QS-Doku bei Hernien

  • Vieviele QS-Module muß man eigentlich liefern, wenn ein Pat. beidseitig an Hernien operiert wurde und FP+SE abgerechnet wurde?
    Die Doppelseitigkeit geht ja aus dem ICD-Code hervor.


    Bei zwei Modulen bei einem Patienten wird man ja statistisch inkonsistent...


    Jan Haberkorn
    Arzt/Medizincontroller
    St. Elisabeth-Krankenhaus Köln

    Jan Haberkorn
    Internist/Medizincontroller
    St. Elisabeth-Krankenhaus Köln

  • Hallo Herr Haberkorn,


    es müssen bei beidseitiger OP auf jeden Fall zwei DS geliefert werden. Möglich sind sogar drei bei zusätzlicher Nabelhernie.



    --
    Einen freundlichen Gruß vom MDA aus Schorndorf

    [size=12]Freundlichen Gruß vom Schorndorfer MDA.



  • hallo,
    und wie wird die Op-Zeit (lap. Hernien OP beidseitig) angegeben, halbiert?




    Gruß
    E.Rembs

  • Hallo Herr Haberkorn, hallo Herr Rembs,


    man sollte die Anzahl QS- Datensätze abliefern, wie an einem Patienten QS pflichtige FP oder SE erbracht wurden. Mehr Module, als notwendig würde ich meinen Mitarbeitern nicht zumuten. Da ich es noch nicht erlebt habe, dass die Kassen eine bds. Leistenhernie und eine Nabelhernie abgerechnet als FP und zwei SE akzeptiert hätten (wer gegenteilige Erfahrung gemacht hat, möge sich bitte melden), müssen auch nur die Datensätze für die FP und ein SE abgegeben werden.
    Die Zeit sollte pragmatisch gehandhabt werden, es bietet sich die Halbierung an. Hierzu gibt es aber keine Ausfüllhinweise und somit keinen Standard.
    Über statistische Inkonsistenz muss man sich in Anbetracht der Leidenschaft der Bogen ausfüllenden Mitarbeiter wohl keine Gedanken machen.


    Gruß aus Lüneburg


    A.Chandra

  • Guten morgen !
    Die Abrechnung mit FP + 2* SE ist OK!:lickout:
    Es müssen für jede FP/SE ein Bogen geliefert werden - also hier 2 QS. Über die OP-Zeit habe ich mir keine Gedanken gemacht. Wir lassen in beiden Bögen jeweils die gesamte Zeit stehen (wird automatisch aus dem OP-Modul übernommen und bei endo-Hernien kann man das ja nur schwer bzw. gar nicht getrennt eingeben, das sehe ich wie Herr Rembs (übrigens schöne Grüße an Kirsten :D )). Ich laß mich mal von den Auswertungen überraschen, da wird dieses Problem wahrscheinlich auch zu Tage treten und den Verantwortlichen erstmal bewußt werden !I)


    Aber eine Verständnisnachfrage habe ich noch: warum statistisch inkonsistent ?


    MfG


    --
    Jörg Gust
    (Med. Controller Marien-Hospital Witten)

    Jörg Gust
    (orth. Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)



  • Hallo,
    und somit haben wir ein Beispiel für die Validität der Daten...


    Gruß
    E. Rembs

  • Hallo nochmal !
    Habe gerade die pre-Spezifikation 6.0 für 2003 für Hernien nachgeschaut. Da ist zumindest neu drin, dass man die Seite gesondert angeben muss und wenn bds. OP dann sind bestimmte Felder gesondert einzugeben bei einzeitiger OP und 2 Bögen anzulegen bei zweizeitiger OP (ich habe das jetzt so verstanden, dass bei bds. OP diese Felder in einem Bogen doppelt angelegt werden). Leider ist nirgends zu lesen, wie Schnitt-Naht bei endo-Hernie definiert ist ? (Schnitt-Naht durch zwei ??)


    MfG


    --
    Jörg Gust
    (Med. Controller Marien-Hospital Witten)

    Jörg Gust
    (orth. Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)

  • Hallo zusammen,


    seit 1996 rechne ich Hernien ab und habe noch nie Probleme mit KK gehabt. Seit 1997 mache ich QS-Dokumentation mit dem Programm SQS-DOC. Das DKI Servicestelle QualitätsSicherung gab ein Benutzerhandbuch heraus. Dazu gab es von Anfang an von der BWKG (qik@bwkg.de) auch Ausfüllhinweise. Darin ist eindeutig definiert, wie Zeiten zu erfassen sind. Z.B. bei offen-chirurgischen OP die Zeit von erstem Schnitt bis letzte Naht. Bei laps. logischerweise die Gesamtzeit Schnitt-Naht, keine Teilung o.ä. Wir haben nie negative Rückmeldung über OP-Zeiten bekommen.


