Hauptdiagnose

  • --
    Möge die Macht mit Dir sein ;))
    [/quote]


    :roll: :roll: nach ein Star war Fan? Ich beende meine DRG-Vorträge immer mit enem Zitat von Yoda: "Tu es, oder tu es nicht, es gibt kein Versuchen." (Szene im Sumpf, in dem das Raumschiff versunken ist)
    Patricia

    Patricia Klein

  • Zitat


    Original von PatKlein:
    --
    Möge die Macht mit Dir sein ;))


    Hallo Frau Dr. Klein,
    ich merke, Sie sind erholt aus dem verdienten Urlaub zurück. Sehr erfreulich. Das "Sommerloch" neigt sich dem Ende zu...;-))
    Meno male.


    In diesem Sinne
    einen herzlichen Gruß
    B. Sommerhäuser



    --
    a: [Nicht gemacht-nicht dokumentiert]=kein Geld,
    b: [nicht gemacht-dokumentiert]=Betrug,
    c: [gemacht-nicht dokumentiert=kein Geld, aber Kosten],
    d: [gemacht-dokumentiert]=OK.

  • Kuypers Hügo, MeDoKu, Waiblingen




  • --
    Patricia Klein

    Patricia Klein




  • --
    Patricia Klein

    Patricia Klein

  • Lieber Herr Siefert,


    nein, das wünschen wir uns alle natürlich nicht. Aber ganz ehrlich: die Wahrheit liegt doch (wie fast immer im Leben) irgendwo in der Mitte. Ich habe es so oft erlebt, dass man mit einer Erkrankung ins Krankenhaus geht und komplett auf den Kopf gestellt wieder heraus kommt (ein Bekannter von mir ist mit Kreislaufkollaps ins Krankenhaus gekommen, dort wurde in einer Magenspiegelung(!!!!!) Helicobacter gefunden und als der Chefarzt nach 8 Tagen (!!!) eine Kontrollspiegelung machen wollte, hat sich der Patient auf eigene Verantwortung entlassen.) Sind Krankenhäuser wirklich für die Suche nach Erkrankungen da? Oder ist es nicht so, dass dies der originäre Part der ambulanten Tätigkeit ist? Würden wir es nicht ambulant machen, wenn wir es als Krankenhäuser dürften und keine sektorale Gliederung hätten? Und noch etwas: muss bei einem 80-Jährigen, dementen Patienten mit SHF bei positiven Hämocculten eine Tumorsuche gemacht werden? Ist die Diskussion darüber Rationierung oder nicht doch ein Akt ärztlicher und menschlicher Verantwortung?
    Wissen Sie, in meinen vielen Jahren als "Heilerin" (war ich ja auch mal, bevor ich zur "Kodiererin" verkam) habe ich einfach zu oft die Erfahrung gemacht, dass der Patient trotz ärztlicher Bemühungen gesund wurde und nicht wegen. Deswegen habe ich mich auch nie als Heilerin verstanden, da dies doch irgendwie einen leicht pastoralen Touch hat (obwohl ich mich im Moment anhöre, wie ein prediger! Man sollte Menschen wie mir nicht das Medium "internet" zur Verfügung stellen, es ist für einen Rheinländer zu verführerisch) .
    Ich denke, Ihnen als Kinderarzt (??) sind "Überdiagnostik" oder auch "Übertherapie" eher fremd, in der Erwachsenenmedizin ist das nicht so (vergleichen Sie mal Ihre Verweildauern in den DRG´s gegenüber denen in der Erwachsenenmedizin. Bei gleichen DRG´s (und gleichen Erlösen!!!) haben Sie oft die halbe Verweildauer. So ist es auch zu erklären, dass in Australien nur wenig "Kinder-Alters-Splits" existieren. Die Kinderkliniken kommen so oft auf Tagessätze von 600 DM (was bei uns in NRW absolut traumhaft wäre).


    Wir werden sehen, wie wir alle klar kommen (je besser wir das System kennen, desto besser wird es werden).
    Schöne Grüße
    Patricia


    8) 8) 8)
    --
    Patricia Klein

    Patricia Klein

  • Noch mal ganz zum Anfang der Diskussion:
    Wenn ein Tonsillektomiepatient schließlich wg. Darm-Ca. operiert wird, landen wir doch wahrscheinlich bei der sehr teuren DRG:
    901Z Extensive Operating Room Procedure Unrelated to Principal Diagnosis.
    Beim Dr. Ruffing Online Grouper passiert dies zwar nicht, eine Darmop-OPS wird hier als "nicht benutzt" gekennzeichnet. Ich gehe aber davon aus, daß dies mit der behelfsmäßigen OPS-Überleitung in die AR-DRGs zusammenhängt.


    Ansonsten gehe ich auch davon aus, daß diese Patientengruppe nur einen Bruchteil des Gesamtgutes ausmacht. Aber die Logik der Kodierregeln regt eben die Phantasie an...

    Jan Haberkorn
    Internist/Medizincontroller
    St. Elisabeth-Krankenhaus Köln

  • [quote]
    Original von PatKlein:
    Lieber Herr Siefert,


    Man sollte Menschen wie mir nicht das Medium "internet" zur Verfügung stellen, es ist für einen Rheinländer zu verführerisch)
    Aufgrund langjähriger Erfahrung im Rheinland kann ich nur sagen: Gott sei Dank , dass wir die Rheinländer haben (;~))



    Aufgrund langjähriger Erfahrung im Rheinland kann ich nur sagen: Gott sei Dank , dass wir die Rheinländer haben (;~))


    Ich denke, Ihnen als Kinderarzt (??) sind "Überdiagnostik" oder auch "Übertherapie" eher fremd, in der Erwachsenenmedizin ist das nicht so (vergleichen Sie mal Ihre Verweildauern in den DRG´s gegenüber denen in der Erwachsenenmedizin. Bei gleichen DRG´s (und gleichen Erlösen!!!) haben Sie oft die halbe Verweildauer. So ist es auch zu erklären, dass in Australien nur wenig "Kinder-Alters-Splits" existieren. Die Kinderkliniken kommen so oft auf Tagessätze von 600 DM (was bei uns in NRW absolut traumhaft wäre).


    Danke schön für die für die Pädiatrie Mut machenden Worte!!
    Liebe Grüße
    S. Siefert


    --
    Dr. S. Siefert
    Kinderkrankenhaus
    Wilhelmstift, Hamburg
    http://www.dr-siefert.de


    [ Dieser Beitrag wurde von siefert am 27.08.2001 editiert. ]

    wertschätzende Grüße an
    alle Gesundmacher(innen)
    und Gesundmacher(innen)bezahler(innen),
    Dr. S. Siefert
    Medizinmanagement und Arzt
    Kath. Kinderkrankenhaus Wilhelmstift
    Freie und Hansestadt Hamburg



  • Hallo Fr. Klein (was ist eigentlich die weibliche Form für Stallbursche?)


    :itchy:


    Sie sprechen mir ja richtig aus dem Herzen. Machen wir uns doch nix vor. Die DRGs werden nicht nur ein Abrechnungssystem sein, mit der mehr oder weniger gerecht versucht werden soll, KH-Leistungen zu vergüten. Dieses "Durch-Checken" wie oben beschrieben wurde, dass dürfte ab 2003-2005 der Vergangenheit angehören. Ob wir es wollen oder nicht, das KH der Zukunft wird für solche Leistungen kein Geld mehr erhalten, ja mehr noch, wenn die bösen Buben vom MDK wirklich soviel "Macht" erhalten, dann werden KHs für diese Leistungen sogar noch bestraft. Ich denke das die Reise in Richtung Niedergelassenen geht, der Patient kommt mit seine Ergebnisse ins Haus, wird dort "repariert" und schnellst möglcih wieder entlassen. Seien wir ehrlich: Bei Einführung der FP gab es auch ein riesiger Aufschrei, "bei einer Reduzierung der VWD kann nicht mehr für Qualität gebürgt werden", wer regt sich heute noch über diese VWD auf, doch höchstend das Pflegpersonal, weil die direkt davon betroffen sind (höhere Durchlauf bei gleicher man/frau-schaft). Ich sage heute voraus, dass ab 2004-2005 ein Patient der ins KH kommt die Leistung erhält für die er Eingewiesen wird und damit schluss. Wird was neues festgestellt, wird dieses nicht en passant miterledigt, sondern der Patient darf dann nochmals kommen.
    Mir ist klar, dass ich für diesen Beitrag Prügel bekommen werde, also mit Geschrei schlagt ihn zu Brei!!!!!


    en jooden Daach ins Rheinland


    Kuypers

    Kuypers Hügo, MeDoKu, Waiblingen

  • nein also, herr kuypers,


    prügel ist ja nicht meine art, aber verschiedenens ist mir in ihrer antwort zu kurz gesprungen.
    präoperative diagnostik ergibt nun mal häufig, dass der patient läuse und flöhe hat. das wird besonders dann interessant, wenn präoperativ sich eine z.b. kardiale oder respiratorisch risikokonstellation darstellt, die uns gradewegs in probleme, also medizinische und auch betriebswirtschaftliche führt.
    also nur das eine symptom heilemachen und dann wieder wegschicken, wird nicht gehen.


    eher so: patient wird, wo op aufschiebbar zunächst entlassen, in anderer fachabteilung neu aufgenommen, dort an der zufallsdiagnose flöhe kuriert, erneut entlassen und endlich zu ursrpünglich geplanten op wieder aufgenommen.


    was der mdk wohl dazu sagt? und der patient? ist ne ziemliche zumutung und kann glaub ich durch noch so geschicktes marketing nicht jedem vermittelt werden.


    nur am rande: das pflegepersonal muß die kürzeren vwd leider nicht mit gleichbleibender, sondern mit rückläufiger personalstärke bewältigen.


    gruß


    peter merguet

  • Hallo NG, hallo Herr Merguet:


    Wir haben unterschiedliche Versorgungsstufen der Krankenhäuser. Kleine Häuser können also sehr elegant diese "Risikofälle" einfach weiterleiten.
    Es wird sich also lohnen, darüber nachzudenken, wie man die Fälle (innerhalb einer DRG) mit geringen Kosten von denen mit durchschnittlichen und denen mit überdurchschnittlichen Kosten bereits vor der Aufnahme hinreichend sicher unterscheiden kann.
    Dann kann man überlegen, ob und wie man den Anteile der ersten Gruppe steigern, den der zweiten halten oder evtl. auch steigern und den der letzten, teuren Gruppe loswerden kann.


    Moralische Bedenken werden wohl ziemlich schnell verschwinden, wenn die Alternative heißt: Entweder kostendeckend arbeiten oder bald garnicht mehr.


    Anders ausgedrückt: Wir brauchen ein wesentlich differenzierteres DRG-System als Länder, in denen separate Arztrechnungen gestellt werden (z.B. USA, Australien), wenn wir alles das über DRG abrechnen wollen, was z.Z. über Pflegesätze abgerechnet wird.


    Mit freundlichen Grüßen


    Dr. med. Christoph Rüschemeyer