DRG Berichtswesen mit ORBIS

  • Hallo Kollegen,


    ich hätte da mal ein paar Fragen:


    1. Welches Modul benutzen Sie ggf. mit welchem Erfolg für ein internes DRG-Berichtswesen?
    MIC?? MCAP?? RGEN? SQL mittels IODW?
    oder auch nur ASTM mit seinen Rohdatensätzen und eigener Weiterverarbeitung.


    2. Meine Erfahrung mit MCAP: Kann man bisher (zumindest für diesen Zweck) vergessen, da unzuverlässig und fehlerhaft.
    MIC und RGEN haben wir nicht. Daher arbeite ich mit ASTM und lasse mir E1plus Fallliste, den § 21-Datensatz und den guten alten Benchmarkingsatz raus.
    In der Absicht, mich an den offiziellen Datensätzen zu messen, die auch nach außen gehen, und diese dann von Hand selbst weiter zu verarbeiten.


    3. Diese letzten 3 Datensätze weisen auch bei nahezu zeitgleicher Auswertung immer Diskrepanzen auf, die ich auch durch Berücksichtigung von Überliegern, Abzug von vorstat. Fällen im §21-Satz etc. nicht völlig beseitigen kann. Wie geht Ihr damit um? Weiß einer, was da stimmt? Ein Abgleich der Datensätze wird zudem dadurch erschwert, daß die E1plus-Fallliste kein Entlaßdatum enthält, und manche Datensätze (wohl Wiederaufnahmen) fälschlicherweise gar keine Fallnummer.


    In der Hoffnung auf ergiebige Antworten


    Gruß
    Mautner

    Viele Grüße von


    Mautner

  • Tja, so traurig ist die Ohr-Biß-Welt.
    Da glaubt man, in einem abgestimmten und integrierten System zu arbeiten... aber man darf nie die gleiche Auswertung in verschiedenen \"Modulen\" dieses Programm-Sammelsuriums laufen lassen.


    Die Fall-Listen enthalten mal die Überlieger, mal nicht; manchmal sind bei Überliegern die 2003er-DRGs gelistet, mal sind es die 2003/2004er bzw. der Fall ist zwar gelistet, enthält aber keine DRG (weil eingestellt: DRG 2004 / Überlieger haben aber keine DRG aus 2004)


    M.E. ist die einzig brauchbare Lösung: Datenauswertung per SQL direkt auf der Datenbank. Dann weiß man wenigstens, welche Daten in die Auswertung eingegangen sind.


    Wenn das (zeitlich) nicht möglich ist: Einen der Reports auswählen und ihm einfach glauben. Und verhindern, dass irgendwer aus der Klinik einen entsprechenden Report in einem anderen Modul anwirft und dann die Zahlen vergleicht und dann das Controlling beschimpft.


    Nicht die Ohren hängen lassen...


    Gruß aus Dortmund
    Frank Barsnick
    (Ex-Ohr-Biß-Geschädigter, jetzt Prosight-Abhängiger, in wenigen Monaten iMedOne-Benutzer)

  • Hallo Ohr-Biß-Familie(n)-Geschädigte,
    eine Auswertung in ASTM, durch den 3m-Grouper, in Excell mit ein Paar Kunstgriffen bearbeitet, und man(n) hat Daten, wo man(n) bearbeiten kann und die wichtigen Infos fürs Berichtswesen (oder was man dafür für wichtig erachtet) sind da.
    Etwas umständlich aber,... immer noch besser als sich mit dem MCAP o. Ä. zu ä..... . :t_teufelboese: :k_biggrin: :noo: :besen:


    Grüßle und

    Mit freundlichen Grüßen aus Nürtingen


    D. Bahlo-Rolle :d_niemals: :d_pfeid: :sonne:

  • Hallo,


    ich sehe das wie Herr Barsnick. Die \"eingebauten\" Auswertungen sind nicht zu gebrauchen, das MIC habe ich mir anschauen können. Nicht schlecht, vor allem integrativ mit Finanzdaten, aber etwas kostspielig.


