Ändern der HD nach Sektion

  • Hallo Forum, habe eine Frage zu folgendem Fall:
    Ein multimorbider Pat. kommt mit Kreuzschmerzen in die Klinik;danach verschlechtert sich der Zustand des Pat.drastisch; schließlich stirbt der Pat. 3 Tage nach der Aufnahme. Bei der Sektion wird festgestellt, dass dieser Patient letztendlich an einer Aortenklappenendokarditis verstorben ist. Nun meine Frage:
    Darf ich in diesem Fall die Endokarditis als HD kodieren oder sind hier die Kreuzschmerzen als HD zu verschlüsseln?

  • Hallo,


    zu Kodieren ist als HD, was Sie während des stationären Aufenthaltes \"nach Analyse\" (dazu gehört auch eine Sektion) als die Aufnahme verursachende Erkrankung herausgefunden haben. Wenn also die Sektion während des stationären Aufenthaltes (auch wenn`s komisch klingt) durchgeführt wurde, ist klar die Endokarditis HD, wenn der Kreuzschmerz hier als Symptom gewertet wird.
    Wenn die Kreuzschmerzen jedoch als Symptom der Endokarditis ausgeschlossen sein sollten (was hier diskutiert werden kann), würde die Endokarditis ND werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo Herr Selter,
    vielen Dank für ihre Ausführungen. Nun eine weitere Frage:
    Läßt sich ihre Aussage in den Kodierrichtlinien belegen? Vielen Dank

  • Hallo,


    siehe DKR D002c.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Bei der Festlegung der HD würde ich hier noch folgende Passagen
    aus DKR 2004 berücksichtigen (s. 8):


    Zwei oder mehr verwandte Krankheiten, die jeweils unabhängig
    voneinander der Definition der Hauptdiagnose entsprechen können:
    Sofern zwei oder mehr verwandte Krankheiten (z.B. Krankheiten im selben ICD-10-GMKapitel oder Manifestationen, die typischerweise mit einer bestimmten Krankheit gemeinsam auftreten) potenziell der Definition der Hauptdiagnose entsprechen, muss vom behandelnden Arzt entschieden werden, welche Diagnose am besten der Hauptdiagnose-Definition entspricht.


    Zwei oder mehr Diagnosen, die gleichermaßen der Definition der
    Hauptdiagnose entsprechen:
    Wenn zwei oder mehrere Diagnosen in Bezug zu Aufnahme, Untersuchungs-befunden und/oder der durchgeführten Therapie gleichermaßen die Kriterien für die Hauptdiagnose erfüllen und ICD-10-Verzeichnisse und Kodierrichtlinien keine Verschlüsselungsanweisungen geben, muss
    vom behandelnden Arzt entschieden werden, welche Diagnose am besten der HauptdiagnoseDefinition entspricht. Nur in diesem Fall ist vom behandelnden Arzt diejenige auszuwählen, die für Untersuchung und/oder Behandlung die meisten Ressourcen verbraucht hat.


    Diese Richtlinien setzen allerdings voarus, dass die Endokarditis bei Aufnahme (retrosektiv betrachtet) vorgelegen haben muss. Bei einer Endokarditis ist Fieber fast obligat und ggf. Herzrythmusstörungen und/oder Dekompensationszeichen. Nur Kreuzschmerzen als Symptom einer Endokarditis ist wenig bis gar nicht beweisend. Das KH hat aber die
    Beweispflicht anhand der U-Befunde und Klinik.
    Daher sollten diese Daten den Pathologiebefund erklären können.
    Gruß
    Ordu

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