Reimplantation Knie-TEP nach Infekt

  • Hallo, liebes Forum,


    zu folgendem Problem hätte ich gerne Meinungen und Tipps:
    Patient mit in einem anderen Haus implantierter Knie-TEP kommt in unser Haus wegen Infekt. TEP-Ausbau - Spacer - Entlassung. Nach Ausheilen des Infekts erneute stat. Aufnahme zum Protheseneinbau. Die Kasse/MDK lehnen die FP 17.111 ab, mit der Begründung, die Leistung sei nicht in einem Aufenthalt erbracht worden, und will nach Pflegesatz abrechnen. Der ist in dieser Abtlg. wg. zahlreicher FP's grottenschlecht und kein Äquivalent. Medizinisch ist das Vorgehen der Kollegen korrekt - hat jemand eine zündende Idee?


    Danke und fröhliche Grüße aus dem kalten und verregneten Köln,
    Conny:rolleyes:

  • Hallo Conny,


    im Prinzip haben KK/MDK recht. Aber hier würde ich versuchen, mit Hinweis auf den nicht-adäquaten PS einen Kompromiß zu schließen, z.B. FP 17.111 für beide Aufenthalte, evtl. mit Kostennachweis, oder FP 17.091, sodaß die Kosten einigermaßen gedeckt sind.


    --
    Einen freundlichen Gruß vom MDA aus Schorndorf

    [size=12]Freundlichen Gruß vom Schorndorfer MDA.

  • Hallo,




    1. Aufenthalt: tagesgl. Pflegesätze


    2. die Leistungsdefinition (Prozedur) der FP 17.091 wurde erbracht, somit muß die FP 17.091 (und ggfs 17.092)bezahlt werden


    Siehe Anlage 1 zu §11 Abs. 1 Abrechnungsbestimmungen bundesweiter Fallpauschalen-Katalog
    2. ...maßgeblich für die Zuordnung....folgende Rangliste...
    a) der Operationsschlüssel nach dem OPS-301



    Gruß


    Eberhard Rembs
    Bochum

  • Hallo Herr Rembs und Conny,


    vermutlich wurde bei Einbau nicht mit 5-822 Implantation kodiert, sondern (falsch) mit 5-823 Wechsel. Sonst käme man gar nicht auf die Idee, FP 17.111 abzurechnen. Viele Ärzte sind ja bei der Anwendung der ICD- und OPS-Codes unsicher. Evtl. sollte OPS-Code geändert werden. Geben Sie uns Rückmeldung, Conny?


    --
    Einen freundlichen Gruß vom MDA aus Schorndorf

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  • Hallo Herr Konzelmann,
    hallo "Conny24"


    sehr guter Hinweis auf die falsche Prozedur!!!
    Nur das hätte der Gutachter des MDK eigentlich feststellen müssen und werten müssen, daher die Zusatzfrage: handelte es sich beim Gutachter um einen Facharzt für Chirurgie oder Orthopädie?


    Gruß
    E. Rembs

  • Hallo Herr Rembs,
    hallo Herr Konzelmann,


    vielen Dank für die Hinweise. Der Arzt vom MDK ist Chirurg/Unfallchirurg, sollte also wissen, worum es geht. Die Ops-Ziffer ist mit wegen Systemwechsel nicht sofort zugänglich, scheint mir aber auch der Pudels Kern.
    Melde mich bei neuer Info.
    Sonnige Grüße
    Conny:smokin:

  • Hallo,
    unbedingt dranbleiben....
    jeder Pat. hat ein Recht auf "second opinion"
    somit gilt das auch für Sie,
    der Gutachter des MDK ist nicht die höchste und letzte Instanz.



    Gruß
    E. Rembs

  • Hallo Conny,
    wir hatten das Problem auch und daraufhin habe ich mit dem DIMDI gesprochen.


    1 entscheidend ist tatsächlich, s. Hinweis oben, die Prozedur, aber was ist die richtige Prozedur? 5-823. kann es nicht sein, weil die Komponente der K-TEP-Explantation fehlt (OP-Zeit dadurch kürzer)


    2 Das DIMDI gab die Auskunft, das der Code für die Primär-Implantation also 5-822 den Aufwand am besten trifft.
    Hinweis: in Analogie dazu gilt das auch für die Hüft-TEP


    3 bleibt die Frage nach der ICD, früher haben wir M17.9 verschlüsselt, in weitester Auslegung des textes dazu. Inzwischen nehmen wir den ICD T84.5 (mit Seitenbezeichnung) also Infekt dei Hüft-TEP, weil es nach wie vor der Anlaß (also Indikation) für die OP ist.


    Das wichtigste ist aber: In diesen Fällen rufe ich immer bei der Kasse an und bespreche den Fall mit dem Sachbearbeiter.
    Das verhindert einen langen Schriftwechsel. Bisher ließ sich immer Konsens erzielen.


    P.S. Interessant ist auch der Fall, wenn eine Entlassung mit Spacer nicht möglich ist. Dann wird die OP als SE hier 17.13 abgerechnet cave: 5-822.


    Ist zwar nicht viel Neues, aber bei uns war das solange Diskussionsstoff...
    Aus dem sonnigen Hannover


    Christoph Lassahn


    :besen:

  • :rolleyes:Ich würde auch der Kasse die Abrechnung zumindestens des SE vorschlagen, zumal Sie in Ihren "Resttagessätzen" aller Wahrscheinlichkeit nach keine Operationen mehr kalkuliert haben. Die s kann man KK-Sachbearbeitern (und im Falle eines Falles auch jedem Richter!)schön plausibel machen . :besen:
    Gruß
    Patricia