Inzision und Drainage im Gesichtsbereich submandibulär

  • MKG - Abteilung
    Patientin: 65 Jahre, 15 Tage stationär mit Submandibularabsezeß mit Ausbreitung nach mediastinal, parapharyngeal beidseits
    = K12.22
    Operation: 5-270.5 Äußere Inzision und Drainage.


    Sie musste postoperativ 20 Stunden beatmet werden.
    Weitere Nebendiagnosen:
    A49.0
    * J99.8
    * B96.6
    D68.3


    dies führt dann laut Grouper in die D67Z mit einem Relativgewicht von 0,596
    Ist das wirklich korrekt? Es hat doch eine Operation stattgefunden. Haben wir einen falschen OPS - Schlüssel ausgewählt?


    Monika Reuß
    Controlling

  • Hallo Frau Reuß!


    Dieser Post ist wohl am Freitag \"untergegangen\". Ich habe mal mit meinem Grouper rumprobiert. Mit der K12.22 kommen sie in die DRG D67Z. Mit einer Abszeßdrainage kommen sie aus dieser DRG nicht \"raus\". Für ihren Fall wohl ein Mapping Problem. Hier hilft wohl nur in den sauren Apfel beißen und das InEK informieren (Besserung für die Zukunft). Das einzige was evtl. helfen könnte wäre eine andere OPS (was wurde denn genau gemacht?).




    MfG
    Eckhardt

  • Guten Abend Herr Eckhardt,
    die Patientin war insgesamt sehr schwer krank.
    Die Einweisungsdiagnose war ein Verdacht auf einen bösartigen Prozess, der im 1. CT noch unklar war, in der Kontrollaufnahme jedoch dann nicht bestätigt wurde, so dass diese Diagnose K12.22 die korrekte ist.


    Der Abzsezß war sehr groß und wurde tatsächlich nur inzidiert und mit Drainagen versorgt.
    Schon unsere Kieferchirurgen haben nach einem anderen OPS gesucht - es gibt aber wohl keinen anderen, der dem Eingriff entspricht.


    Haben Sie eine Idee?
    Leider haben wir in einer MKG - Abteilung häufiger solche Patienten. Da wir erst ab 1.9. nach DRG abrechnen, ist uns dieses Problem noch nicht so richtig bewust geworden.



    Monika Reuß
    Contolling

  • Hallo Frau Reuss,


    ich glaube in diesem Fall ist die HD das Problem. Ein Abszeß der bis mediastinal reicht und dann in eine DRG mit einem Relativgewicht von knapp 0,5 führt....? Es scheint als ob die MKG auch (wie einige andere FA) in den DRG´s nicht besonders gut abgebildet.
    Ich habe deswegen nochmal in den ICD geschaut. Bei K12.22 steht Submandibularabszeß mit Ausbreitung nach mediastinal, parapharyngeal oder zervikal (also wohl nur eine der Ausbreitungen und nicht alle). Wenn man die Abszesse (falls mehrere vorhanden) einzeln betrachtet könnte man sich einen davon als HD \"aussuchen\", da ja alle zur Aufnahme führten. Mit J85.3 (Abszeß Mediastinum) kommt man (mit ihren ND) in die DRG E62A (Infektion und Entzündung der Atmungsorgane mit äußerst schweren CC) mit einem Gewicht von 1,349, was ihre Patientin sicher besser abbildet. Bleibt die Frage ob die Anamnese oder der Aufnahmebefund dies so hergibt.
    Für die Abszeßdrainage gibt es einfach keinen anderen Code.
    Vielleicht haben sie aber mit der Umstellung der HD Glück.


    MfG
    Eckhardt