Unterstützung bei ICD/OPS Kodierung durch wissensbasiertes System ?

  • Hallo Gruppe,


    Ich habe eine Frage an die Kodierungs-"Praktiker".
    Besteht Interesse/Bedarf für eine IT-Lösung die die
    Korrektheit von ICD/OPS-Kodierungen im Rahmen der
    Kodierrichtlinien sicherstellt ?
    Die Lösung würde über das Wissen der "Deutschen
    Kodierrichtlinien" verfügen. Interaktiv könnte mit dem Arzt die benötigte Kodierung erstellt werden.
    Das System würde also nicht nur Einzelkodes finden sondern
    auch mögliche Kombinationen (Haupt/-Nebendiagnosen/Prozeduren)
    kennen (Spezielle Kodierichtlinien).
    Benötigte Daten würden einfach direkt abgefragt (z.B: bei I11.-"Besteht ein kausaler Zusammenhang zwischen Hypertonie und Herzinsuffizienz ?").
    Es handelt sich um keine Grouper sondern um ein vorgeschaltetes
    System, welches die Korrektheit der Kodierungen sicherstellt.


    Beste Grüße
    Stefan Wimmel

    Stefan Wimmel
    Barnerstr. 14


    22765 Hamburg

  • Hallo Herr Wimmel, so etwas würde mich sehr interessieren, damit ich die Prüfung nicht immer mit der Hand am Arm machen muß. Im Kopf haben kann man die DKR auch nicht alle, Nachsehen ist sehr aufwendig. Also benötigt man ein machtvolles Instrument. Kommt natürlich auch auf den Preis an und auf die mögliche Integration in ein KIS. Haben Sie schon so etwas oder machen Sie es selbst? Machen Sie ein Angebot!





    --
    Einen freundlichen Gruß vom MDA aus Schorndorf

    [size=12]Freundlichen Gruß vom Schorndorfer MDA.

  • Guten Tag !
    Der gleiche Gedanke ist mir auch schon gekommen. Daraufhin habe ich auch schon ein paar DKR durchgesehen und würde etwa schätzen 80% der Regeln könnte man in einen PC Algorithmus packen. Einige Regeln können halt gar nicht geprüpft werden z.B. Hauptdiagnosedefinition. Das müssen die Kollegen schon machen. Interesse und Bedarf besteht auf jeden Fall.
    Haben sie schon so etwas in Angriff genommen oder suchen sie jetzt nur Mitstreiter ?
    Die Integration in die vielen verschieden KIS erachte ich als ein unüberwindbares Problem, da die Firmen nicht preisgeben wo in Ihrer Datenbank was steht und selbst programmieren schaffen sie nicht, weil ihnen das medizinische Wissen einfach fehlt, ganz zu schweigen von der Schnittstellenproblematik.
    Daher folgender Vorschlag:
    Man müßte sich auf eine gemeinsame Plattform einigen können. Da viele am IMC-Projekt teilnehmen, könnte ich mir den IMC-Datensatz als solche Plattform vorstellen. Eigentlich müßte alles drin sein, was man braucht.
    Folgendes Vorgehen:
    Mittels Treasure checker oder z.B. SAP-Abfrage IMC Datensatz erstellen und in Access importieren. Über Makros in Visual Basic dann die Regeln schreiben. Alle Verstöße in neue Tabelle anzeigen lassen und dann im KIS korrigieren lassen. Außerdem ließen sich Nachfragen programmieren z.B. wenn eine Infektion kodiert wurde, ob auch ein Kode für den Keim verwendet worden ist.


    Dies könnte dann der Controller regelmäßig/täglich einmal durchführen.
    Eine direkte Kontrolle im KIS für den kodierenden Kollegen kann ich mir aus oben genannten Gründen nicht vorstellen. Die Hinweise auf die DKR wie man sie im DIACOS findet sind aber auch keine wirkliche Hilfe.
    Wenn sich mehrere finden, die mitarbeiten/programmieren wollen, könnte man sich die Arbeit teilen ,z.B. nach Kapiteln oder man macht eine Tauschbörse.
    Gibt es im Forum genügend Interesse so etwas auf zu bauen ?
    (Ich denke da z.B. an den Kollegen Kilian ??)


    MfG



    --
    Jörg Gust
    (Med. Controller Marien-Hospital Witten)

    Jörg Gust
    (orth. Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)

  • Hallo,


    Danke, für die ausführliche Antwort.
    Ich entwickele zur Zeit eine Demo-Anwendung, die auch eine Kodierungs-
    unterstützung enthält. Wir setzen hierbei eine eigene Technik zur Wissensrepräsentation ein. Diese hat Vorteile gegenüber
    der von Ihnen vorgeschlagenen Visual Basic Lösung (z.B. einen komfortablen Regeleditor).
    Danke, für die Hinweise auf die Integrationsproblematik. Die vorgeschlagene Vorgehensweise (Batchkontrolle) ist auch mit unserem Lösungsansatz machbar (und sicher eine realistische Lösung für die KIS-Problematik)
    Mich stört daran nur die doppelte Arbeit für den Kodierer !
    Er muß ja die "ersten" Kodes auch irgendwie ermitteln. Hier wäre
    doch der ideale Punkt zur Unterstützung und nicht in der nachträglichen Korrektur.
    Deshalb meine Frage : Ist ein solches System nicht auch als Einzelanwendung denkbar, wobei die resultierenden Kodes notfalls
    per Hand (in den Grouper) übertragen werden ? Es ist klar das ein solches System die bisherigen Lösungen dann ersetzt. Aber diese
    arbeiten doch, soweit ich sehe, im wesentlichen mit einer Volltextsuche
    im ICD ... d.h. lösen doch nicht das eigentliche Problem der Kombination der Kodes.
    Oder liege ich da falsch ? Bin für Hinweise dankbar.