    Ich nehmen nun für das Berichtswesen einen Standarddatensatz, schicke ihn durch einen Batchgrouper und dann folgt Access. Es hat eine gewisse Zeit gedauert, sich in Access einzuarbeiten, aber es hat sich außerordentlich gelohnt.


    Viele Grüße,


    V. Blaschke

    _____________________
    Dr. med. Volker Blaschke

  • Hallo Herr Blaschke,


    genau so mache ich es auch.. ziemlich zeitaufwendig aber ich weiß weigstens wo die Daten herkommen.


    Werde mich aber in der nächsten Zeit mit SQL-Abfragen beschäftigen müssen um den zeitaufwand zu verringern.


    Wenn sich jemand schon mit dem Thema befasst hat wäre ich über ein paar Infos natürlich dankbar...


    MfG


    Sven Lindenau

  • hallo herr lindenau,


    sie bekommen mit sql natürlich alles aus orbis raus, dinge von denen die gwi gar nicht mehr weiß das sie die dort mal vergraben hat
    - allerdings -
    sind das dann abfragen die sie nicht mehr so mit einem mal rausziehen können, will sagen sie müssen sich eine ebene (über / neben) orbis schaffen wo sie die informationen wieder zusammensetzen können, in abhängigkeit zu der größe ihres hauses und ihrem wissensdurst stoßen sie schnell an die grenzen von excel und auch bald an die von access. dazu kommt dann noch das holen der daten, händisch einmal / automatisiert regelmäßig etc.... das kann recht schnell zu einem riesen projekt werden. meine erfahrung in diesem punkt sind die, das es sich alle mal lohnt! vor allem wenn sie ein großes haus haben oder mehrere häuser im verbund.


    es ist ja nicht nur ein drg berichtswesen was sie daraus gewinnen, auch andere fragen kann man wesentlich schneller beantworten wenn man die daten parallel zu orbis bereit hält, als wenn man sich immer durch die gwi oberflächen arbeiten muß.


    es gibt diesbezüglich auch einige drittanbieter welche auf die gwi aufsetzen und ihnen \"drg bezogenen\" (schwammig - weil die natürlich viel mehr können) auswertungen generieren können. allerdings sind das immer recht teure firmen da mann mit dem diesen mitteln in nicht regulierten märkten natürlich sein profit verbessern kann, allerdings nicht in unserem segment wo mann nur begrenzt marktwirtschaftlich arbeiten kann. aber ich denke über kurz werden die anbieter solcher produkte auch dieses erkennen und das preisniveau wird sich relativieren.


    aber nicht desto trotz: googlen sie dochmal nach datawarehouse und co



    grüsse sequal

  • Hallo sequal,


    danke für die Antwort...werde mich dann mal durch das Thema durch googeln...und dann learning by doing...hat mit Access schließlich auch geklappt


    Gruß


    Sven Lindenau

  • Hallo liebe Kollegen,


    vielen Dank für die Erfahrungsberichte.


    Ich mache es im Grunde wie die Herren Blaschke und Lindenau. Und das wollte ich wissen, ob ich da als Bastler überholt bin, oder ob es vielleicht sogar der Standard ist. Da man ja manchmal auch Trost und Rat unter seinesgleichen braucht. :d_zwinker:


    Von den SQL-Anwendern würde ich gerne noch mehr erfahren, gerne auch über andere Kanäle ( sequal )
    Gibt es keine eifrigen MIC-Benutzer mit guten Erfahrungen?

    Viele Grüße von


    Mautner

  • Hallo Herr Mautner, hallo Orbis-Nutzer,


    wir machen es im Grunde genauso:
    Ein paar Standardlisten (z.B. E1+, Aufnahmelisten...) und viele IODW-Abfragen; das ganze wird dann in einem zentralen Ordner abgespeichert und man kann dann mit Access darauf aufsetzen, dann hat man (im Regelfall) mit nur wenigen Klicks aktuelle Ergebnisse parat.


    Und wie sequal schon oben sagt lohnt sich die Beschäftigung mit der ganzen Thematik tatsächlich sehr da man insbesondere beim Herumbasteln in IODW einen guten Einblick in die Datenstrukturen bekommt.


    Einzig mit den Orbis-Standardauswertungen würden wir jedenfalls nicht klar kommen...


    Viele Grüße
    Dominik Endres

  • Hallo,


    in der Tat gibt es aber auch preislich attraktive Datawarehouselösungen. Zusammen mit dem Klinikum Landshut veranstalten wir am 13.10.04 einen Workshop zu diesem Thema.


    Bei Interesse bitte melden bei mollin@hccgmbh.com


    mfg
    J. Mollin

  • wenn ich den kollegen einen tip geben darf:


    IODW ist ein guter anfang, aber wenn sie sich tiefer mit sql und dem orbis datenmodel auseinander setzen möchten bringt es ihnen enorm viel einen \"echten\" \'oracle client\' / \'query editor\' einzusetzen. ich möchte,
    ohne werbung machen zu wollen, ihnen zwei werkzeuge empfehlen:
    TOAD (Tool for Oracle Developers and Administrators) von quest software (http://www.quest.com) und TORA (TOolkit for ORAcle) ehem. ein freeware werkzeug, jetzt (leider) auch von quest (http://www.globe.com) gekauft aber günstiger als TOAD. ich denke fast die meisten häuser welche ORBIS im einsatz haben habe auch eine TOAD lizenz, fragen sie einfach mal ihre EDV. sicherlich bietet das ORACLE RDBMS (also das eigentliche datenbankprogramm) auch einen Queryeditor, aber ob Ihre EDV sie da ran läßt? und was sehr wichtig ist bei diesen werkzeugen, lassen sie sich von ihrer EDV einen oracle-orbis-user nennen der NUR LESERECHTE hat! (orbis user <> oracle orbis user)


    der vorteil eines solchen werkzeugs läst sich kaum mit 1-2 seiten beschreiben, es lohnt sich, glauben sie mir. aber! mann kann alles auch in IODW, nur eine frage der zeit, und der mühe....


    apropos mühe, die gwi bietet (bot) eine recht gute schulung zu ihrem datenmodell an: orbis-intensivseminar \"eine einführung in die strucktur des kerns von orbis\" (2 tage) das stammt zwar noch aus der zeit der FP / SE und orbis classic (also ohne omed / rgen und so) aber das ist nach wie vor der ort wo die musik spielt (in orbis) und vielleicht macht die gwi das auch unter zuhilfenahme von TOAD als werkzeug, dann lernt man gleich beides....




    so long sequal




    p.s.:
    weil es die meisten am arbeitsplatz schon haben:
    auch access ist eine gute zugriffslösung, richten sie sich an ihrem arbeitsplatz eine ODBC verbindung zur oracle db ein und \"verknüpfen\" sie die tabellen aus oracle in access - sie gewinnen eine grafischen query editor und haben die daten in einem vertrauten umfeld - aber vorsicht, wenn sie die tabellen \"importieren\" holen sie sich \'ne menge daten rein, und dann geht access recht schnell die kniee....


    NACHTRAG:
    TOAD und TORA sind reine Abfragewerkzeuge - nichts in Richtung Auswertung/Reporting/Controlling o.ä.! Nur um per SQL Daten aus ORBIS zu holen und Verbindngen zu verstehen.

