurde.
    Nach Säuberung der Wunde Entlassung.
    Bleibt jetzt immer noch die Knöchelfraktur HD??
    Oder muss der D.m HD sein der aber im Aufenthalt nicht so
    die Rolle spielte(laut Arztbrief).
    Oder der Ulcus???
    Läuft das ganze unter Folgeeingriff??
    Bin für Antworten dankbar.


    Zabi

  • Hallo Zabi!!


    Lt. den den DKR ist die HD, welche im nachhinein zum stationären Aufenthalt geführt hat.
    D.h.: Hat die Ulzeration zum Aufenthalt geführt und nebenbei (weil der Patient einmal da war 8) ) die Metallentfernung durch geführt wurde, so muss die Ulzeration auch HD kodiert werden und die alte Fraktur+Metallentfernung ND.


    Hoffe ich konnte Ihnen weiter helfen.


    LG
    Nicole Schneider :hasi:

  • Zitat


    Original von Zabi:
    Oder muss der D.m HD sein der aber im Aufenthalt nicht so
    die Rolle spielte(laut Arztbrief).



    Guten Morgen,


    nur zur Sicherheit:


    Wurde das Ulcus im Sinne eines \"Diabetischen Fußes\" gesehen? Wenn ja, siehe DKR 0401b:


    Diabetisches Fußsyndrom
    Die Diagnose „Diabetischer Fuß“ wird kodiert mit E10–E14, vierte Stelle „.7“ Diabetes mellitus mit multiplen Komplikationen.
    ....weitere ND.....

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo Zabi,


    Herr Selter hat es schon angedeutet, es können noch ganz andere Faktoren eine Rolle spielen.


    Von Diabetes war bisher nicht die Rede, selbstverständlich sollte man aber nachfragen ob ein Diabetes mit im Spiel war oder nicht.


    Es kommen noch ganz andere Faktoren in Frage. Hat eine etwas prominente Schraube oder das distale Plattenende zunächst für eine innere Nekrose gesorgt (im Sinne einer Druckstelle?), die dann durchbrach und ursächlich für die Ulzeration diskutiert werden müsste, war es eine Metallallergie, eine verzögert auftretende (a-)septische Wundheilungsstörung, eine nicht heilende sondern exacerbierende Druckstelle im Gips usw. usw.?
    Man sollte also zusätzlich zur Codierung des Ulcus bzw. seiner Ursache auch an die Codegruppen T84.1/6/8; T86.88; S93.ff; B95-B97; Uff denken und bei den Prozeduren die 5-983; 5-869.1 nicht vergessen. Als HD kommt vieles in Betracht. Und dies können nur Sie selbst aus dem Krankenblatt und der Befolgung der HD-Regeln heraus beantworten.


    Die S82.ff ist es jedenfalls nach so langer Zeit nicht mehr. Und die ME ist keine vorher geplante ME sondern ist im Zusammenhang mit der Versorgung des jetzt entstandenen Zustandes zu sehen (Herdsanierung durch Entfernung der Fremdmaterialien – also auch keine Z47.0).


    Mit freundlichen Grüßen


    Thomas Winter
    Berlin

  • Zitat


    Original von winterth:
    Von Diabetes war bisher nicht die Rede, selbstverständlich sollte man aber nachfragen ob ein Diabetes mit im Spiel war oder nicht.


    Hallo Herr Winter,


    Zitat


    Original von Zabi:
    Oder muss der D.m HD sein der aber im Aufenthalt nicht so die Rolle spielte(laut Arztbrief).


    D.m habe ich als Diabetes mellitus verstanden. Was haben Sie daraus gelesen?

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo Herr Selter,


    besten Dank für den D.m. Den habe ich tatsächlich überlesen. Für einen diabetischen Fuß ist es mir eine wenig typische Stelle. Aber Sie haben natürlich Recht, er ist zu beachten und zu berücksichtigen unter Umständen sogar als HD, aber der innere Dekubitus eines suboptimalen Schraubensitzes bzw. eine zu geringe Weichtelüberdeckung erscheint mir aus meiner Erfahrung her die wahrscheinlichere Lösung zu sein. Aber wie gesagt, das Krankenblatt entscheidet. Meinen Tippfehler haben Sie aber auch übersehen. Die S93.ff sollte natürlich T93.ff heißen.


    Das nur als Ergänzung.


    Mit freundlichen Grüßen


    Thomas Winter
    Berlin

  • Hallo Herr Winter,


    ich hatte gar nicht auf die Kodes geachtet, bin ja eigentlich nur Korrektes von Ihnen gewohnt.
    Werde aber zukünftig wieder ein Auge darauf haben! :d_zwinker:

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo Herr Selter,


    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, soll schon Lenin gesagt haben. Flüchtigkeitsfehler kommen immer mal wieder vor. Daher kann man gerade Codierungen, nicht oft genug gegenlesen. Hier hatte ich einen Fehler selbst bemerkt. Dies geschieht nicht bei jedem und nicht immer. Möglicherweise sind in diesem Zusammenhang auch Ungereimtheiten in Leitfäden, Kodierrichtlinien usw. zu sehen, wobei Fehler in Kodierrichtlinien gleichsam amtlich sind, während man sich auf die anderen nicht berufen kann.


    Nicht umsonst hatten wir bei uns, als es dafür noch Ressourcen gab, von 1986 bis 1993/94 eine vollständig qualitätsgeprüfte Basisdokumentation in der Gestalt eingeführt, dass zwei Mitarbeiter unabhängig voneinander codierten. Bei Unterschieden in der Codierung kam das Krankenblatt auf den Tisch.


    Statistiken, die auf derartigen Daten beruhten, waren sicherlich valider, als das, was uns jetzt aufgezwungen wird, und die Fakten, die das Max v. Pettenkofer Institut anprangert, waren damit praktisch ausgeschlossen.


    Ich finde es gut, wenn jemand meine Beiträge gegenliest, genauso ist es nicht als Kritik aufzufassen, wenn ich bei anderen einen Fehler oder eine Ungereimtheit entdecke und zu verbessern versuche.


    Mit freundlichen Grüßen


    Thomas Winter
    Berlin