Extern erbrachte Leistungen 2

  • Guten Tag allerseits!


    Dass man externe Leistungen wie CT oder mR dokumentieren sollte, ist klar. Was ist aber bei PTCAs mit Stenteinlage u. ä.? In unserem haus werden diese Patienten in ein anderes Haus verlegt, wo sie oft über Nacht oder sogar 2-3 Tage bleiben und dann im ökonomisch ungünstigsten Fall zurückverlegt werden. Da die Krankenkassen dies als "Verbringung " ansehen und so abrechnen wollen, als läge der Patient weiter bei uns, bleiben wir momentan auf den Kosten sitzen. In Zukunft könnte das ja anders aussehen und durchaus lukrativ sein, so eine Kooperation zu betreiben.
    Meine Frage: ist es dies Jahr (2002) durch die Rechtslage gedeckt, diese Positionen als eigene Leistungen zu dokumentieren und zu kodieren?


    Gruß und schönes Wochenende


    M. Nast
    Medizincontrolling
    Bethesda AK Bergedorf
    Hamburg

    Manfred Nast

  • Lieber Herr Nast,


    ich weiß es nicht 100%-tig, aber dieses Jahr wäre ich noch vorsichtig: bisher machen Sie ja ein bestimmtes Leistungsspektrum mit den Krankenkassen aus, und wenn Sie keinen Linksherzkathetermessplatz haben, gehört die Coranarangio etc. nicht zum Spektrum dazu, wird also weiter nicht bezahlt.


    Kodieren allerdings müssen Sie diese Leistung, da der Patient ja, wie Sie schreiben, "verbracht" und nicht "verlegt" wird. Nur bei Verlegungen kodiert die andere Klinik ihre Leistung.


    Jetzt mal ganz ketzerisch: warum tun Sie so etwas? Bei einer "Verbringung" zahlen Sie den Katheter, die Fahrt mit dem Krankenwagen, etc. und sehen von dem Geld nichts wieder. Könnnen Sie sich in Ihrem Haus das denn noch leisten? Sie Glücklicher, ich muss gestehen, dass ich solche Dinge immer versucht habe zu unterbinden. Ich finde auch, dass in einer Stadt wie Hamburg die cardiologischen Patienten sauber und in Absprache der Krankenhäuser untereinander verteilt werden sollten (läßt sich dann auch super leiststellengebahnt machen...). Es ist mir klar, dass soetwas von vielen internistischen Kliniken als die absolute Nestbeschmutzung verteufelt wird, aber ich meine, man sollte sich als Krankenhaus ruhig positionieren mit den Stärken, die man hat. Und man muss einfach nicht alles machen (und ich würde meine Mutter mit Infarkt auch lieber in einer Klinik liegen haben, die nachts eine Angiobereitschaft hat....). Die Leistung ist besser, schneller und die Vorhaltekosten lohnen sich eher.
    Natürlich hat man die Möglichkeit, als internistische Abteilung mit einer cardiologischen Abteilung zu kooperieren. Aber auch das macht nur Sinn für einige Kliniken und nicht für jede. Die Crux ist, dass alle alles haben wollen und niemand etwas abgeben will. Dabei kennen wir das doch noch alle vom Monopolyspielen: wenn man die Schlossstr. haben wollte, mußte man zur Not auch mal 3 Bahnhöfe opfern....


    Trotzdem herzliche und ketzerische Grüße


    Patricia


    :bombe: :bombe: :bombe: :bombe: :teufel: :teufel:
    --
    Patricia Klein

    Patricia Klein

  • Hallo Frau Klein!


    Wenn es denn nur immer alles so einfach wäre! Wir befinden uns z. Zt. in einem Provisorium, weil ein neues Krankenhaus gerade gebaut wird. In diesem Neubau ist ein Linksherzkathetermessplatz vorgesehen, in der Zwischenzeit müssen wir uns halt behelfen.


    Mit freundlichen Grüßen



    --
    Manfred Nast
    Medizincontrolling Bethesda AK Bergedorf Hamburg

    Manfred Nast

  • Lieber Herr Nast,


    ja, Sie haben sicher recht, ich neige dazu, die Dinge allzu pragmatisch zu sehen. Aber wenn Ihr Herzkathetermessplatz schon bewilligt ist, dann kann doch eigentlich nichts mehr passieren, oder? Dann kann ich Ihnen nur Mut machen, weil bei uns in Minden letztendlich (nach einem mehrere Jahre währenden Kampf) die Kassen an unserem genehmigten Linksherzkathetermessplatz zuletzt auch die PTCA zugelassen und bezahlt haben. Allerdings erst nach massiver öffentlicher Diskussion und einem anschaulichen Fall aus unseren eigenen Reihen (einer unserer eigenen Mitarbeiter konnte bei uns zwar akut angiografiert werden, mußte dann aber zur PTCA just die 15 km nach Bad Oeynhausen verlegt werden!!!!).
    Zu erwarten ist sowieso, dass aus solchen "verlegten" Patienten ein Fall generiert wird, insofern stehen Sie auf der sicheren Seite, wenn die Leistung bei Verbringung jetzt schon dokumentiert und auch abgerechnet wird (ob es bezahlt wird, ist ja eine andere Frage).
    Gruß
    Patricia
    --
    Patricia Klein

    Patricia Klein