  • Guten Tag,


    ACCESS ist in der Tag ein gute Standrad-Software aus dem Office Bereich um \"semi-professionell\" z.B. die Daten aus dem ORBIS-System zu importieren und auf dieser Basis diverse Abfragen per Access zu erzeugen und somit das komplexe Datenmodell \"anschaulich\" zu machen.
    Um aber den kompletten Controlling-Workflow für das Krankenhaus-Berichtswesen (also automatischer Datenimport-Datentransformation-Berichtserstellung-Reporting-Export für Tabellenkalkulation-Planung) bedienen zu können ist es m.E. bei weitem nicht ausreichend.


    Wieso wird nun noch Spezialsoftware benötigt? Dieses resultiert m.E. aus folgenden konkreten fehlenden oder nicht anwenderfreundlichen Features von ACCESS: 1. Die Erstellung von multidimensionalen, interaktiven Berichten, bzw. Cockpits als Oberfläche für die Navigation durch fertig konfigurierte Auswertungen in Form von Tabellen und Grafiken ist sowohl mit Access als mit dem Front-End Excel nicht möglich oder zu komplex (weil man mit VisualBasic programmieren muß).
    2. Der Datenimport läßt sich nicht komfortabel automatisiert (z.B. zeitgesteuert in regelmäßigen Abständen) vornehmen (auch hier ist VisualBasic erforderlich).
    3. Spezielle Controllinganwendungen, wie z.B. Assistenten für Planungszwecke fehlen.
    4. Wie schon angesprochen gerät ACCESS (Produktstrategie von Microsoft) u.U. schnell an seine Grenzen, z.B. wenn eine Datenbank größer wird als 2 GB (bei 1,99 kein Problem!) oder wenn eine per ODBC zu importierende Tabelle mehr als 35 indizierte Spalten besitzt (wie z.B. die Tabellen OS_KERN_FALL). Microsoft will dann, daß Sie bei Ihrem Datenvolumen gefälligst den SQL-Server kaufen!


    Aus all diesen Gründen arbeiten wir bei unseren Krankenhaus-Kunden mit der Software PowerTools-MED (Infos unter Kurzinfo PowerTools-MED). Mit diesem Produkt kann der gesamte Controlling-Workflow für das Berichtswesen(siehe oben) abgebildet werden, ohne daß man über Programmierkenntnisse verfügen muß.


    Für die Realisierung individueller Lösungen für den Kunden und ohne in weitere Abhängigkeit vom KIS-Hersteller zu geraten (der ja im Grunde genommen aus seiner Data-Warehouse-Lösung einen Standard für alle seine Kunden herstellen möchte)ist es außerordentlich wichtig ein Basis-Produkt zu haben, welches Ihnen \"machbare\" eigene Gestaltungsspielräume läßt. Trifft man nun auf ein komplett fertig konfiguriertes Berichtswesen auf \"kleinstem gemeinsamen Nenner\" wage ich eben dieses sehr stark zu bezweifeln. Ich gehe sogar weiter: Es kann wirtschaftlich nicht im Sinne des KIS-Herstellers liegen ein Werkzeug auszuliefern mit dem individuell gearbeitet werden kann. Betriebswirtschaftlich (aus Sichtweise des KIS-Herstellers) ist es wesentlich profitabler peu à peu weitere Extensionen scheibchenweise zu verkaufen (natürlich sind dieses dann auch Standards die meistens spät nach dem Erstbedarf für \"alle\" verügbar sind).


    Übrigens einen kleinen Tip noch für den odbc-Zugriff auf ACCESS (wahrscheinlich wissen Sie es eh schon): Sie benötigen sowohl den odbc-Treiber von Oracle (wird als Tool bei der Oracle-Installation häufig mitinstalliert) als auch den von Microsoft, da beide Schwächen haben. Der eine hat Probleme beim Import von Nachkommastellen (Oracle) der andere zeigt mitunter nicht alle verfügbaren Tabellen und Views (Microsoft) an.


    Weiterhin viel Erfolg bei Ihren Datenanalysen!


    Thorsten Vocks
    Krankenhaus-IT-Berater