• Hallo und einen schönen guten Tag!


    Habe hier den Widerspruch des MDK auf dem Tisch, der die instab. AP nicht als HD möchte und dafür die I20.8 als HD will. Der Pat. kam akut mit Beschwerden und EKG- Veränderungen wurde am Monitor überwacht, eine Hypokaliämie wurde i.v. ausgeglichen und er lehnte die Coro ab. Nebenbei war der DM entgleist,es erfolgte eine Schulung, eine PNP wurde diagnostiziert und auf Grund der Schwindelsymptomatik erfolgte eine Dopplersono der Carotiden mit dem Ergebnis einer Carotisstenose, die der Pat. nicht therapieren lassen möchte. Die RR- Werte waren anfangs hyperton, dann im Verlauf und veränderter Medikation normoton. Abgerechnet wurde die DRG - F72A, RG: 0,871. Der MDK schlägt die AP I20.8 vor, das führt uns in die F66B mit einem RG von 0,584. Wenn ich die DKR zur instab. AP richtig interpretiere, dann kann ich diesen Kode nur bei bekannter KHK kodieren. Die KHK ist noch nicht diagnostiziert worden und in diesem Aufenthalt lehnte der Pat. die Untersuchung ab. Wer weiß Rat und kann uns helfen?


    Martina

  • Schöne Grüße nach Stralsund!


    Was der MDK da wiedr will!


    Eine instabile AP ist per (medizinischer!) Definition jede AP die entweder eine Erstangina ist oder die Verschlechterung einer bekannten Angina oder eine Ruheangina. So wie ich das verstanden habe ist eine KHK nicht bekannt und der Patient hat erstmalig Beschwerden gehabt. Somit liegt klar eine instabile AP vor, ob der MDK nun will oder nicht. Hier hilft wohl nur die direkte Konfrontation!


    MfG
    Eckhardt

  • Hallo Stralsund, liebes Forum,


    für die Kodierung einer inst. Ang. pec. ist der vorherige Nachweis einer KHK sicher nicht notwendig. Wenn der Arzt inst. Ang. pec. diagnostiziert, und er wird die Unterschiede zur stab. Ang. pec. oder dem Myokardinf. sicher kennen (hoffe ich ) dann steht einer Kodierung auch nichts im Wege.


    Ich versuche mal hier ein Diagnoseschema zur instb. Ang. pec. einzufügen.
    Hoffentlich klappt es!
    (Kleiner Tipp: Bei mir ließ sich die Datei online auch nicht öffnen,erst nach dem Speichern auf den eigenen PC konnte ich diese mit dem Acrobat Reader lesen??)



    Mit freundlichen Grüßen
    Steffen
    Med.Dokumentar
    Uni Düsseldorf

  • Eine Angina pectoris wird als instabil bezeichnet, wenn:


    1.zuvor bestehende Anfälle stärker, länger, häufiger oder bei minimaler Belastung auftreten, 2.Schmerzanfälle in Ruhe vorkommen, und 3.Anfälle innerhalb der letzten 4 Wochen neu aufgetreten sind.
    mehr: http://www.anr.de/de/wissen/bibliothek/instabile_angina.jsp


    Da hier die Rede von \"zuvor bestehenden Anfällen\" ist, kommt wohl
    bei diesem Pat. die instabile AP nicht in Frage, da ja die AP zum
    ersten Male auftrat bzw. eine KHK noch nicht bekannt war.
    Gruß
    Ordu

  • Hallo!


    Auch wenn die KHK noch nicht bekannt ist, schlägt ja der MDK eine AP zur Kodierung vor. Bei ja wohl sehr typischer Klinik mit zusätzlich EKG Veränderungen wäre bei positivem Trop-T ja sogar ein Myokardinfarkt festzustellen und zu kodieren. Wenn die AP zum erstemal auftritt ist sie per Definition eine instabile AP und somit I20.0.


    MfG
    Eckhardt

  • Die Definition der \"instabilen AP\" leitet sich offenbar
    aus dem Verlauf und Schwere der AP-Anfälle. Beim
    erstmaligen Auftreten einer AP haben Sie daher noch keinen
    Vergleich, um diesen AP-Anfall als \"instabil\" zu bezeichnen.
    Was bei einem Patienten als insatbile AP bezeichnet wird,
    kann bei einem anderen Patienten durchaus einer stabilen
    AP entsprechen. Daher: Ohne die Kenntnis der AP-Verläufe kann
    die Entscheidung \"instabile AP\" nicht getroffen werden,
    zumindest nach dieser Definition nicht.
    Gruß
    Ordu

  • Nun, über die Definitionen kann man sich lange streiten. Ich glaube jedoch, Kollege Ordu kommt mit seiner ANR-Definition nicht durch. Der Knackpunkt ist das \"UND\", das eigentlich ein \"ODER\" sein müßte.


    Interpretiert man das \"UND\" streng, kann eine instabile AP nur innerhalb von 4 Wochen nach dem ersten Auftreten der Anfälle diagnostiziert werden (3. Satz), und das ist ganz sicher falsch!


    Entscheidend ist, ob der behandelnde Arzt die Diagnose nach Analyse (...) stellen kann oder nicht. Auch ohne Kenntnis des Koronarstatus sollte das möglich sein, schließlich ist die AP in meinen Augen \"nur\" ein Symptom, das auch z. B. auch bei einer hypertensiven Krise auftreten kann. Dann ist die Codierung abhängig von der ND-Definition und der Befolgung der Vorschriften zum Thema \"Zugrundeliegende Erkrankung und Symptom\".


    Viele Grüße,


    V. Blaschke

    _____________________
    Dr. med. Volker Blaschke