• Hallo Forum,


    Pat. mit Magenkarzinom und Pleuraerguss wird zur Punktion des Pleuraergusses aufgenommen und nur dieser behandelt.
    Wir haben entsprechend DKR 0205 (Bsp. 7) die J90 als HD gewählt.
    Der MDK möchte nach DKR D012 eine Kreuz-Stern-Kodierung mit C16.9/J91*
    Die DKR geben irgendwie beiden recht. Gibt es Vorzug spezielle vor allgemeine DKR oder umgekehrt. Verpflichtungen zum Kreuz-Stern-Kodieren?
    Oder hat jemand eine ganz andere Idee? :a_augenruppel:

    Viele Grüße aus Sachsen
    D.Zierold

  • Hallo,


    die speziellen DKR haben Vorrang vor allgeimeinen DKR, deswegen gibt es wohl die speziellen DKR. Wenn MDK sich bei seiner Kodierung auf eine solche spez. Regel bezieht, dann gilt dies.


    Gruß
    Ordu

  • Hallo.


    Da hilft ein Blick in die \"Anleitung zur Verschlüsselung\" in der ICD 10. :p
    Da steht zur Kreuz-Stern-Verschlüsselung einiges interessantes :biggrin:


    Zwar kann an sich jeder Kode, ausgenommen die mit \"*\" und \"!\", als \"Kreuzkode\" genutzt werden, aber nur die in der ICD 10 wirklich mit einem Kreuz versehenen Kodes sind auch wirklich dafür vorgesehen (will heißen Ätiologie-Manifestationskode bei HD). Ansonsten gilt, wie es in den DKR steht, die HD Definition + spezielle Kodierrichtlinien.


    Der Kode C16.9 ist ohne Kreuz in der ICD 10 verzeichnet, denn sonst würde dort so etwas wie


    + C16.9 bösartige Neubildung des Magens, nicht näher bezeichnet
    *J91 Pleuraerguß bei Magenkarzinom ( :rotwerd: na ja)


    stehen. Steht da aber nicht.


    Ihre Kodierung ist anhand der DKR korrekt. Es sei denn Sie verheimlichen uns dass das Carcinom ebenfalls behandelt wurde :d_luege:
    oder dass es sich um einen malignen Pleuraerguß handelte (Falls das möglich ist; bin kein Arzt, insofern :d_gutefrage: ), dann würden sowohl Sie als auch der MDK falsch liegen :biggrin: -> C78.2 .


    Schönen Feierabend

    Gruß
    papiertiger


    Sport: eine Methode, Krankheiten durch Unfälle zu ersetzen.

  • Hallo,
    => Dr. Ordu: wo steht das?
    => Papiertiger: Nix verheimlicht - großes Indianerehrenwort.
    Danke für die Hinweise.

    Viele Grüße aus Sachsen
    D.Zierold

  • Hallo D.Zierold,



    Zitat


    Original von D.Zierold:
    => Dr. Ordu: wo steht das?


    Im Vorwort der DKR. Da heisst es


    Zitat

    Der erste Teil enthält allgemeine Richtlinien zur Kodierung von Dia-gnosen und Prozeduren. Es werden Begriffe wie Haupt- und Nebendiagnose definiert und Hinweise zur Verschlüsselung von Prozeduren gegeben. In den Speziellen Kodierrichtlinien werden besondere Fallkonstell-ationen beschrieben, die entweder der konkreten Festlegung dienen oder bei denen aus Gründen der DRG-Logik von den Allgemeinen Kodierrichtlinien abgewichen werden muss.



    MFG

    Mr. Freundlich

  • Moin.


    Zäumen wir das Pferd mal von der richtigen Seite auf.


    Der Pat kommt wahrscheinlich mit Dyspnoe -> Aufnahmediagnose R06.0.


    Dann wird die Diagnostik durchgeführt und der Pleuraerguß festgestellt.
    Behandllungsdiagnose ist erst mal die J90.


    Wenn Sie jetzt feststellen, dass der Plauraerguß durch das Magen Ca ausgelöst wurde, aber das Magen Ca nicht behandelt wurde, kommt die KR 0201e Beispiel 7 zum tragen, sofern das Ca vorher bekannt war.


