Ambulante Pflege nach Krankenhausaufenthalt?

  • Ist bei den DRGs geklärt, wer die ambulante Versorgung der Patienten bezahlt, die nach einem Krankenhausaufenthalt z.B. durch Verbandwechsel oder Hilfe bei der Mobilität angewiesen sind?


    Im Voraus schon mal danke für eure Antworten.

  • Guten Tag Herr Lohmann,
    das ist eine sehr interesante Frage, nur beantworten kann ich sie auch nicht. Statt dessen eine weitere Frage. Wenn die Patienten früher entlassen werden und es sind Nachuntersuchungen im KHS oder in der Krankenhausambulanz nötig, aus welchem Topf kommt das Geld??
    immer weitere Fragen
    Dazu heute auch ein aktueller Artikel in Medinfoweb
    18.09.2002 KBV zu Fallpauschalenverordnung fürs Krankenhaus Die Fallpauschalen des BMG verteuern die Medizin und gefährden die ambulante fachärztliche Versorgung



    Berlin, 18. September 2002 – Als „Schlag gegen die ambulante Versorgung“ hat heute in Berlin der Erste Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) den Entwurf einer Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zum Fallpauschalensystem für Krankenhäuser bezeichnet. Dr. Manfred Richter-Reichhelm: „Das führt im Gesundheitswesen zu zusätzlichen Ausgaben in Milliardenhöhe und gefährdet gleichzeitig die kostengünstige ambulante medizinische Versorgung.“
    --
    Kurt Mies
    www.myDRG Fan

    Kurt Mies

  • Hallo Hr. Lohmann,
    ich sehe gerade in diesem Bereich jenen Teil des Systems den die Verantwortlichen mit Absicht nicht wirklich diskutieren. Es wird was die Gesamtausgaben im Gesundheitswesen angeht zu keiner Kostendämpfung kommen. Auch wenn die Gelder im Krankenhausbereich leistungsgerechter verteilt werden können wird der ambulante Bereich für die Versorgung der Pat. aufkommen müssen. Die Erfahrungen aus den USA bestätigen dies auch (s.a. http://www.fischer-zim.ch/notizen/DRG-Folgen-0102.htm).
    Die Pat. werden sich in nicht zu ferner Zukunft an ein verändertes Prozedere in der Krankenversorgung gewöhnen müssen.
    Von Seiten der Politik ist die Frage nach der Finanzierung des ambulanten Bereichs m.E. nicht offen und ehrlich besprochen worden.
    Wenn das G-DRG System erfolgreich sein soll, so muß auch der Bereich der nachstätionären ambulanten Versorgung (und die dafür notwendige Finanzierung) offen diskutiert werden.
    mfg
    Michael Chduy

    Gruß


    MiChu ;)
    Sei nicht unglücklich vor der Zeit, denn was dich, als dir drohend, in Angst versetzt, wird vielleicht nie kommen. (Seneca)

  • 8) 8) 8) Ich liebe diese Frage: hat einer schon mal daran gedacht, ob er nicht (je nach tatsächlich verkürzter VWD) die Einweiser und die ambulanten Pflegedienste mit einer Tagespauschale beglückt? Man spart ca. 60€ pro Tag ein (gibt es eine gute Kalkulation der DKG zu, ich meine von Asmuth??? ca. 1997), kann man davon nicht ein bisschen was weitergeben? Und macht Euch keine falschen Hoffnungen: die Kassen haben sowieso von jedem Haus eine Statistik, wie die VWD je Fallgruppe vor DRG-Ära und danach war. Und die werden dann sowieso das Budget kürzen (klar, kann man klagen, aber das wird schwer). Und außerdem: das geld folgt der Leistung, nein? So würden Sie alle glücklich machen: die Patienten, die Zuweiser, die ambulanten Pflegedienste (am besten den eigenen).
    Das ist nach wie vor mein ganzer Traum: in einem netten kleinen Wohnmobil (vielleicht lila?) durch eine Stadt fahren und alle Entlassenen eines Krankenhauses poststationär zu betreuen, die Medikamente mitzubringen (alles schon erlaubt, die med. teilweise sogar abrechenbar), zu verbinden, EKG´s zu kontrollieren, zu beruhigen, usw. ganz abgesehen zu einer viel harmonischeren Schnittstelle zum Hausarzt, bei dem man auch mal grad vorbei fahren kann. So eine Abteilung zu organisieren, das wär´s! Naja, wenn einer von Euch mich vermittelt.....
    Das ist doch der Charme von Systemen, die einem von außen einfach so verordnet werden: der kreative Umgang mit ihnen!!!!
    In diesem Sinne
    Patricia

  • Zitat


    Original von PatriciaKlein:
    Das ist nach wie vor mein ganzer Traum: in einem netten kleinen Wohnmobil (vielleicht lila?) durch eine Stadt fahren und alle Entlassenen eines Krankenhauses poststationär zu betreuen, die Medikamente mitzubringen (alles schon erlaubt, die med. teilweise sogar abrechenbar), zu verbinden, EKG´s zu kontrollieren, zu beruhigen, usw. ganz abgesehen zu einer viel harmonischeren Schnittstelle zum Hausarzt, bei dem man auch mal grad vorbei fahren kann. Patricia



    Guten abend Frau Klein,
    hallo,
    Ihr Traum ist bereits verwirklicht - zwar nach ökonomischen Gesetzen-
    aber in Ausralien gibt es diese Versorgung
    "hospital at home".
    Ein Beispiel, daß ein DRG System innovationsfähige Möglichkeiten bietet. Man muß es nur richtig anpacken, aber das ist ein anderes Thema...


    Schöne Grüße


    Eberhard Rembs
    Bochum

  • Glück auf Aus GE


    In meinem liebsten DRG Haus (OLOL - Hospital Camden NJ) wurde das Einzugsgebiet bereits 1991 aus KH-eigenen Ambulanzen (3 verteilt über das Stadtgebiet) versorgt.
    Der Patient lernte "seine Schwester", "seinen Doktor" etc. sozusagen bereits prästationär kennen. Und das gleiche Team betreute den Patienten auch stationär und nachstationär. Hieraus erklärt sich auch eine Stationäre Verweildauer von z.b. 3,56 Tagen bei elektiven Sigmaresektionen.
    Das Motto "von der Wiege bis zur Bahre" wird auch bei uns noch eine ganz neue Interpretation erfahren.
    Frau Klein das LILA Wohnmobil ist super. Sobald aber die VÖV's (vollständig ökonomisch Verantwortlichen = Praxisinhaber) auch nur die Witterung einer Budgetausweitung aufnehmen, wäre eine unauffälligere Farbe ratsam.
    PS.: VUM's (vollständig uninteressierte Mehrheit) ;-) Beides kommt gesprochen besser!


    Gelsenkirchen, dunkelsonnig
    --
    Michael Kilian
    Med. Informations-u. Qualitätsmanagement
    Evangelische Kliniken Gelsenkirchen

    Michael Kilian




  • Hallo,
    VÖV: Schnüffeln nach Trüffeln


    E.Rembs