• Guten Abend an alle Groupies und (Profi)kodierer,


    Eine Gretchenfrage:


    Wie handhabt ihr (sie) es mit mit der (Neben)diagnose


    E66.0 - Adipositas bei übermäßiger Kalorienzufuhr


    Es ist unstreitig, dass Übergewicht ein erhebliches Problem darstellt.

    • Erhöhter Pflegeaufwand
    • erhötes peri- und postoperatives Risiko
    • erhöhte Komplikationsrate
    • ...


    Hinzu kommen versicherungsrechtliche Aspekte. - Was soll man tun, wenn der Operationstisch nur bis 150 kg Körpergewicht zugelassen ist (trifft wohl für die meisten Op-Tische zu), der Patient aber 165 kg wiegt-.


    Ich habe mich bislang mit der Kodierung der E66.0 immer zurückgehalten, da es eh nicht's bringt und nahezu bei jeden 2. Patienten angegeben werden könnte.
    Gibt es bereits einen Konsens in der Frage, wann Übergewichtigkeit kodiert werden soll und wann nicht?
    Wovon soll man es abhängig machen - z.B. Body-Mass-Index >35?
    Wäre hier nicht eine klare Regelung in einer künftigen DKR sinnvoll?
    Warum triggert diese Diagnose nicht den CC-Wert?


    Etwas ratlos grüßt aus dem sonnigen Braunschweig


    Jörg Schwarz:rolleyes:



  • Hallo Herr Schwarz,
    hallo Forum,


    Unkritische und häufige Kodierung von E66.0 bietet Anlass nach anderen „Auffälligkeiten“ zu fahnden. Ihre Zurückhaltung ist m.E. berechtigt.


    So muß z.B. sichergestellt sein, dass dann auch wirklich im Krankenblatt Körpergewicht und Größe korrekt dokumentiert worden sind.


    Es sind letztendlich die internistischen Begleitdiagnosen (z.B. Diabetes) die diese Patienten ökonomisch bewerten.
    F50.8, F50.9 von der Textdefinition zulässig ?? (CCL)


    Tritt postoperativ eine Wundheilungsstörung (CCL relevant) beim Adipösen auf, so halte ich aus forensischen Gründen die Angabe von E66.0 als zusätzliche Information für sinnvoll.


    Des weiteren ist eine Kombination z.B. mit F82 bei Kindern, R46.0, R46.1, R46.4, R27.8 , R45.2 möglich. Einschränkung: Sinnhaftigkeit


    Ihr Beispielpatient mit Superobesitas (165kg) müsste eigentlich genügend internistische Begleiterkrankungen bieten. Zusätzlich ist hier häufig eine Diagnose aus dem neurolog. psychatr. Formenkreis möglich (F06.-).



    Schöne Grüße


    Eberhard Rembs


    Bochum