    Kodierung dann: J90 als HD und das Ca als ND.


    Wenn Sie das Magen Ca ebenfalls behandeln, in welcher Form auch immer, ist die vom MDK vorgeschlagene Kodierung nehmen.


    Wenn Sie allerdings feststellen, dass es sich um einen malignen Pleuraerguß handelt ist die C78.2 als HD anzugeben (Beispiel 4).


    @ Mr. Freundlich: Aber nicht pauschal. Es müssen die in den Beispielen genannten Fallkonstellationen sein. Der MDK kann nicht die Einschränkungen im Text übergehen. OK, macht \"er\" immer wieder, ist aber trotzdem nicht korrekt. :d_zwinker:


    Fazit: Wenn das Ca nicht behandelt wurde und auch kein maligner Pleuraerguß vorliegt, haben Sie korrekt kodiert.


    Ausserdem:
    Diese Reihenfolge für die Ätiologie-/Manifestationsverschlüsselung gilt nur für das Kreuz-/Stern-System. Die Hauptdiagnosenregelung der DKR D002 erfährt somit außerhalb der Kreuz-/Stern-Systematik in Bezug auf die Reihenfolge von Ätiologie-/Manifestationskodes keine Einschränkung.


    Und die DKR D002 wird in diesem Fall von der speziellen KR 0201e überlagert.

    Gruß
    papiertiger


    Sport: eine Methode, Krankheiten durch Unfälle zu ersetzen.

  • hallo papiertiger und andere :-)



    frage:


    patient kommt mit tumoranämie bei zB magen ca, aufgrund vom schlechtem AZ und der Gefahr der dekompensation müssen 2 EKs unter stationären bedingungen gegeben werden.


    Magen ca ist bekannt wird aktuell nicht behandelt....


    ich kodiere dann als HD Magen CA und als sekundär (=sternchen)Code die D63.0*....


    liege ich damit etwa falsch?


    grüsse aus dem diesigen süden


    tao

  • Hallo Tao, wenn die speziellen vor den allgemeinen DKR gelten, dann würde ich die Anämie kodieren (D64.8) und das Magen-CA als ND. Sonst gelangen sie ja auch in eine \"Magen-DRG\" und nicht in eine \"Blut-DRG\", obwohl sie nur die Anämie behandelt haben.

    Viele Grüße aus Sachsen
    D.Zierold

  • Hallo an alle,


    das Problem Tumoranämie ist hier im Forum schon diskutiert, bitte mal unter
    \"anämie\" suchen.
    Wir haben das gerade nochmal für die Onkologie festgelegt.
    1. wenn Anämie durch Tumor- dann D63.0*, dies verlangt laut ICD eine Kreuz diagnose aus C00-D48 als HD, also Kreuz-Stern System, daraus folgt Ausnahme von den folgenden allgemeinen Prinzipien!
    2. andere Anämieursachen sind nach den Definitionen Symtpom - also Anämie- als Hauptdiagnose bzw. Nebendiagnose immer als ND zu werten, wenn nur die Anämie behandelt wurde. Bsp. aplastische Anämie als Folge der Chemotherapie. Hier ist der Tumor ND, ebenso kann Y57.9! verwendet werden.


    Mfg

    Uwe Neiser







  • Hallo zusammen,
    es ist klar, dass solche klare Regeln wie die Auftransfusion bei Tumoranämie nicht jedem passen.
    Aber solange das nicht im ICD geändert wird, müssen wir uns daran halten.


    Ich bin dann immer noch überrascht, wie sich hier mitunter Diagnosen ergeben. Ich konnte dem Eingangspost keinen Hinweis auf Dyspnoe entnehmen.


    Und zum Pleuraerguss: gibt es eine Diagnostik, ob es sich um einen malignen Erguss handelt? Eine wie auch immer geartete Diagnostik würde ich auch für die J91 fordern - ich muss doch zumindest wissen, zu welchem Kreuz der Stern gehört.


    Sonst bleibt wirklich nur die J90 übrig.


    Oder habe ich was überlesen?

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch