Kommentare zu den MDS-Kodierempfehlungen (SEG4)

  • Zitat

    Aber erst danach :)

    Wie sollte ich schneller sein als der Lord of the codes…..

  • Guten Morgen rokka,


    nicht so schlimm? Hier wird ein vermutlich eigenes Überwachungsprotokoll gefordert:

    1. Dokumentation mittels Überwachungsprotokoll (Kreislaufparameter,

    Drainagemenge)


    glauben Sie, der MDK gibt sich auf dieser Basis mit den Kurveneintragungen zufrieden?


    2. Dokumentation einer geeigneten Fixation der Drainage (z.B. mittels Naht)


    Wenn diese Dokumentation nicht erfolgt, erwähnt also der Operateur / Intensivist nicht die Naht --> busted?


    3. Dokumentation der Art des verwendeten Drainagesystems


    Was geht das irgendeinen im Rahmen der Abrechnung an? Was hat das hier zu suchen? Mag allenfalls medicolegal interessant sein.


    4. Mehrtägiger Verbleib der Drainage und / oder mehrfache Drainage über

    dasselbe System und / oder Drainage über mehrere Stunden.


    Das noch das selbstverständlichste.


    Ihre Auffassung, dass damit die Drainage durch eine Kanüle ausgehebelt werden soll, halte ich für zu optimistisch. Alle Erfahrung mit dem MD zeigen, dass stur nach Kriterien geprüft wird.

    Mit geht es zudem darum, dass ich es für einmalig halte, dass der MDK Struktur- oder Prozesskriterien festlegt, und seien es auch noch so umschriebene.


    Gruß


    merguet

  • Hallo, das ist hier nichts Neues - der MDK Sachsen definiert in seinen Gutachten ständig "Dokumentationsrichtlinien" - das reicht von "dieses wird normalerweise auf dem Dokument xy angeben" bis zur falschen Kugelschreiberfarbe und Gesetzen, welche mit der eigentlichen Abrechnung nichts zu tun haben.

    Gekoppelt mit Anweisungen, wie was "normalerweise" behandelt wird, wie überwacht werden soll und auf welcher Station die Patienten zu liegen haben...

    Da wundert mich das nicht mehr...

    Liebe Grüße aus Sachsen
    D. Zierold

  • Tag,


    das ist die praktische Seite, bei der einzelne GA des MDK versuchen, Erziehungsarbeit zu leisten. Ein Stück weiter geht es hier, wenn Strukturvoraussetzungen am DIMDI oder irgendeinem Verordnungsgeber vorbei gemacht werden sollen.

    Gruß


    merguet

  • Hier das aktuelle Register

    Dateien

    Gruß


    MiChu ;)
    Sei nicht unglücklich vor der Zeit, denn was dich, als dir drohend, in Angst versetzt, wird vielleicht nie kommen. (Seneca)

  • Aber nochmal: der MDK kann seine eigenen Vorstellungen haben aber sie müssen letztlich nur beweisen können, wie vorher auch, dass eine Drainage erfolgte. Weil nur das vor Gericht zählt. Und denken Sie die Kassen lassen sich darauf ein tausende Klagen (mit Sicherheit zugunsten der Klinik, wie vorher auch) wegen so einem Quatsch zu beginnen, nur weil der MDK meint eine Aszitesdrainage/Pleuradrainage nur so zu dokumentieren sei? (das ist ja anders als bei Komplexkodes die laut OPS schon bestimmte Kriterien erfüllen und somit leider auch tapetengroß dezidiert dokumentiert sein müssen).

    Vllcht. ist der MD da ab 2020 ja auch kollegialer;-))


    MfG


    rokka

  • Guten Tag,

    hier mal eine erfreuliche Nachricht zur neuen Kodierempfehlung 602: Implantatassoziierte Infektion. Gerade hatte man sich über die "Klarstellung" gefreut, da kamen schon die Zweifler, die meinten es handele sich lediglich um eine Neuerung. Somit wurden Fälle vor 2019 weiterhin nicht korrekt und spezifisch kodiert (beide Kodes Arthritis oder Osteomyelitis und dazu T84.5 oder T84.6)!


    Immer waren wir der Auffassung, dass die Kodierung beider Kodes so richtig ist und haben das auch weiterempfohlen.

    Jetzt das: Eine neue SEG 4 Nr. 602 mit der Aussage, dass die Kodierung von beiden Kodes erst ab 2019 so möglich sein soll!

    Daraufhin musste ich nachhaken:


    Das DIMDI hat diesmal umgehend auf meine Anfrage, wie es sich verhält, reagiert und so schön geantwortet:

    "Auch bereits vor der Einführung des Hinweistextes bei T84.5 und T84.6 war es klassifikatorisch korrekt eine Arthritis (M00.-) oder eine Osteomyelitis (M86.-) im Rahmen einer implantatassoziierten Infektion zusammen mit T84.5 oder T84.6 zu verschlüsseln."


    Da kann man sich mal freuen und auch den letzten Zweifler überzeugen - hoffentlich!

    Andrea Bangert:)

  • So jetzt habe ich die DIMDI Anfragen und Antworten dann auch nochmal zur Kenntnis genommen und stoße darauf:

    Kodierung N18 neben T86

    Anfrage vom 04.01.2016:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    kann bei Patienten mit Zustand nach Nierentransplantation Z94.0 und chronischem Versagen des Nierentransplantats T86.11 zusätzlich eine chronische Niereninsuffizienz N18.* kodiert werden, oder ist die chronische Niereninsuffizienz im Kode T86.11 enthalten?

    Ich bedanke mich im Voraus für eine Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen

    Antwort vom 05.01.2016:

    Die chronische Funktionsverschlechterung eines Nierentransplantates wird mit T86.11 in Kombination mit Z94.0 verschlüsselt. Aus klassifikatorischer Sicht sind Kodes aus N18.- nicht anzugeben. Dies ergibt sich aus dem Hinweistext unter T86.-: "Das Versagen der abgestoßenen Organe und Gewebe (z.B. ein akutes Nierenversagen bei Abstoßung eines Nierentransplantates) ist in der Schlüsselnummer enthalten und daher nicht gesondert zu kodieren.") Hinsichtlich der Haupt- und Nebendiagnosen gelten die DKR.


    Hier also noch einmal eine neue SEG 4 Kodierempfehlung 598 im Widerspruch zur Aussage des DIMDI!

    Die SEG 4 sagt, dass die Diagnose Z94.0 nicht zusammen mit T86.1- kodiert werden sollte, da die Information über das Vorhandensein eines Transplantates (hier Niere) bereits im Kode T86.1- enthalten ist.


    Ich bitte um Meinungen, Erfahrungen!


    Und auch eine Bitte an Herrn Selter: Könnte man diesen Thread umkehren? Die neuen SEG 4 Themen voran??

    Vielleicht wäre das auch für andere Nutzer hilfreich?


    Andrea Bangert