Traumatische periprothetische Fraktur

  • Hallo und schönen guten Tag,


    habe ein kleines Codierproblem...


    Pat. erhält zementfreie Hüft-TEP rechts. In der anschließenden Kur wird sie in einer Tür eingeklemmt, stürzt und es kommt zur periprothetischen Fraktur mit anschließendem Schaftwechsel.


    Für mich ist eine Diagnose des Kapitel \"S\" (z.B. S72.08) sowie als ND Z96.6 zu codieren. Mit der entsprechenden Prozedur resultiert die DRG I46Z.


    Gefordert wird jedoch die HD M96.6, was zur DRG I03Z führen würde.


    Für mich schließt das Kapitel \"M\" (Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems) eben genau solche Fälle aus, die durch \"Verletzungen... und bestimmte Folgen äußerer Ursachen\" bedingt sind ==> siehe Exklusiva des Kapitels!


    Mit Bitte um Hilfe wünsche ich allen noch eine schöne Woche,,


    ManJo

  • Hallo Manjo,


    ähnliche Problematik wurde hier diskutiert (gefunden über Suchfunktion, Eingabe von Fraktur und prothese)

    Mit freundlichen Grüßen


    D. Duck

  • Hallo, Duck,


    leider steht mir aus irgendeinem Grunde die Suchfunktion nicht in vollem Umfang zur Verfügung...
    Gebe ich diese beiden genannten Suchkriterien an kriege ich NULL Treffer.


    SORRY, sonst würde ich nicht fragen, dennoch besten Dank für den Link!!!


    Bye,


    ManJo

  • Hallo ManJo,


    ist es wirklich eine traumatische periprothetische Fraktur bei adaequatem Trauma so gibt es hier keine Diskussionen, dann wird die traumatische Fraktur (S72.ff) codiert zusammen mit dem Zustandscode für eine Endoprothese also Z96.6. Etwas anderes kommt nicht in Frage. Die M96.6 dank der Exclusiva schon gar nicht.


    Hilft Ihnen das?


    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Winter
    Berlin

  • Hallo zusammen,


    lt. DKR D002d darf die Ziffer M96.- nur dann als Hauptdiagnose kodiert werden, wenn kein spezifischerer Kode in Bezug auf die Erkrankung bzw. Störung existiert oder ein Exklusivum besteht.


    M.E. ist die S-Gruppe hier doch immer spezifischer, daher kann ich mir die M96.- nicht wirklich als HD vorstellen, oder habe ich einen Denkfehler?!


    Felix :d_gutefrage:

  • Hallo DRG Felix,
    wenn ein Trauma vorlag kommt nur der S-Kode, wie schon von Herrn Winter beschrieben, als HD in Frage. Sollte es sich um eine pathologische (periprothetische) Fraktur handeln, haben sie immer noch zB. M80.. (pathologische Fraktur bei Osteoporose) oder eine Neoplasie mit M90.7-* (Knochenfraktur bei Neubildungen (C00-D48†)) als spezifischen HD-Kode zur Verfügung. Die M96.- sollte also in solchen Fällen nie HD sein.
    MfG findus

    MfG findus

  • Hallo zusammen,


    ich möchte diesen alten thread noch mal aufnehmen, da er nicht abschließend geklärt wurde und wir einen ähnlichen Fall haben:


    Darf denn die M96.6 ND sein bei einer "traumatischen" periproth. Fraktur oder gilt in der Tat das Exklusivum am M-Kapitelanfang: " Exl.: ..... Verletzungen ...... (S00-T98 ) ?(


    Vielen Dank :thumbsup:

    riol


    Viszeralchirurg/Unfallchirurg

  • Hallo,


    wir sind mit dem MDK so verblieben das traumatisch bedingte periprothetische Frakturen mit dem S-Schlüssel als HD und dem M96.6 als ND laufen können und der MDK es so akzeptiert.
    Vllt Mal mit ihrem MDK vor Ort abklären wie er dazu steht.


    Gruß
    F15.2

    Grüße aus dem Allgäu ^^

  • Hallo F15.2,


    haben Sie eventuell ein Gutachten des MDK mit HD S-Schlüssel und ND M96.6?


    Ich wäre sehr daran interessiert :)


    Schöne Grüße


    Galaxius

  • Hallo zusammen,


    ist ja sehr interessant, dass ein MDK so etwas (Erlössteigerung :!: ) akzepiert, obwohl doch das Exkl. eindeutig zu verstehen ist, oder?!


    Wie ist die Argumentation von seiten der Klinik? Ich schätze unseren MDK im Bayern ganz anders ein :thumbdown:


    Ich selbst würde denken: Fraktur ist Fraktur, ob mit Prothese oder nicht, die Osteosynthese muss eben entsprechend angepasst werden, aber Mehraufwand ?(


    Gibt es dazu noch Infos?


    Danke

    riol


    Viszeralchirurg/Unfallchirurg

  • Mir sind mehrere Fälle bekannt in denen die M96.6 als ND angefragt wurde und immer konnten wir sie halten.


    Unsere Argumentation war, dass die Fraktur auf Grund z.B. eines Sturzes maßgeblich bedingt durch die Endoprothese ist. Somit ist die Kombination aus S als HD für die traumatische Genese und M96.6 zur näheren Lokalisationsbeschreibung und Verdeutlichung der Komplexität gerechtfertigt.


    In wie fern der (bayrische) MDK im "einfachsten Fall" einer periprothetischen Fraktur ohne relevante Nebendiagnosen und Entlassung nach 5-6 Tagen reagieren würde, kann ich nicht sagen, da wir in den meisten Fällen der periprothetischen Fraktur noch eine lange Liste an ND's haben die VWD-verlängernd und CCL-steigernd wirken.


    Ich werde morgen Mal in den MDK-Keller steigen und nach einem entsprechenden Urteil suchen.


    Grüße aus den Nebelbergen,
    F15.2


    PS: Es gibt auch manchen Hoffnungsschimmer bei den MDK-Prüfern ;)
    PPS: Wir haben hier auch den bayrischen MDK :rolleyes:;)

    Grüße aus dem Allgäu ^^

  • Hallo riol,


    dies ist auch unserer Argumentationsaufhänger:


    Unsere Argumentation war, dass die Fraktur auf Grund z.B. eines Sturzes maßgeblich bedingt durch die Endoprothese ist. Somit ist die Kombination aus S als HD für die traumatische Genese und M96.6 zur näheren Lokalisationsbeschreibung und Verdeutlichung der Komplexität gerechtfertigt


    Was den vermehrten Aufwand angeht. Längere OP-Zeit, Erstimplantat ausbauen. Wir haben beispielsweise keine Langschaftprothesen auf "Halde", viele Patienten erhalten deshalb eine Tibiakopfdtrahtextension bis die entsprechende Prothese da ist, da ist schon allein ein vermehrter Pflegeaufwand vorhanden. Falls doch das Erstimplantat drin bleibt und stattdessen mit Platten und ggf. Cerclagen versorgt wird ist die Nachsorge ebenfalls pflegerisch aufwendiger, da ja meist die Versorgung nicht belastungsstabil ist. Also ich denke vom Mehraufwand sollte sich da schon was finden lassen, was die Konstellation einer periprothetischen Fraktur von einer "normalen" unterscheidet.


    MfG findus

    MfG findus