Abschätzung Komplikationswiederkehrerquote bei Budgetverhandlungen

  • Die Abschätzung der Quote an Komplikationswiederkehrern bei der Erstellung der E1-Statistik ist, wie ja schon in mehreren Beiträgen angesprochen, sehr problematisch. Interessant ist aber nicht nur die Anzahl der Wiederkehrer und damit die Zahl der gegenüber Vor-DRG-Zeiten herausfallenden Fälle, sondern auch deren Kostengewicht. Hat hier jemand Erfahrungswerte?


    Die komplette Herausnahme von Fällen z.B. mit einer \"Komplikationsdiagnose\" (T81) oder einer \"Komplikations-DRG\" (X63) ist weder ganz korrekt (schließlich kann durch die Zusammenführung eine höherwertige DRG entstehen) noch erschöpfend (da nicht alle Komplikationen so kodiert werden). Wie haben Sie es in Ihren Verhandlungen gemacht? Was haben die Kassen akzeptiert? Was die Schiedsstellen?

  • Hallo Groupies, Glück Auf rwm


    Nach den Problemen mit der Ausweisung von Wiederkehrern (den Begriff Komplikationswiederkehrer gibt es offiziel nicht) im den Verhandlungsrunden der Optionshäuser hat der Gesetzgeber eine in meinen Augen eindeutigtigere Interpretationshilfe zu deren Ausweisung gegeben. (Danke Herr Tuschen);-) Hierbei bedarf es keines direkten Zusammenhang mit einer T81 /X63. Die Verordnung zählt.
    Sie vereinbaren in den diesjährigen Budgetverhandlungen, falls sie so wie wir erst in diesem Jahr umsteigen, mit dem LKA Budget eine sogenannte externe Fallzahl (Anzahl der Patienten ohne interne Verlegungen). Und diese Fallzahl kann in der Budgetverhandlung ggf. um ausgewiesene \"Wiederkehrer\" vermindert werden. Hierbei sind alle anerkannten Wiederkehrer zusammenzuführen und durch ein neues Grouping auch neu zu bewerten. Durch die Anerkennung von \"Wiederkehrern\" können also ggf folgende Eckwerte beeinflusst werden: Fallzahl und CM/CMI. Ihr LKA-Budget bleibt aber unverändert.
    Grundlegend bleibt das Problem der Anerkennung von Wiederkehrern in einer prospektiven Verhandlung. (-und natürlich das individuelle Verhandlungsziel zu Beginn der Angleichphase)
    Bei uns wurde / wird vermutlich (wir sind noch nicht soweit in unserem Sprengel) ein detailierter Nachweis von den Kostenträgern gefordert. (dazu wird sich eventuell ein weiterer User dieses Forum melden) Im letzten Jahr habe ich das real mit einer fall- und kriterienbezogenen Matrixdarstellung getan.
    Für dieses Jahr müssen Sie in meinen Augen hausindividuell ihre LKA / P21 Fälle an der bestehenden Regel überprüfen, ggf Zusammenführen, neu groupieren und natürlich für den Nachweis ausweisen. Und mit diesem Nachweis gilt es dann noch in der Verhandlung zu bestehen.


    Soweit zumindest meine persönlichen Erfahrungen.


    Gelsenkirchen, -- lauwarm, trocken


    M. Kilian



    PS. Ich weiss, daß nicht jeder sich in diesem Forum outen will / darf. Auch ich habe hierzu schon alles erlebt, aber ein realer Name (und wenn er Rumpelstilzchen ist) ist besser als rwm.

    Michael Kilian

  • Hallo zusammen,


    im KIS wird je nach Hersteller das Merkmal \"Ich bin ein zusammengeführter Fall\" bzw. Fall 1 und Fall 2 sind \"Master\" und \"Slave\" mitgeführt, so daß eine Auswertung darauf abheben kann, weil es nicht nur solche Fälle erfaßt, die nach Satz 1 und 2 verpflichtend in 2004 zusammengeführt werden, sondern auch die Zusammenführung bei Komplikationen berücksichtigt. Ich gebe zu, daß so etwas datenbanktechnisch nicht einfach zu greifen ist, allerdings kann man über die Differenz der Fälle nach Satz 1 und 2 sowie der Gesamtsumme eine Abschätzung hinbekommen und sieht dabei auch den Kostengewichtsverlust. Da so etwas von System zu System verschieden hinterlegt ist, muß wohl jeder per SQL sein eigenes Süppchen kochen. :(

    Gruß aus DU
    Dr. med. Andreas Sander
    Evangelisches und Johanniter
    Klinikum Niederrhein
  • Hallo Groupies,


    um die Katze mal aus dem Sack zu lassen:


    Für die Fälle 2003 bietet zumindest ein Grouperanbieter ein Tool auf Basis des P_21 Datensatzes an. Ich habe dies mit einer Fallzahl größer 50000 getestet und keinen Fehler gefunden.
    Das Vorgehen mit diesem Tool: Fälle 2003 mit Interim-Algorhythmus groupieren. Zusatztool aufrufen. Fertig
    Die Fälle werden zusammengeführt, neu gegroupt sogar die VW wird entsprechend mit Urlaubstagen ausgewiesen und im LOG-File ist konkret jedes Vorgehen nachzuvollziehen.


    Gelsenkirchen, warm


    M. Kilian

    Michael Kilian