Thrombozytenkonzentrat NRW

  • Hallo Forum,
    Mein Kollege aus der Anästhesie fragte mich, wie denn die sog. Thrombozytenkonzentrate NRW mengenmäßig zu codieren seien. Abgesehen davon, dass ich davon noch nie etwas gehört habe, konnte ich nach Schilderung des Sachverhaltes leider auch keine zufriedenstellende Lösung anbieten.
    Auskunft unseres Anästhesisten: "Thrombozytenkonzentrate NRW" entsprechen in etwa der vierfachen Plättchenzahl hergebrachter Thrombokonzentrate und sind auch deutlich teurer. Müssen daher die verabreichten Thrombokonzentrate gedanklich umgesetzt werden und je Gabe als vier Konzentrate kodiert werden ? Bei Gabe eines Konzentrates ist das unproblematisch, ab der Gabe von zwei Konzentraten (NRW) hat man jedoch die Menge Plättchen transfundiert, die sonst mit der Gabe von 8 Konzentraten erreicht würden. Damit ist die in den DKR (0302a) Grenze von 5 überschritten. Wie wird das bei euch gehandhabt ?


    Vielen Dank
    B. Sommerhäuser

  • Helau / Alaaf / Guten Morgen,


    wie handhaben Sie denn die Transfusion beim Neugeborenen? Verwenden Sie hier die 8-800.3 erst dann, wenn der Wurm tatsächlich >5 EK für Erwachsene bekommen hat, oder eine analoge Menge für sein geringeres Gewicht?
    Allgemeiner: Soll die Trennung in 1-5 und >5 Einheiten nur die unterschiedlichen Kosten für das Blutprodukt selbst abbilden, oder auch den damit verbundenen ärztlichen und pflegerischen Aufwand?


    Jemand der 8 TK benötigt, ist in der Regel ziemlich krank. Hier kann doch nicht erheblich sein, ob sich die verabreichten Plättchen tatsächlich in 8 oder nur in 2 Tüten befinden. Oder?


    Freundliche Grüße
    Christian Jacobs

  • Sehr geehrter Herr Sommerhäuser,


    auch mir war die Bezeichnung "Thrombozytenkonzentrate NRW" neu, habe diese aber hier tatsächlich entdeckt:
    http://www.pei.de/downloads/thrombo.pdf


    Human-Thrombozytenapheresekonzentrat NRW


    Wenn es sich also um ein Apheresekonzentrat handelt, so ist der Thrombozytengehalt pro Konzentrat tatsächlich ca 5 mal höher als bei einem durch Separation hergestellten "normalen" Thrombokonzentrat.


    Die Frage ist, was ist eine Transfusionseinheit? Denn auch die "normalen TKs" werden sehr oft als 1 Poolpräparat (aus 4 bis 6 Einzelkonzentraten) zur Verfügung gestellt.


    Also was tun ? Das DIMDI wird (trotz des großartigen in den OPS injizierten Sachverstandes) vermutlich auch keine weiteren Angaben machen.


    Wie wäre es mit dem verpönten
    8-800.x Sonstige
    für Thrombo-Apheresekonzentrate ?


    Die Poolpräparate würde ich anhand der darin enthaltenen Einzelkonzentrate kodieren.


    mfG


    Christoph Hirschberg

  • Hallo Herr Sommerhäuser,


    ich hätte keine Bedenken, die Transfusion eines TK-Pools
    als 5 Einzelgaben zu verschlüsseln: die Verschlüsselung soll
    ja den tatsächlichen finanziellen, materiellen und personellen
    Aufwand darstellen und TK-Pools haben nun einmal auch ihren Preis.


    Ähnlich sehe ich das bei EK-Gabe bei Neugeborenen: die Präparate
    werden hier aus einer großen "Verpackung" mit erheblichem Zeit-
    und Arbeitsaufwand in kleinere Gebinde abgefüllt - eine Aufwand,
    den nicht jede Einrichtung erbringen kann. Auch bei der Transfusion
    fallen jedes mal entsprechende Kosten (Durchführung, Material,
    Überwachung, Dokumentation, Wirksamkeitskontrolle) an, so daß
    ich hier auch jede einzelne Transfusion verschlüsseln würde.
    Der Begriff Erythrozyten-Konzentrat kann auch gut für das eigentliche
    Produkt stehen und nicht nur für den gesamten Beutel...


    Weiterhin viel Spaß


    D. Greunig


    :dance1:

    Stabsstelle für Diagnoseverschlüsselung
    und medizinische Qualitätssicherung
    BG Unfallkrankenhaus Hamburg