    Die Abrechnung ist klar definiert im FP-Katalog z.B. "Hernien (femoral, inguinal) einseitig; umbilikal; OP eines Leisten- oder Schenkelbruches, einseitig oder eines Nabelbruches".


    Die Abrechnung von FP + 2 SE ist somit problemlos möglich. Ein aufklärendes Gespräch mit manchen KK-MA war allerdings erforderlich. Da die Verweildauern immer kürzer wurden, sind KK dazu übergegangen, die FP zu verweigern, da wir "nicht die volle Leistung erbracht" hätten. Wir sind ihnen entgegen gekommen und haben bei Verweildauern unter der Hälfte der Norm-VD dann ein, zwei oder sogar drei SE abgerechnet, was für die KK preisgünstiger ist. Im Endeffekt verbleibt uns dafür mehr Erlös, als wenn wir wie in den vergangenen Jahren große Teile der FP-Erlöse zurückgeben müssen wegen Überschreiten der Obergrenze.


    Also bitte, meine Damen und Herren, vertrauen Sie einem erfahrenen Medizinischen Dokumentations-Assistenten und erkundigen Sie sich bei Ihrer Landeskrankenhausgesellschaft, der DKG oder dem DKI, wo Sie die Informationen bekommen können.
    --
    Einen freundlichen Gruß vom MDA aus Schorndorf

    [size=12]Freundlichen Gruß vom Schorndorfer MDA.

  • Zitat


    Original von Joerg-Gust:


    Aber eine Verständnisnachfrage habe ich noch: warum statistisch inkonsistent ?


    An einem Tag werden 10 Patienten mit einer Verweildauer von insgesamt 30 Tagen jeweils an doppelseitigen Hernien operiert würden (10 * 30 Min. = 5 Stunden).
    Die BQS käme bei Lieferung pro FP/SE zu folgendem Schluß:


    Fälle: 20
    OP-Zeit: 10 Stunden (statt 5)
    Verweildauer: 60 Tage (statt 30)


    Inkonsistent also, weil manche "pro-Fall"-Daten (VWD, Zeiten) "pro Prozedur" erfaßt werden.



    --
    Jan Haberkorn
    Arzt/Medizincontroller
    St. Elisabeth-Krankenhaus Köln

    Jan Haberkorn
    Internist/Medizincontroller
    St. Elisabeth-Krankenhaus Köln

  • Hallo Herr Haberkorn,


    die ICD-Statistik auf Bundes- oder Landesebene bzw. in einem Haus läßt ja auch erkennen, wie viele doppelseitige Leistenhernien es gibt, vorausgesetzt sie sind richtig kodiert. Die BQS kann das dann wieder herausrechnen. Statistiken unter verschiedenen Aspekten sind ja nicht vergleichbar.



    --
    Einen freundlichen Gruß vom MDA aus Schorndorf

    [size=12]Freundlichen Gruß vom Schorndorfer MDA.



  • Hallo Herr Konzelmann,
    um nicht mißverstanden zu werden, ich bin überzeugt von der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der externen QS, aber die Daten müssen stimmen.
    Da die bqs ja nicht die vollständigen Daten für 2001 hat, sind irgendwelche Umrechnungen etc. nicht möglich.
    Op Zeiten war übrigens nur ein Beispiel.


    Von ökonomischer Seite betrachte ich Kosten und Nutzen, das gilt auch für die externe Qualitätssicherung, es geht um Ergebnisse nicht um Erlebnisse.
    Wie gesagt externe Qualitätssicherung ist gut und wichtig, aber die Qualität muß stimmen!


    Schöne Grüsse


    Eberhard Rembs

  • Liebe Qualitätssicherer,
    ich schlage ebenfalls vor, hier pragmatisch vorzugehen. Welchen Sinn soll denn diese Art der Erfassung haben, die viele von uns seit Jahren praktizieren?
    Es handelt sich um eine reine ABM, überlegen Sie bitte auch einmal, wo die ganzen Leistungen bleiben, die ein zweites SE über denselben Schnitt darstellen (Cholezystektomien, gyn. Eingriffe), die gar nicht zur Abrechnung und damit zur Dokumentation kommen...


    Also immer schön dokumentieren, aber bitte nicht drüber nachdenken...


    J. Cramer

    Dr. J. Cramer
    AGAPLESION Diakonieklinikum Hamburg