Spongiosaplatik mit thrombozytenreichem Plasma

  • Hallo Forum,


    ich benötige mal wieder Ihre Mithilfe:


    Bei einem Patienten wird während einer Live-Op bei beruhigter chronischer Infektfraktur eine Spongiosaplastik mit thrombozytenreichem Plasma durchgeführt. Dafür wird Spongiosa aus dem Beckenkamm entnommen, mit Septokoll E 20 Schnipseln vermengt und mit parallel zur Operation durchgeführten in GPS-Technik aus Patientenblut gewonnenem thrombozytenreichem Plasma in den Knochendefekt eingebracht. :sterne:


    Wie kann das kodiert werden? Bis Entnahme und Transplantation Spongiosa, etc. alles klar!!! GPS-Technik??? Gewinnung von thrombozytenreichem Plasma und das Einbringen in den Knochendefekt????


    Ich finde keine Prozedurenkodes. Hat irgend jemand Erfahrung mit dieser Methode und deren Kodierung? :a_augenruppel:


    Vielen Dank für evtl. Tipps!

    Viele Grüsse aus Hannover


    Simone F
    :sonne:

  • Moin, moin


    Wie der medizinische Fortschritt doch voran schreitet. Ich habe leider von dieser OP Methode noch nie etwas gehört - aber vielleicht kommt es ja auf dem nächsten DGH (Deutsche Gesellschaft Handchirurgie) Kongress.
    Da es sich also um eine neuartige Kombinationstherapie handelt kann ich nur auf die NUB verweisen.
    Wie man diese aber handhabt weiß ich nicht - da ist meine Klinik wohl nicht innovativ genug 8)


    mfg


    mare

  • Hallo Mare,


    das war eine Operation, die durch die Unfallchirurgen durchgeführt wurde, daher wird die Methode vielleicht nicht unbedingt auf dem DGH-Kongress vorgestellt werden.


    Izwischen habe ich aber weiter im Internet recherchiert und gesehen, dass bereits ein Vorschlag zur Kodierung genau dieser Operationsmethode beim DIMDI eingereicht wurde. Also heißt es wohl abwarten....! :augenroll:

    Viele Grüsse aus Hannover


    Simone F
    :sonne:

  • Hallo,
    kleine Ergänzung, weil auch bei uns die Frage aus der (klinisch tätigen)Ärzteschaft kam:
    Laut NUB-Liste wurde die Prozedur zur Vergütung beantragt, aber vom InEK mit Stufe 2 beurteilt, also als nicht ausreichend begründet. Damit ist ein Entgelt derzeit nicht verhandelbar.
    Gruß, H.Krömer

    Gruß,
    H. Krömer

  • Hallo Simone,


    die Codierung ist gar nicht so schwer, wie sie aussieht. Die Spongiosaentnahme und –Einbau dürfte klar sein (5-783/5-784). GPS-Technik ist die Navigation 5-988. Und der Rest ist Einbringen eines Medikamententrägers 5-780.4.


    Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass noch weitere Codes in Frage kommen (z.B. Debridement, Pseudarthrosenrevision, Revisionseingriff usw.). Die Thrombozyten sind so eine Sache, ob Sie da über Eigenblut usw., einmal Thrombocytenkonzentrat weiter kommen (8-800.ff; 8-803.0) sollten Sie mit dem Operateur klären, wie er was gewonnen hat.


    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Winter
    Berlin

  • Hallo,


    da mir der Thread zufällig in die Augen fiel, nur kurz der Hinweis auf den Kode 8-861.0 Entnahme, Aufbereitung und Applikation von Blutbestandteilen zur lokalen Anwendung: Lokale Applikation von autogenem Thrombozytenkonzentrat: Durch Zentrifugation gewonnenes Thrombozytenkonzentrat
    bzw.
    8-861.1 Entnahme, Aufbereitung und Applikation von Blutbestandteilen zur lokalen Anwendung: Lokale Applikation von autogenem Thrombozytenkonzentrat: Durch Filtration gewonnenes Thrombozytenkonzentrat

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau