Fehler DRG`S u. Daten für DRG-Datenstelle

  • Wie soll mit den Datensätzen verfahren werden, die bei richtiger Kodierung zu einer Fehler DRG führen?
    Beispiel:
    Commotio Cerebri mit Kopfplatzwunde u. chir. Wundversorgung:
    HD: S06.00
    ND: S01.0
    Proz: 5-894.14
    Beim Kodip-grouping führt die Wundversorgung zur Fehler DRG 901Z.
    Wenn man entsprechend viele dieser Fälle hat, fühlt man sich nicht wohl, wenn bei der Kalkulation des nächsten Jahres solche Fehler DRG´s mitgerechnet werden.
    Andererseits wäre die Kodierung mit S01.0 als HD wie Kollege Jakobs sagte, übertrieben u. nach der Definition der Hauptdiagnose nicht zulässig, auch wenn in den Kodierregeln unter 1909a eine entsprechende Kodierung denkbar wäre, wenn z.B. eine Bewußtlosigkeit von einigen Minuten vorlag.
    Ein ähnliches Problem gibt es ja auch bei den Entbindungen!
    Wie wird es wo anders gemacht?
    Wie soll man sich verhalten?

    Franz Ruppel

  • Hallo Herr/Frau Ruppel,


    bei mir führt das Grouping mit DRG-Scout übrigens zur DRG B80Z, RG 0,45. Ich finde Ihren prinzipiellen Einwand aber durchaus berechtigt.
    Meine Sichtweise zur Frage, wie man sich verhalten soll: vermeidbare Fehler - DRGs wie z.B. bei der O80-Geschichte selektieren wir durch Herausnahme der O80, dort wo sie zur Fehler-DRG führt.
    Das gesamte Fehler-DRG-Spektrum wird vor der Datenlieferung durchsehen.


    Die "regulären" Fehler-DRGs sind, denke ich, unvermeidbar (also z.B. Aufnahme wegen einer anderen als der späteren OP-Diagnose).


    In der Mehrzahl der Fälle sind die Fehler-DRGs höher bewertet, so dass der Effekt auf den CMI "positiv" ist und die Krankenhaus-Base-Rate damit sinkt (so auch in unseren Datenauswertungen CMI mit versus ohne Fehler-DRGs), so dass ja primär kein Schaden angerichtet wird.


    Für die Budget-Verhandlungen zum Früheinstieg - so er denn kommt - sollte man aber über das Spektrum also die "Entstehungsgeschichte" der unvermeidbaren Fehler-DRGs Bescheid wissen.


    Wie sehen das die anderen im Forum ?


    Gruß aus dem sonnigen von Hupkonzerten (Autokorso) durchströmten Stuttgart


    Jörg Noetzel



    P.S.: wer durfte heute alles in der Klinik offiziell Fußball gucken ?




    :drink:

    FA für Chirurgie, Leiter Medizincontrolling, Klinikum Stuttgart, Vorstand DGfM

  • Die B80Z wird bei fehlender Prozedur berechnet!
    Wird aber die Kopfplatzwunde genäht u. mit z.B. 5-894.14 kodiert resultiert bei HD Commotio die Fehler DRG: 901Z. Wenn man die Kopfplatzwunde als HD kodiert resultiert X06B mit Kodip u. mit 3M im noch etwas südlicheren Biberach.:x
    Die Fehler DRG´s sind uns bis jetzt nur deswegen nicht aufgefallen, weil meine lieben Kollegen selten die Naht der Kopfplatzwunde kodiert haben.
    In den Kodierregeln wird in 1909a ja auch dezidiert darauf hingewiesen, "Wenn ein Verlust des Bewusstseins im Zusammenhang mit einer anderen kraniellen oder intrakraniellen Verletzung aufgetreten ist, ist die Art der Verletzung vor einem Kode aus S06.01-S06.05 für die Dauer der Bewusstlosigkeit anzugeben." Wenn man so verfährt kommt man auf die X06B aber der :mdk: ins Haus!
    Es würde mich interessieren was die Herren Küppers u. Zaiß :kong: zu diesem Thema sagen!
    In allen chirurgischen Abteilungen ist die Commotio sicherlich unter den Top 10 Diagnosen angesiedelt!
    :smile:
    --
    Franz Ruppel

    Franz Ruppel


  • Hallo,
    merkwürdig, auch wenn Sie es mir nicht glauben: In Stuttgart und Esslingen kommen wir mit KODIP und Münster-multigroup sowie 3M - auch mit der Wundnaht - auf B80Z :x


    HD: S06.00 Gehirnerschütterung B80Z 01 0 1.36 0.45
    alternativ HD: S01.0 Offene Wunde der behaarten Kopfhaut X60C 21 1 1.54 0.42
    Prozeduren
    5-894.14 Lokale Exzision von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut: Exzision, lokal, mit primärem Wundverschluß: Sonstige Teile Kopf


    Gruß
    Jörg Noetzel



    :dance1:
    --
    FA für Chirurgie, Medizincontrolling, Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart

    FA für Chirurgie, Leiter Medizincontrolling, Klinikum Stuttgart, Vorstand DGfM

  • Hallo Herr Ruppel und Herr Noetzel,


    zuerst zum P.S. von JN: gestern bei den Internisten sehr harmonisch, das erste Spiel in der Chir.Amb. mit viel Gezeter: "Abt.fremder MA in unserem Aufenthaltsraum" !!! Die Docs waren ok., aber die Damen Krankenschwester, Arzthelferin, Chefsekretärin usw. motzten ohne Ende und versuchten mich mit Stecker ziehen usw. zu vertreiben und es mir zu vergällen. Die Chefs sind großzügig wie immer.


    Fall in DIACOS:
    HD S06.00 Gehirnerschütterung DRG B80Z
    alternativ HD S01.0 Offene Wunde der behaarten Kopfhaut DRG X60C
    mit OPS 5-894.14 bei HD S06.00 bleibt die DRG B80Z, bei HD S01.0 Fehler-DRG 960Z


    Umgang: wie bei JN alle Fälle kontrollieren, wenn nicht mehr als wenige Prozent Fehler-DRG einfach akzeptieren. Solche Fälle muß es geben. Aber: wenn offensichtlich FALSCHE DRG (TEXT!!! beachten), dann versuchen umzucodieren bis es passt.



    --
    Einen freundlichen Gruß vom MDA aus Schorndorf

    [size=12]Freundlichen Gruß vom Schorndorfer MDA.

  • Liebe Kollegen,


    man sollte m.E. nicht zuviel Zeit in die Analyse derartiger Fehler-DRGs investieren, man kann viel sinnvoller z.B. derweil Fußball gucken oder in der Sonne liegen. Warum soll ich Fehler suchen und beheben, die offensichtlich in den sehr individuellen Mapping-Tabellen der SW-Hersteller begründet liegen? Dies äußert sich ja nicht nur in leicht zu filternden Fehler-DRGs, auch Nicht-Fehler-DRGs werden aus dem selben Grund von unterschiedlichen Groupern unterschiedlich ermittelt. So lag bei uns der CM von Kodip und 3M mit exakt den selben Daten um 10% auseinander. Was wollen Sie denn dagegen tun, solange es noch keine deutschen DRGs oder zumindest eine verbindliche Mappingtabelle gibt?[Blockierte Grafik: http://www.myDRG.de/images/confusedbig.gif]

    Irgendwann wird es offizelle deutsche Versionen geben, dann kann man immer noch auf Fehler- und Ungereimtheitensuche gehen, sicherlich sehr erfolgreich.


    Begeisterten Fehlersuchern empfehle ich www.Movie-Mistakes.com.


    Grüße
    C.Lehmann:sleep:

    Viele Grüße
    C.Lehmann

  • Lieber Herr Lehmann,


    leider müssen wir im August 2002 Daten des ersten Halbjahres 2002 liefern an das InEK. Da ist es riskant, bis irgendwann mit der Fehlersuche und -korrektur zu warten. Als Abteilung Medizinische Dokumentation kontrollieren wir täglich alle Datensätze der operierten und der entlassenen Patienten. So halten wir die Fehlerquote von vorne herein so gering wie möglich. Zusätzlich kontrollieren wir über Statistik ICD und OPS in unregelmäßigen Abständen. Wir lagen bei Benchmarkings 2000 und 2001 von 3M/BWKG mit sehr geringen Prozentzahlen sowohl bei ICD und OPS als auch bei den Fällen in einem positiv vermerkten Bereich. Ich kann allen Kollegen nur zu einem gleichen oder ähnlichen Vorgehen raten. Dieses hat sich sehr bewährt.


    --
    Einen freundlichen Gruß vom MDA aus Schorndorf

    [size=12]Freundlichen Gruß vom Schorndorfer MDA.

  • Hallo Herr Konzelmann,


    ich will ja nicht sagen, dass wir den ganzen Tag an der Wand schlafen! Hauptsächlich müssen wir uns aber um die Qualität des Inputs kümmern. Die Qualität der Grouping-Software liegt nicht in unserer Verantwortung (zum Glück!).
    Mir ist nicht ganz klar, was Sie mit "Fehlerquote" im Zusammenhang mit dem Thema des Threads meinen. Fehler-DRGs? Das kann man abfangen, wenn Kodierfehler die Ursache sind, da haben Sie natürlich recht, das ist unser Job. Unterschiede im Grouping-Ergebnis unterschiedlicher Grouper? Hier sehe ich derzeit keine Möglichkeit und auch noch keinen Grund, einzugreifen.
    Es sei denn, Sie mögen die Warteschleifenmusik der SW-Hersteller :)).


    Grüße
    C.Lehmann

    Viele Grüße
    C.Lehmann

  • 8) 8) 8) ich darf mich mal wieder ein bisschen klugsch.... einbringen: die B80Z ist doch völlig o.k. :chirurg: :chirurg: :chirurg:, denn in keinem vernünftigen Staat zählt das Nähen einer Kopfplatzwunde als Operation!!! Wenn man so grob übern Daumen davon ausgeht, dass eine Leistung, um einen "Kodierschlüssel" zu bekommen, mindestens 200€ Kosten pro Fall verursachen sollte, dann können Sie ja geradezu Kilometer nähen....(Pat. sieht hinterher aus wie Frankenstein ;) )


    Da hat halt bei manchem Grouper der Mappingmensch pragmatisch gedacht und bei manchem deutsch. Wartet doch alle in Ruhe auf den deutschen Grouper, kann sich doch jetzt nur noch um ein paar Wochen handeln. Um kodieren würde ich niemals, versucht hinterher mal, diese "hausgemachten" Kodier-(Betrugs-)- regeln wieder weg zu bekommen. Viel Spass


    Schöne Grüße (und besser gegen Brasilien verleiren, als gegen die Türkei gewinnen!!!)
    Patricia
    --
    Patricia Klein

    Patricia Klein

  • Guten Tag Frau Klein!
    In der Tat sind die Zeiten in denen Sie eine Kopfplatzwunde genäht haben oder einen Besoffenen nach Sturz das Gesicht wieder geflickt haben schon lange vorüber. Sonst wüssten Sie, dass es einen deutlichen Unterschied macht ob sie jemanden wegen einer Gehirnerschütterung 24 Stunden überwachen oder ob sie einen randalierenden u. besoffenen Mitbürger das Köpfchen eine Stunde nähen ins CT legen wo er alles voll kotzt u. danach wegen der Differentialdiagnose Pathologischer Rausch DD Commotio überwachen!


    Das eigentliche Problem besteht aber in der Widersprüchlichkeit der Kodierregeln! Kodieren sie nämlich mit Commotio als Hauptdiagnose verfahren sie im Wiederspruch zu 1909a. Insbesondere, da ja die schweren Schädelhirntraumata in 1907a eindeutig beschrieben sind!!!
    MfG Ruppel


    --
    Franz Ruppel

    Franz Ruppel

  • OT!

    Zitat


    Original von PatKlein:
    ...denn in keinem vernünftigen Staat zählt das Nähen einer Kopfplatzwunde als Operation!!!


    Hallo Frau Klein,


    wo wir schon mal beim klugsch... sind: Welches sind denn "vernünftige Staaten"? Ist es tatsächlich so, dass "unvernünftige" Staaten wie z.B. Kongo, Sri Lanka oder Zimbabwe das Nähen einer Kopfplatzwunde noch als OP zählen? Gerade dort zählt doch sowas als Bagatelle! Wenn allerdings noch ein paar Minensplitter dazukommen... :teufel:
    /OT


    Zitat


    Original von PatKlein:
    Wartet doch alle in Ruhe auf den deutschen Grouper, kann sich doch jetzt nur noch um ein paar Wochen handeln. Um kodieren würde ich niemals, versucht hinterher mal, diese "hausgemachten" Kodier-(Betrugs-)- regeln wieder weg zu bekommen.


    Ich rechne nicht mit einem deutschen Grouper in den nächsten sechs Monaten, ansonsten sehe ich das Ganze genauso.


    Grüße
    C.Lehmann

    Viele Grüße
    C.Lehmann

  • ;( ;( ;( Herr Ruppel, Sie haben mich ernsthaft gekränkt! Woher wollen Sie wissen, dass meine letzte Kopfplatzwundenversorgung schon länger her ist, obwohl ich doch absichtlich kein Photo ins Internet eingestellt habe?????
    Spass beiseite: meinen Sie wirklich, dass die Ambulanz vollvomitierende Mitbürger früher angenehmere Patienten waren als heute? Wenn sie sich nun heute wenigstens im CT übergeben, werden Sie dies auch nicht mit der Naht der Kopfplatzwunde kodieren sondern dann schon eher mit der Ziffer für das CT (bringt übrigens, nebenbei, auch nicht mehr Geld, es sei denn, Sie finden ein intracerebrales Hämatom...).
    Ich finde, die grobe Regel: "eine Leistung (oder ein Leistungspaket), die über den gesamten Aufenthalt Mehrkosten von mindestens 150 € ausmacht, sollte auch kodiert werden" ganz praktikabel. Man kodiert sich nicht tot, das Wichtige und Kostenintensive kann aber nachgewiesen werden. Hausintern kann man dann auch seine weniger kosteninteniven Leistungen erfassen, um selbst etwas bessere Transparenz zu haben.
    :besen: :besen: :besen:
    In diesem Sinne grüßt die alte Hexe Klein, die schon 2 Jahre keine Kopfplatzwunde mehr genäht hat, zuletzt aber auch bei einem ambulanten Patienten in der Praxisvertretung ohne Nausea und SHT, einfach nur so, wie halt auch viele Patienten sind, problemlos und angenehm... (müssen wir eigentlich einen Rabatt geben, wenn Patienten besonders nett und angenehm sind? Wäre doch die logische Konsequenz daraus, dass wir für die unangenehmen Kunden gerne mehr erlösen würden :chili: ).


    --
    Patricia Klein

    Patricia Klein