Stellenbemessung MedCo

  • Liebe Mitstreiter/innen,
    trotz längerer Suche bei Google und hier in der forumsinternen Suche ist es mir nicht gelungen, eine hilfreiche Aussage zur Ermittlung der Stellen im Medizincontrolling zu finden.
    Woran wird die Stelle bemessen, Fälle, MDK-Korrespondenzen, zu schulende Ärzte, gibt es Meßgrößen?
    Hat von Ihnen jemand eine valide Quelle zur Personalbedarfsermittlung in diesem Bereich, oder wurde das Thema evtl. doch hier schon diskutiert?


    Viele Grüße,
    Jan Cramer

    Dr. J. Cramer
    AGAPLESION Diakonieklinikum Hamburg

  • Hallo Herr Cramer,


    eine allgemeingültige Bemeßungsgrundlage ist mir nicht bekannt und gibt es vermutlich auch nicht.
    Je nach Aufgabenspektrum kann die erforderliche Ausstattung stark variieren.


    Wir haben als Maximalversorger mit rd. 1000 Betten und rd. 35.000 Fällen das zentrale Med-Controlling mit 3 ärztl.VK und 1,5 VK für Sachbearbeitung und Sekretariat ausgestattet.
    Das Aufgabenspektrum umfaßt Schulung, MDK-Bereich, Berichtserstellung, Beratung der einzelnen Kliniken und vieles mehr.


    Vielleicht \"outen\" sich ja auch andere Kollegen, so daß sich ein gewisser Überblick ergibt.


    Grüsse
    NiR

  • Hallo NiR,


    >eine allgemeingültige Bemeßungsgrundlage ist mir nicht bekannt und gibt es vermutlich auch nicht


    das ist zu befürchten, aber eigentlich kaum haltbar, oder bin ich da verbohrt?
    In der Tat ist der Aufgabenspektrum sehr heterogen, manchmal frage ich mich, was ein Medizincontroller nicht kann oder können soll.
    Die Idee einer Näherung ist sicher eine andere Methode an halbwegs schlüssige Daten zu kommen.


    540 Betten (allerdings an drei Standorten) ergeben bei uns 1,8 VK ohne dass Sekretariat oder bestimmte Sachbearbeiter i.S. von dafür vorgesehenen Stellen zuarbeiten.



    Wie sieht es bei den anderen aus?


    Gruß,
    J. Cramer

    Dr. J. Cramer
    AGAPLESION Diakonieklinikum Hamburg

  • Hallo Herr Cramer,


    das mit der Stellenbemessung ist so eine Sache. Geht man nach dem üblichen Arbeitsaufwand, so kommt man schnell auf eine hohe Zahl von VK.


    Die Näherung über best practice ist eine gute Methode, spannend nur, wie kann man es \"verkaufen\".


    Ein Ansatz (hat in unserer alten Klinik nicht geklappt, bin jetzt Berater):


    Aufgabenspektrum definieren:
    - Codierkontrolle bei Entlassung?
    - MDK - Scherereien
    - Auswertungen
    - Strategische Beratung der Klinikleitung
    - Mitgestaltung der Budgetverhandlungen


    Aufwand schätzen:
    - 1 VK schafft ca. 100 Fälle am Tag (bei guter DV)
    - 1 VK schafft ca. 20 Anfragen am Tag
    - monatlich, wöchentlich, Grad der Aufbereitung, ca. 1/2 Tag / Monat
    - usw., usw. ...


    \"Notwendigkeit\" transparent machen:
    - 1x selber MDK spielen und aufzeigen, wieviel Geld \"durch die Lappen\" geht.
    - Aufrechnung des Geldes in Stellen


    Damit haben Sie eine Verhandlungsgrundlage. Gretchenfrage: Hat die Unternehmensleitung erkannt, dass ein funktionierendes Medizincontrolling ein wesentlicher \"kritischer Erfolgsfaktor\" ist? :d_gutefrage:


    Wenn ja, können Sie jetzt anfangen zu verhandeln, wenn nein, kommt es darauf an, ob Sie gerne Spass bei der Arbeit haben :d_zwinker: , das wird Ihre weiteren Schritte beeinflussen :sonne:


    Ich hoffe, dass hat Ihnen geholfen und viel Glück bei der Verhandlung :roll:


    Gruss aus dem sonnigen Winterwonderland München 8)


    Michael Wilke :i_drink: