Kreislaufkomplikation nach med. Maßnahme I97.9

  • Welche "Auswirkungen" muß diese Kreislaufkomplikation gehabt haben um diese Ziffer kodieren zu können. Gleiche Frage bezieht sich auch auf Kreislaufkomplikation nach OP. Wann würden Sie ruhigen Gewissens kodiern?
    Herzlichen Dank
    :rolleyes:
    --
    Dr.Andrea Barthel

  • Hallo Fr. Barthel,


    hier hilft wohl nur der gesunde Menschenverstand (und eine breiter Rücken für den MDK) weiter.
    Ich plädiere dafür solche Nebendiagnosen lt. DKR immer dann zu verschlüsseln, wenn ein für diese Behandlung/Erkrankung über das normale Maß hinausgehender Aufwand (diagnostisch, pflegerisch,tehrapeutisch) notwendig ist. Da jedoch das "normale Maß" hier nicht beschrieben ist, wird es meiner Meinung nach in Ihrem Haus definiert.
    Ich freu mich schon jetzt auf die entsprechenden Diskussionen bei zukünftigen Budgetverhandlungen :D vs. :no:
    Viele Grüße


    M. Thieme

  • :mdk: Also: auch wenn ich nicht beim MDK bin, habe ich doch immer die Erfahrung gemacht, dass man dort mit kompetenten Kollegen zusammenarbeitet (sie sind ja alle in der Regel Fachärzte wie Sie und ich) und dass eine saubere medizische Beweiskette immer anerkannt wurde (zugegeben: manchmal erst beim dritten Anlauf, aber persönliche Telefonate sind oft hilfreicher als Briefe). Wenn ich bei einem Patienten nur 10 Minuten die Füße hochlege und für 6 Stunden regelmäßig RR und Puls messe, ist das zwar Mehraufwand, aber sicher nicht "relevanter" Mehraufwand.
    Anders sieht es bei "Schock" aus. Aber in der australischen CCL-Liste finden sich auch ausschließlich die "nach gesundem medizinischem Menschenverstand" (wobei allerdings die Meinungen in Deutschland auseinander gehen, ob es diesen gibt, ich bin ja der felsenfesten Überzeugung: JA!) wirklich mit deutlichem Mehraufwand behafteten Diagnosen wie alle Schocksorten, Krämpfe, etc. Die eher weichen Codes wie "R55 = Synkope" oder "I95.1 = orthostatische Hypotonie" oder oder... finden sich dort (berechtigter Weise, meine ich) nicht. Insofern wird der MDK auch nicht mit Ihnen über solche Diagnosen diskutieren. Ein Schock, der sich in der Akte nicht als solcher findet, wird allerdings bestimmt recht hart mit dem MDK diskutiert werden müssen (und wir werden alle ziemlich chancenlos sein: was nicht dokumentiert ist, kann nicht bezahlt werden.)
    Allerdings muss ich eines sagen (ist jetzt aber nur persönliche Meinung): niemals würde ich Leistungen, die nicht nötig sind, machen, um sie kodieren zu können und um eventuell Mehrerlöse zu bekommen. Dafür haben wir alle zu viel zu tun, außerdem fällt man statistisch immer gegenüber Klinken auf, die "medizinischer" und "weniger oekonomisch" kodieren. Und Zack: kommt die Hexe vom MDK:besen: :besen: :besen:
    In diesem Sinne
    Patricia
    --
    Patricia Klein

    Patricia Klein