    Beste Grüße
    Stefan Wimmel






    --
    Stefan Wimmel
    Barnerstr. 14


    22765 Hamburg

    Stefan Wimmel
    Barnerstr. 14


    22765 Hamburg

  • Den maximalen Nutzen hätte ein solches Regelwerk innerhalb des KIS. Der Workflow wäre dann: Arzt kodiert, klickt auf "Kodierungsabschluß", das Regelmodul springt an und meldet Probleme, die dann sofort gelöst werden können :uhr: . Einige Hilfestellungen können noch früher einsetzen: wenn z.B. "Folgen eines Schlaganfalls" oder "Diabetes mit vaskulären Komplikationen" kodiert wird, könnte ein Fenster mit den in Frage kommenden Diagnosen aufklappen. Unser KIS-Hersteller hat schon seine Bedenken hierzu geäußert, weil man sich zu sehr auf medizinisches Terrain begebe. :chirurg:
    --
    Jan Haberkorn
    Arzt/Medizincontroller
    St. Elisabeth-Krankenhaus Köln

    Jan Haberkorn
    Internist/Medizincontroller
    St. Elisabeth-Krankenhaus Köln

  • Zitat


    Original von Hab-StElisabeth:
    Unser KIS-Hersteller hat schon seine Bedenken hierzu geäußert, weil man sich zu sehr auf medizinisches Terrain begebe. :chirurg:


    Guten Morgen Herr Haberkorn,
    das ist natürlich auch von einer Software, die einzig medizinisches Gebiet betrifft, zuviel verlangt!!!


    Wie darf man das bitte verstehen?????????


    Gruß
    D. Selter

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Zitat


    Original von Stefan_Wimmel:
    Deshalb meine Frage : Ist ein solches System nicht auch als Einzelanwendung denkbar, wobei die resultierenden Kodes notfalls
    per Hand (in den Grouper) übertragen werden ? Es ist klar das ein solches System die bisherigen Lösungen dann ersetzt.


    Denkbar schon, aber unhandlich - wie bereits erwähnt. Wie ist denn der Stand der Dinge?


    mfG


    Christoph Hirschberg

  • Guten morgen !
    Es gibt in der Zwischenzeit ein kleines Unterforum, dass sich zunächst mit der Erstellung der Regeln beschäftigt. Mithilfe gerne gesehen.
    Ich persönlich arbeite gerade an einer IT-Umsetzungs-Idee auf Basis von SQL. Einfache Regeln habe ich schon umgesetzt. An komplizierteren arbeite ich noch.


    MfG
    --
    Jörg Gust
    (Med. Controller Marien-Hospital Witten)

    Jörg Gust
    (orth. Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)

  • Hallo Herr Wimmel,
    eine sehr treffliche Idee, die viel Zeit in der Überprüfung von Kodierarbeit ersparen würde. In meiner Abteilung werden wir allerdings vor dieser erheblichen Programmierarbeit (Mannstunden in SQL, oh je !) erst die Verknüpfung von Kodierung (ICD und OPS) und Groupierung erarbeiten, die dem Kodierer im Verlauf eines stationären Aufenthaltes farblich markiert, ob die bereits geleistete Kodierarbeit die Verweildauer widerspiegelt und auch auf eventuelle Probleme (ob.u.unt. Grenzverweildauer) hinweist (und das auf einem Pocket-PC).


    Grüße aus Hanau



    Poschmann

    Poschmann

  • Die Firma SBG (SBG-Berlin.de), KODIP-Anbieter hat ein neues Programm namens DRG-Proof im Angebot, das genau das obengenannte können soll.
    Qualität: keine Ahnung.


    Optimaler Einsatzpunkt für deas Regelwerk wäre ja der Zeitpunkt des "medizinischen Fallabschlusses": Arzt hält die Verschlüsselung für fertig, klickt auf "Abschluß", die Regeln laufen durch und zeigen ggf. Probleme an. Eine "interaktive, praxisorientierte, Just-in-time, on-demand, Vor-Ort-Schulung" :dance2: , die dem Coder viel Arbeit abnehmen könnte.
    Der Umweg über IMC-Datensätze ist wahrscheinlich nicht zeitnah genug...
    --
    Jan Haberkorn
    Arzt/Medizincontroller
    St. Elisabeth-Krankenhaus Köln

    Jan Haberkorn
    Internist/Medizincontroller
    St. Elisabeth-Krankenhaus Köln




  • Hallo,
    Ich habe kürzlich das Programm in einer Vorführung kennenlernen dürfen. Es macht einen hochprofessionellen Eindruck und sieht sehr vielversprechend aus. Insbesondere für die Ärzte „an der Front“ wird es nach meiner Einschätzung von erheblichen Nutzen sein.
    Eine Probelauf wird in Kürze gestartet.



    Gruß


    E. Rembs
    Bochum



    P. S. Es bestehen keinerlei finanzielle oder sonstige Verbindungen
    mit einer Firma , deren Produkt in den o.g. Zeilen eine wichtige Rolle spielt (oder mit einer Firma, die ein Konkurrenzprodukt vertreibt).